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Lars Wallerang - 5. Oktober 2020, 11:34 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER

Luftfahrt-Zentrum entwickelt 90-Kilo-Karosserie

Bei der Luftfahrt kommen vor allem Fliegengewichte hoch hinaus. Darum ist das Deutsche Luft- und Raumfahrt-Zentrum (DLR) spezialisiert auf Leichtbaukonzepte. Nun entwickelt das DLR ein zugleich leichtes und sicheres Fahrzeug: ein Safe Light Regional Vehicle (SLRV).


Bei der Luftfahrt kommen vor allem Fliegengewichte hoch hinaus. Darum ist das Deutsche Luft- und Raumfahrt-Zentrum (DLR) spezialisiert auf Leichtbaukonzepte. Nun entwickelt das DLR ein zugleich leichtes und sicheres Fahrzeug: ein Safe Light Regional Vehicle (SLRV).

Dafür sorgt die nur rund 90 Kilogramm schwere Karosserie in Sandwichbauweise, die eine sehr hohe passive Sicherheit bieten soll. Dieser Leichtbauansatz kombiniert mit einem Brennstoffzellenantrieb soll eine ressourcenschonende sichere Mobilität gewährleisten. Nun hat das DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte einen ersten Prototyp dieses leichten Pendlerfahrzeugs vorgestellt.

"Als neuartige Mobilitätslösung in der Klasse der Leichtfahrzeuge zeigt das SLRV, wie sich Fahrzeugtechnik, Nutzungsbedingungen und Wirtschaftlichkeit vereinen lassen", sagt Prof. Tjark Siefkes, stellvertretender Direktor des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte. Damit sei es ein greifbarer Baustein und eine Technologieplattform für lokal emissionsfreie, leise und individuelle Mobilität.

Die Karosserie des zweisitzigen SLRV ist 3,8 Meter lang und niedrig gehalten, um einen möglichst geringen Luftwiderstand zu erreichen. Das eingesetzte Material besteht aus einer metallenen Decklage und einem Kunststoffschaum im Inneren. Der Vorder- und Hinterwagen des SLRV sind aus Sandwichplatten zusammengesetzt und dienen als Crashzonen. Dort ist auch ein Großteil der Fahrzeugtechnik untergebracht. Die Fahrgastzelle besteht aus einer Wanne mit einer aufgesetzten Ringstruktur. Diese nimmt die Kräfte auf, die während der Fahrt auf das Auto wirken und schützt die Insassen bei einem Crash.

Bisher kommen Strukturen aus Sandwich-Materialien noch nicht in der Serienfertigung von Fahrzeugen vor. Das DLR will ihr Potential aufzeigen und erarbeitet im nächsten Schritt daran, die dazugehörigen Fertigungstechnologien zu optimieren.

Das SLRV verfügt über einen Hybridantrieb. Für den Antriebsstrang haben die DLR-Forschenden eine kleine Brennstoffzelle mit 8,5 Kilowatt Dauerleistung mit einer Batterie verbunden. Diese liefert zum Beschleunigen zusätzliche 25 Kilowatt Leistung. Diese Kombination wiegt weniger als herkömmliche Batteriesysteme, sorgt für eine Reichweite von rund 400 Kilometern und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde.

Mit seinem futuristischen, sportlichen Design ist der rund 450 Kilogramm schwere Zweisitzer ein vollwertiges Fahrzeug der L7e-Klasse. "Das SLRV eignet sich zum Beispiel als Pendlerauto, als Zubringer im öffentlichen Nahverkehr oder als Car-Sharing-Fahrzeug - vor allem in urbanen Randgebieten oder im außerstädtischen Bereich", teilt das DLR mit. Hinsichtlich Anschaffungskosten rechnet das SLRV-Team zurzeit mit rund 15.000 Euro. Bei einer Laufleistung von 300.000 Kilometern ergebe sich so bei einer Nutzungsdauer von zehn Jahren ein Preis von gerademal zehn Cent pro Kilometer.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Lars Wallerang am 05.10.2020, 11:34 Uhr veröffentlicht.