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Klaus Brieter - 21. März 2022, 11:45 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

30 Jahre EcoContact-Reifen von Continental

Von der Initialzündung zum Dauerbrenner: Der EcoContact-Reifen von Continental feiert Jubiläum.


Von der Initialzündung zum Dauerbrenner: Der EcoContact-Reifen von Continental feiert Jubiläum. Der Rollwiderstand bei den Reifen hat einen wesentlichen Anteil am Kraftstoffverbrauch. Genau darauf fokussierte sich Continental 1992 mit der neuen Produkt-Familie "EcoContact", die nach 30 Jahren eine erfolgreiche Bilanz zieht.

Weitblick oder Glück zum richtigen Zeitpunkt? Oder beides? Als der deutsche Reifenhersteller Continental 1992 zum ersten Mal einen Reifen vorstellte, der das "Spritsparen" in den Fokus rückte, ahnte wohl keiner seiner Entwickler, dass daraus eine Erfolgsnummer wird. Inzwischen rollt sie schon 30 Jahre auf unseren Straßen.

Im Rückblick klingt es visionär, mit welchen Worten der damalige Continental-Chef, Helmut Gieselmann, den ersten EcoContact-Reifen über die Startrampe schickte: "Die Verantwortlichen bei Continental sind davon überzeugt, dass die Führungskräfte von heute ihre Organisation nicht mehr nur als Produktionsbetrieb betrachten dürfen, der bedingungslos am Laufen gehalten und weiterentwickelt werden muss. Stattdessen sollten sie erkennen, dass es auch in ihrer Verantwortung liegt, in Bezug auf Umweltbelange vorauszudenken. Deshalb überprüfen wir ständig unsere Materialwirtschaft sowie unsere Produktionstechniken und sparen Energie und Rohstoffe, wo immer wir können." Dieses Credo fußte auf der Erkenntnis, dass "Industrien keinen garantierten Platz in der Geschichte haben".

Offensichtlich traf Continental beim damaligen Zeitgeist ins Schwarze. Denn eine Kundenumfrage des Reifenbauers offenbarte, dass sich rund 60 Prozent der Reifenkäufer für Umweltthemen interessierten und bereit waren, ihre persönliche Mobilität anzupassen. Zum Vergleich: 2020 ermittelte eine Umfrage des Umweltbundesamtes bei 99 Prozent der Befragten ein bewusstes Wahrnehmen von Fragen rund um den Klimaschutz.

Und welche konstruktiven Merkmale waren beim ersten EcoContact die Garanten für niedrigen Kraftstoffkonsum? Die Erfinder des Reifens legten sehr viel Wert auf einen niedrigen Rollwiderstand, ohne Abstriche bei der Laufleistung und der Sicherheit zu machen. Die Zielgruppe für das Produkt (damals ausschließlich im Ersatzgeschäft) war mit der "neueren Kompakt- und Mittelklasse" klar umrissen. Continental brachte als Kunden auch gezielt die Fahrer von Zweitwagen ins Spiel.

Schmunzeln muss man heute sicher darüber, dass zunächst nur vier Reifengrößen lieferbar waren, zu denen sich etwas später noch fünf weitere Dimensionen hinzugesellten. Die derzeitige Produktfamilie, die in der fünften Generation seit 2019 im Markt ist, bringt es auf 100 Varianten.

Klar, dass der Erfolg des EcoContact die weitere Entwicklung beflügelte. 1996 folgte die nächste Generation, die beim Absenken des Rollwiderstandes (20 Prozent) und beim Zuwachs der Laufleistung (30 Prozent) für weitere Bestwerte sorgte. Möglich wurde das Ergebnis durch neue Materialien wie Silica (als Rußersatz) in der Materialmischung und innovative Produktionsmethoden. Der EcoContact EP startete bereits mit 18 Größen zwischen 13 und 15 Zoll Durchmesser. So waren immerhin 90 Prozent des Marktes abgedeckt.

Beim Nachfolger von 2003 verabschiedete sich Continental vom symmetrischen Profil. Der Hintergrund: Verbesserungen bei den Bremswegen, dem Handling in Kurven und der Spurtreue. Und wieder sackte der Rollwiderstand nach unten, diesmal um 12 Prozent. Bei Vergleichsfahrten legte der Reifen in den Fahreigenschaften auf trockener und nasser Straße zudem um neun Prozent zu.

Als die vierte Generation 2012 startete, waren schon 42 Dimensionen lieferbar. Inzwischen lagen die Durchmesser zwischen 14 und 17 Zoll, außerdem stieß der EcoContact in atemberaubende Geschwindigkeitsklassen vor, die erst bei 300 km/h gedeckelt waren. Autohersteller wie Alfa Romeo, Audi, Jaguar und Mercedes sprangen freudig auf diese Produktlinie auf und ließen sich sogar maßgeschneiderte Chargen bauen. Um den Luftwiderstand zu verringen, wurden die zuvor erhabenen Schriftzüge auf den Seitenflanken in die glatten Außenschultern integriert. Und wie nicht anders zu erwarten, verringerten sich abermals Rollwiderstand und Abrieb. Zusätzlich sorgten kürzere Bremswege auf nasser Straße für mehr Sicherheit.

Die aktuelle Version (seit 2019) hört auf den Namen "EcoContact 6" und war vom Start weg in den Zollgrößen von 13 bis 22 lieferbar. Inzwischen gehört der EcoContact auch bei etlichen Elektrofahrzeugen zur Erstausrüstung ab Werk. Neben dem weiter reduzierten Rollwiderstand prägen zusätzliche Technologien das Produktblild. Dazu gehören SSR-Notlaufreifen, das selbstabdichtende ContiSeal bei Pannen und ContiSilent für weniger Rollgeräusche im Innenraum.

Weitblick oder Glück? Auf jeden Fall der richtige Fokus und intensive Arbeit. Ein seit 1992 halbierter Kohlenmonoxid-Ausstoß und der beispielsweise von 72 auf 50 Meter reduzierte Bremsweg auf nasser Fahrbahn können sich ebenso sehen lassen, wie die Zahl der Reifen, die unter dem Continental-Label EcoContact produziert wurden. Nach 30 Jahren meldet der Zähler dieser Produktfamilie satte 200 Millionen Exemplare.

Klaus Brieter / mid

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Klaus Brieter am 21.03.2022, 11:45 Uhr veröffentlicht.