Andreas Reiners - 7. Dezember 2021, 12:37 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Gebrauchtwagenpreise mit neuem Spitzenwert
Die Gebrauchtwagenpreise ziehen trotz Coronakrise an: 22.841 Euro kostet ein entsprechendes Fahrzeug durchschnittlich im Jahr 2021 - ein Plus von 10 Prozent oder 2.027 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus dem jährlichen AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) für das Gesamtjahr 2021 hervor.
Die Gebrauchtwagenpreise ziehen trotz Coronakrise an: 22.841 Euro kostet ein entsprechendes Fahrzeug durchschnittlich im Jahr 2021 - ein Plus von 10 Prozent oder 2.027 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Und damit ist ein neuer Spitzenwert erreicht worden. Das geht aus dem jährlichen AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) für das Gesamtjahr 2021 hervor.
Im Monatsvergleich wird die Entwicklung noch deutlicher: Autokäufer zahlen im November 2021 durchschnittlich 18 Prozent oder 3.726 Euro mehr für einen Gebrauchten als noch im November 2020.
Verbraucher geben demnach mehr Geld für einen Gebrauchtwagen aus als jemals zuvor seit Bestehen der Datenerhebung. Die Teuerung erstreckt sich über nahezu alle Segmente im Fahrzeugbereich, das stärkste Plus verzeichnen Mittelklasse-Modelle und ältere Gebrauchte zwischen 10 und 20 Jahren. Während die Preise steigen, nimmt das Angebot an Gebrauchten 2021 mit einem Minus von 11 Prozent deutlich ab.
"Mit Blick auf die Preisdynamik im Gebrauchtwagenmarkt ist 2021 ein absolutes Ausnahmejahr", sagt Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei AutoScout24. "Noch 2020 verharrten die Preise fast auf Vorjahresniveau, jetzt legen sie aus dem Stand um 10 Prozent zu - das gab es in dieser Form noch nie."
Um die Entwicklung zu erklären, müssten laut Schneck mehrere Faktoren berücksichtigt werden: "Da ist zunächst die Bedeutungszunahme der individuellen Mobilität in Folge der Corona-Krise, welche die Nachfrage nach Gebrauchtwagen befeuert hat. Verstärkt wurde der Trend durch die lockdownbedingten teils stillstehenden Produktionen, wodurch junge Gebrauchte und Leasingrückläufer auf dem Markt fehlten. Das hat sich in anschließenden Nachholeffekten seitens der Verbraucher niedergeschlagen. Als ein regelrechter Preis-Booster kann der sich parallel entwickelnde Mangel an Halbleitern in der Automobilindustrie bezeichnet werden. Da Neuwagen entweder gar nicht zu haben waren oder nur unter der Bedingung langer Lieferzeiten, sind viele Kunden auf Gebrauchte umgestiegen - das hat die Preise höhergeschraubt. Unter dem Strich ist somit aus dem Nachfragemarkt bei Gebrauchtwagen ein Angebotsmarkt geworden."
Im Corona-Jahr 2021 legen die Preise für Elektro- und Hybridfahrzeuge deutlich zu: Stromer verteuern sich innerhalb eines Jahres um 9 Prozent auf durchschnittlich 33.243 Euro, Fans von Hybriden müssen mit durchschnittlich 35.279 Euro gut 5 Prozent mehr auf den Tisch legen als vergangenes Jahr.
Doch nicht nur die mit der Innovationsprämie geförderten Antriebe verzeichnen Wertzuwächse, auch Verbrenner verteuern sich deutlich. So kosten Benziner mit durchschnittlich 20.405 Euro 9 Prozent mehr, Diesel liegen mit 25.035 Euro mit 8 Prozent über Vorjahr. Preiswerter sind gebrauchte CNG- (Durchschnittspreis: 15.900 Euro) und LPG-Fahrzeuge (12.160 Euro). Letztere verzeichnen mit 20 Prozent das größte Plus im Vergleich der Antriebsarten.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Andreas Reiners am 07.12.2021, 12:37 Uhr veröffentlicht.
