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Elektroauto oder Wasserstoffantrieb - wer profitiert von welcher Variante?
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Redaktion - 11. Mai 2020 - 4x4 Allrad NEUHEITEN

Elektroauto oder Wasserstoffantrieb - wer profitiert von welcher Variante?

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Neufahrzeug anzuschaffen, ist gut beraten, verschiedene Aspekte eingehend zu beleuchten. Die Klimafreundlichkeit definiert sich über den gesamten Lebenszyklus von Produktion bis zur Entsorgung. Die Verbraucher können hierbei nur wenige Faktoren selbst beeinflussen. Vieles hängt von politischen und unternehmerischen Entscheidungen ab.

Wissenswertes über den Wasserstoffantrieb

Wasserstoff als Treibstoff ist bisher eine eher unbekannte Größe. Einige Menschen verbinden diese Antriebsform mit der Wasserstoffbombe. Doch auch andere Vorurteile halten sich hartnäckig. Hier einige wesentliche Fakten:

- Von Autos mit Benzin- oder Dieseltank geht eine größere Brandgefahr aus als von solchen mit Wasserstofftank.
- Es besteht keine erhöhte Explosionsgefahr.
- Durch die Entwicklung moderner Tanks wurde das Entweichen/die Diffusion des Treibstoffes drastisch reduziert. Somit kann Wasserstoff langfristig gespeichert werden.
- Die Gewinnung aus Wasser und die Speicherung sind technisch einfach umzusetzen, jedoch nur durch den Einsatz von Energie. 
- Es wird nicht mehr Platin benötigt als bei der Produktion moderner Benziner.
- Der austretende Wasserdampf ist nicht schädlich für die Umwelt und hat keine negative Auswirkung auf den Straßenverkehr.
- Die geringe Anzahl von Wasserstofftankstellen ist nicht auf hohe Kosten zurückzuführen. Die Nachfrage ist entscheidend für die Entwicklung der Infrastruktur.

Unterschiede zwischen Elektroauto und Brennstoffzellenfahrzeug

Faktisch fahren beide Autos mit einem Elektromotor. Nur dass beim wasserstoffbetriebenen Fahrzeug der Treibstoff mithilfe der Brennstoffzelle in Strom umgewandelt wird. Das Elektrofahrzeug zieht den Strom direkt aus der Batterie. Die Brennstoffzelle hingegen wird aus dem Wasserstofftank gespeist. Der Tankvorgang ist in Minutenschnelle erledigt - ähnlich wie beim Verbrenner. Ein Wasserstofftank stellt einen wesentlich größeren Energiespeicher dar als eine geladene Batterie. Daraus ergibt sich ein signifikanter Vorteil für schwere Fahrzeuge und Langstrecken. Allerdings hat gemessen am Wirkungsgrad das Elektrofahrzeug die Nase vorn. Schließlich wird für die Gewinnung des Wasserstoffs und die spätere Umwandlung in Strom zweimal Energie benötigt. Anders sieht es bei dem "CO2-Rucksack" aus. Bei vergleichbarer Reichweite ist das Elektrofahrzeug ab Werk bereits so stark belastet, dass es diesen Rückstand nicht wieder aufholen kann. 

Verbreitung von Brennstoffzellenfahrzeugen im Vergleich zu Elektroautos

Aktuell hinkt der Wasserstoffantrieb gerade bei deutschen Herstellern noch stark hinterher. Der asiatische Markt ist hier bereits weiter. Insgesamt gesehen ist die Auswahl an Serienmodellen noch sehr übersichtlich. Allerdings ist Wasserstoff als Energiespeicher bereits im Campingbereich bekannt. Mithilfe einer Brennstoffzelle kann ein Wohnmobil unabhängig von Campingplätzen mit Strom versorgt werden. Die Anzahl an Wasserstofftankstellen in Deutschland ist vergleichsweise gering, aber stetig steigend. 

Entscheidungskriterien für Verbraucher

Bereits heute gibt es Argumente, die jeweils für eine der beiden alternativen Antriebsarten sprechen. Unabhängig von der weiteren Entwicklung der Automobilindustrie. 

Pro Wasserstoffantrieb

Wer regelmäßig lange Strecken zurücklegt und/oder auf ein stets einsatzbereites Fahrzeug angewiesen ist, fährt besser mit Wasserstoffantrieb. Besonders dann, wenn bereits eine Wasserstofftankstelle im Einzugsbereich liegt.

Pro Elektrofahrzeug

Für kurze Strecken und als Stadtauto bietet sich das Elektrofahrzeug an. Wer zudem die Ladezeiten in den Tagesablauf problemlos integrieren kann, profitiert von der besseren CO2-Bilanz eines Fahrzeugs mit kleiner Batterie. Für Verbraucher mit Ladestation am Haus bietet sich zusätzlich die Möglichkeit, den Strommix selbst zu beeinflussen. Wer hier auf die eigene Fotovoltaikanlage zurückgreifen kann, ist klar im Vorteil. Doch auch durch die Wahl entsprechender Tarife oder Anbieter, lässt sich der Anteil des grünen Stroms erhöhen. 

Fazit

Momentan ist die Zukunft der Brennstoffzellenfahrzeuge noch ungewiss. Der Markt ist vorhanden - ebenso wie die entsprechende Technologie. Will heißen: Diese Alternative muss von den Verantwortlichen in Politik und Industrie gewollt und entsprechend gefördert und vorangetrieben werden. Die Preise für Elektroautos sind bereits merklich gesunken. Die Anzahl der Ladestellen steigt. Der Wasserstoffantrieb könnte eine ähnliche Entwicklung nehmen.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEUHEITEN wurde von Redaktion am 11.05.2020 veröffentlicht.