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New Mobility: Elektrisch angetriebene Pick-ups - Teslas Cybertruck ist nicht allein
Tesla startet mit dem Cybertruck im Pick-up-Segment Foto: Tesla Motors
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Holger Holzer/SP-X - 4. Dezember 2019, 15:33 Uhr - 4x4 Allrad NEUHEITEN

New Mobility: Elektrisch angetriebene Pick-ups - Teslas Cybertruck ist nicht allein

Der Tesla Cybertruck ist nur der prominenteste unter den kommenden Elektro-Pick-ups. Große Hersteller und Start-ups haben das Segment längst für sich entdeckt und beginnen bereits mit dem Wettrennen um Marktanteile.

Der Pick-up ist und bleibt noch vor dem SUV der meistverkaufte Fahrzeugtyp in den USA. Längst kämpfen auch die E-Autohersteller um ein Stück vom Kuchen, den sich bislang vor allem die Platzhirsche Ford F-Series und Chevrolet Silverado untereinander aufgeteilt haben. Prominentester Vertreter der Pritschen-Stromer ist der futuristische Tesla Cybertruck - doch die Konkurrenz könnte die kalifornischen E-Pioniere diesmal überholen.

Bereits im kommenden Jahr will das Start-up Rivian mit einem E-Pick-up auf den Markt kommen. Der Allrader wirkt nur dezent futuristisch - vor allem, wenn man ihn direkt neben Teslas Stealth Fighter auf Rädern stellt. Protzen will der R1T stattdessen mit immenser Motorleistung: Die insgesamt vier E-Triebwerke kommen im Top-Modell gemeinsam auf 562 kW/764 PS und beschleunigen den tonnenschweren Rivian in knapp 3 Sekunden auf Tempo 100.

Hochleistungs-Pick-ups wie der Rivian - und auch der kaum schwächere und langsamere Tesla - machen mit diesen Werten nicht den typischen automobilen Arbeitstieren im Mittleren Westen Konkurrenz, sondern vielmehr Lifestyle-Mobilen wie der brachialen Raptor-Variante des Ford F-150. Eher ein Nische im drei Millionen Neuwagen großen US-Pick-up-Markt also - aber trotzdem zigtausend Fahrzeuge groß, schätzen Experten. Tesla will bereits rund 200.000 Reservierungen eingesammelt haben, obwohl der Produktionsstart für den Cybertruck noch gar nicht genannt wird und das Modell wohl nicht vor Ende 2021 auf die Straße rollt.

Zudem muss sich zeigen, ob der polarisierend gestylte Tesla auch jenseits der eingeschworenen Fan-Gemeinschaft überzeugen wird. Oder ob auch der E-Pick-up-Fahrer lieber ein No-Bullshit-Auto für den harten Alltag will. So eines wie den Workhorse W-15, einen hemdsärmeligen Pritschenwagen mit üppiger Ladefläche und Range-Extender statt teurem Riesen-Akku, der noch vor dem Cybertruck auf den Markt kommen könnte. Aber es geht sogar noch puristischer: Etwa beim Bollinger B2, einem aus rechten Winkeln und schmucklosen Blechplatten zusammenmontierten Arbeiter mit fünf Tonnen Nutzlast und riesiger Ladefläche. Avisierter Markstart: 2021.

Die Liste der angekündigten E-Pritschenwagen ließe sich noch weiterschreiben. Kandidaten, die laut ihren Herstellern in den kommenden Monaten oder Jahren auf den Markt kommen sollen heißen Atlis XT, Havelaar Bison, Hercules Alpha oder Neuron T.One. Fast monatlich gibt es weitere Ankündigungen. Kein Wunder, ist die Kombination von Pritsche und E-Motor doch naheliegend. Die bulligen Pick-ups haben jede Menge Platz für die großen Akkus, können im Arbeitseinsatz vom extremen Drehmoment des E-Motors besonders profitieren und haben dort auch Verwendung für den  Allradantrieb, der sich bei Stromern technisch besonders einfach darstellen lässt.

Die stärkste Konkurrenz für den Cybertruck und die Pritschenwagen der Start-ups kommt aber wohl von einem etablierten Autokonzern: Ford will seinen Dauerbestseller F-150 künftig auch in einer elektrifizierten Variante anbieten. Um die V8-gewohnte Kundschaft zu überzeugen hat der Konzern im Sommer bereits einen Prototypen vor einen zehn Waggons langen Zug gespannt und ihn diesen ziehen lassen. Die Anhängelast von 454 Tonnen soll nicht zuletzt Traditionalisten zum Umdenken bewegen. Wann das Serienmodell auf den Markt kommt, ist noch unklar. Optimistische Medienberichte sprechen von 2021. Wettbewerber General Motors will nahezu zeitgleich einen E-Pick-up auf den Markt bringen. Dass eines der elektrifizierten Nutzfahrzeuge auf den deutschen Markt kommt, ist unwahrscheinlich. Hierzulande fallen die Pritschenwagen eine Nummer kleiner aus, die großen US-Modelle gibt es nur über freie Importeure. Doch auch die sogenannten Midsize-Modelle werden vor allem in China bereits elektrifiziert, so dass auch in Deutschland künftig E-Pick-ups denkbar wären.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEUHEITEN wurde von Holger Holzer/SP-X am 04.12.2019, 15:33 Uhr veröffentlicht.