ALLRAD-NEWS

Redaktion - 28. Oktober 2019 - 4x4 Allrad RATGEBER

Deutschlands neue E-Mobilität: Fluch oder Segen?

Allein zum diesjährigen Oktoberfest wurden mehr als 200 Führerscheine in der bayerischen Landeshauptstadt eingezogen. Einige Münchener haben sich offenbar gedacht, dass sie noch mit dem E-Scooter nach Hause fahren können, wenn sie für das Autofahren bereits zu viel Alkohol getrunken haben.

Jedoch gelten selbstverständlich auch für Straßenverkehrsteilnehmer auf einem E-Roller die allgemeingültigen Gesetze der Straßenverkehrsordnung. Wer auf einem modernen und geräuschlosen E-Scooter auf der Straße fahren möchte, benötigt außerdem ein Kennzeichen mit der entsprechenden Versicherung dahinter. Damit ein E-Roller aber zugelassen werden kann, müssen verschiedene technische Voraussetzungen am Gerät erfüllt sein.

Beleuchtung, Bremsen und Höchstgeschwindigkeit

Leider gibt es im Fachhandel diverse E-Roller zu kaufen, welche nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind. Für diese E-Fahrzeuge kann also keine Versicherung abgeschlossen werden, das Befahren von Straßen ist demnach nicht erlaubt. Mit einem E-Roller darf übrigens nicht auf Gehwegen gefahren werden, lediglich auf Radwegen und auf der Straße ist der Betrieb genehmigt. Wie auch ein Fahrrad muss der Elektroroller vorne und hinten mit einer Lichtanlage versehen sein, wobei das Frontlicht weiß und das Rücklicht rot leuchten muss. Vorgeschrieben sind ferner zwei voneinander unabhängige Bremsen. E-Roller, welche nur über eine Bremse verfügen, dürfen nicht gemäß StVO am Straßenverkehr teilnehmen. Außerdem gilt eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h, da Elektroscooter ohne Führerschein und auch schon von Personen ab 14 Jahren gefahren werden dürfen.

Welche Bereifung ist die beste für den E-Roller mit Straßenzulassung?

Es gibt unterschiedliche E-Fahrzeuge, welche sich im Fahrkomfort sehr voneinander unterscheiden. Luftreifen bieten in der Regel einen höheren Fahrkomfort, da sie Stöße grundsätzlich besser abfedern können als Vollgummireifen. Auch die Reifengröße ist dafür verantwortlich, dass der E-Roller angenehm fährt. Für Kinder unter 14 Jahren gibt es mittlerweile E-Scooter, welche maximal 12 km/h fahren können. Diese dürfen nicht auf der Straße gefahren werden. Da auch diese Art von Elektrogefährt nicht auf dem Gehsteig fahren darf, bleibt die Nutzung beschränkt auf private Grundstücke, an denen nicht die StVO gilt. Die Räder der Kinder-Scooter sind ähnlich groß wie Rollen an Inlineskates, aufgrund der verminderten Geschwindigkeit kommt es jedoch nur zu geringen Einbußen im Fahrgefühl.

E-Scooter mit Straßenzulassung im Test: Bislang sind nur wenige Hersteller für den Straßenverkehr freigegeben

Sven Häwel, Marketing-Spezialist und Internetberater hat selbst einen modernen Scooter nach StVO getestet und ist von dem angenehmen Fahrgefühl begeistert! Sein Experten-Rat zum Thema E-Roller: „Käufer sollten auf die verwendete Akku-Technologie achten und prüfen, ob dieser zum Aufladen herausnehmbar ist.“ Ansonsten wird es nämlich nötig, die teilweise doch recht schweren E-Scooter komplett transportieren zu müssen, wenn der Akku leer ist. Eine spezielle Steckdose, wie zum Aufladen eines E-Autos, wird allerdings für E-Roller nicht benötigt – die Batterie lässt sich, je nach Hersteller, binnen weniger Stunden an jeder beliebigen Steckdose aufladen.

Im Moment ist es noch schwierig, einen E-Scooter mit Straßenzulassung zu finden. Die großen Elektromärkte bieten zwar diverse Modelle an, die meisten E-Roller haben jedoch derzeit noch keine Straßenzulassung. Eine bekannte Elektro-Großkette wird in Kürze einen umfangreichen Service zu Elektrofahrzeugen anbieten, sodass Käufer von E-Rollern direkt an der Kasse noch eine Versicherung abschließen und dann mit dem neuen E-Gefährt direkt nach Hause fahren können. Es gibt aktuell nur eine Handvoll Hersteller, welche alle Vorgaben für die Zulassung nach der StVO erhalten haben.

Reichweite und Akku: Wie weit fährt ein E-Roller?

Die meisten E-Roller wiegen zwischen 11 und 14 Kilo, Leih-Roller sind jedoch deutlich schwerer. Bei diesen Modellen geht es nicht um ein leichtes Gewicht, sodass sich der E-Scooter überall hin mitnehmen lässt. Vielmehr stellt das hohe Gewicht eine Art Diebstahlschutz dar, welche junge Leute davon abhält, den E-Scooter von der Straße zu tragen. Die Akkuleistung kann je nach Kaufpreis stark variieren, sodass Elektroroller im Schnitt zwischen 12 und 30 Kilometer weit fahren. Bei einem ständigen Fahren mit Höchstgeschwindigkeit kann die Reichweite jedoch etwas eingeschränkt werden. Steigungen von mehr als 20° können nicht alle Roller erklimmen, hier kommt es auf einen leistungsstarken Motor an. In keinem Fall darf aber die Höchstgeschwindigkeit überschritten werden, auch wenn der Motor leistungsfähig ist – ansonsten erhält der E-Roller keine StVO Zulassung.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Redaktion am 28.10.2019 veröffentlicht.