ALLRAD-NEWS

Ratgeber - 5. Juli 2021 - 4x4 Allrad RATGEBER

Herausfordernde Schwerlast- und Spezialtransporte optimal umsetzen

Wenn schwere Fracht und sonstige Güter transportiert werden müssen, stellen deren Ausmaße und Gewicht eine große Herausforderung dar. Um diese speziellen Transporte ohne Probleme durchzuführen, sind eine gewissenhafte Planung und die richtigen Fahrzeuge erforderlich.

Ansonsten stellen sich dabei schnell Hindernisse ein, die sich nicht mit einem herkömmlichen LKW bewältigen lassen. Sobald das Ladegut mehrere Tonnen wiegt und über ein großes Format verfügt, überschreitet es die gesetzlich zulässigen Vorschriften. In diesem Fall ist ein normaler Transport nicht mehr möglich. Diese Großraum- und Schwerlasttransporte unterliegen sehr streng Regelungen und bedürfen einer akkuraten Vorbereitung.

Gesetzliche Vorschriften im Bezug auf Schwerlasttransporte

In Deutschland darf ein LKW inklusive seiner Ladung die folgenden sowie gesetzlich festgelegten Ausmaße nicht überschreiten:

- Breite bis zu 2,55 m
- Höhe bis zu 4 m
- Länge bis zu 12 m

Des Weiteren darf ein Sattelzug nicht länger als 16,50 m und ein LKW-Zug nicht länger als 18,75 m sein. Beim Gewicht sind Werte von maximal 36 bis 40 Tonnen erlaubt. Sobald das Transportfahrzeug inklusive seiner Ladung die geltenden Richtwerte überschreitet, muss laut der Straßenverkehrsordnung sowie Straßenverkehrsnutzungsordnung eine spezielle Genehmigung eingeholt werden. Außerdem braucht das Transportunternehmen einen gesonderten Erlaubnisbescheid, der im Vorfeld zu beantragen ist.

Den passenden Spezialtransporter auswählen

Zu den besonders schweren Gütern gehören unter anderem Brückenträger und Generatoren, genauso wie Teile von Windkraftanlagen und Turbinen. Aber auch bei riesigen Baumaschinen ist ein Transport zu den verschiedenen Standorten von Bauprojekten notwendig. Dafür gibt es Spezialtransporter für jedes Gelände, welche einen sicheren Einsatz garantieren. Dazu zählt der Waggontransporter mit dem sich Schienenfahrzeuge abseits der Schienen von A nach B bringen lassen, wenn zum Beispiel eine Wartung oder ein Austausch von Triebwagen erforderlich sind. Mit dem Antennentransporter lassen sich schwere Radioteleskope sogar an entlegene Orte befördern. Des Weiteren ist der Raketentransporter für empfindliche Raketenstufen und anderen Bestandteile verantwortlich, die bei der Raumfahrt eingesetzt werden.

Antriebsarten und Zubehör für Spezialtransporter

Spezialtransporter stehen mit einem hydrostatischen Fahranatrieb oder einem Radnabenantrieb zur Auswahl. Zu den typischen Einsatzorten gehört schwer erreichbares Gelände, welches sich auf der ganzen Welt befinden kann. Häufig ist ein Einsatz On-site notwendig, weit weg von gut ausgebauten Straßen. Dazu gibt es als Zubehör gesonderte Auffahrhilfen und Rampen, um das Ladegut auf den Spezialtransporter zu befördern. Zu den Vorteilen gehört ein Gewinn an Produktivität, da sich damit die Transportzyklen optimieren lassen. Außerdem verbessert sich die Ausnutzung von Transportflächen sowie bei den Zeitabläufen im Bezug auf den Einsatz der Frachtgüter. Deswegen stellen Spezialtransporter ein perfektes Bindeglied beim Transport von schweren Lasten zu neuen Produktionsstätten dar, wenn sich Betriebe erweitern und vergrößern.

Schwertlasttransport akkurat planen

Neben dem passenden Spezialtransporter spielt auch die exakte Planung der Wegstrecke eine wichtige Rolle beim Schwerlasttransport. Dabei sind Hindernisse unbedingt zu vermeiden, um Probleme im Vorhinein zu verhindern. Unter Umständen sind für bestimmte Abschnitte gesonderte Genehmigungen notwendig, welche der Fahrer des Schwerlasttransports bei einer Kontrolle vorzeigen muss. Deswegen ist die Fahrtstrecke schon im Vorfeld festzulegen und detailliert zu überprüfen. Diesbezüglich ist eine schriftliche Dokumentation der Höhen bei der Durchfahrt von Ampelanlagen, Brücken und Oberleitungen mit Fotos zu belegen, genauso wie die Radien von schwierigen Kurven.

Weitere Besonderheiten bei Spezialtransporten

Im Extremfall ist das Abstellen von Stromleitungen und die Demontage von Verkehrsschildern erforderlich. Bei ausufernden Bäumen ist manchmal das Absägen von Ästen oder sogar das komplette Fällen nötig, um den Schwerlasttransport ungehindert umzusetzen. Dafür sind weitere Genehmigungen beim Ordnungsamt und anderen verantwortlichen Behörden einzuholen. Außerdem stellen Schwerlasttransporte eine starke Belastung für die örtliche Infrastruktur sowie den Straßenverkehr dar. Deswegen ist eine Durchführung nur zu verkehrsarmen Zeiten erlaubt. Dazu zählen die Zeiträume von Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr oder gegebenenfalls in der Nacht von 22 bis 6 Uhr am Morgen.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Ratgeber am 05.07.2021 veröffentlicht.