ALLRAD-NEWS

5Bei Kia gibt's was Feines auf die Ohren
mid Budapest - Soundcheck: Propeller versus JBL-System im Ceed GT. Solveig Grewe / mid
NEWS
Solveig Grewe - 5. Juli 2019, 17:30 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Bei Kia gibt's was Feines auf die Ohren

Der Lautsprecherhersteller JBL verwandelt jede Fahrt mit einem Kia Ceed-Modell in ein ganz persönliches Konzerterlebnis. Doch wie entsteht ein gleichermaßen kraftvoller wie perfekt abgestimmter Klang im Auto? Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat die Ohren gespitzt und genau zugehört.


Der Lautsprecherhersteller JBL verwandelt jede Fahrt mit einem Kia Ceed-Modell in ein ganz persönliches Konzerterlebnis. Doch wie entsteht ein gleichermaßen kraftvoller wie perfekt abgestimmter Klang im Auto? Wann und wie kommt der Sound überhaupt ins Auto?

Zum einen ist es die technische Hardware, die akustische Signale bis zu ihrer Sinneswahrnehmung zusammenfügt. Zum anderen ist es die handwerkliche Herausforderung jedes einzelnen Menschen dahinter und die Logistik in den Produktionsstätten. Ein Blick hinter die Kulissen einer klangvollen Kooperation.

Wie der Klang aus den Endrohren einer Sportlimousine spielt auch das Soundsystem fürs Innere in der Regel eine gewichtige Rolle. Im Wettstreit um Dezibels konkurrieren beim Kia Ceed GT und Proceed GT die Kraft von 150 kW/204 PS aus einem 1,6 Liter starken Turbobenziner mit den 320 Watt aus einer 8-Kanal-Anlage des Premium-Soundsystems von GBL. Im Sportmodus schnaubt es nach einem kräftigen Tritt auf das Gaspedal aus den beiden Endrohren des Ceed GT schon mal recht ordentlich. Eine Abgasanlage mit Klappensystem und der Soundgenerator im Innenraum trimmen die fünftürige Kompaktlimousine auf Sportlichkeit, ohne sie gleich krawallig wirken zu lassen. Da ist Musik drin!

Zum Start in Budapest erfüllt passend und stilvoll der "Ungarische Tanz Nr. 5" von Johannes Brahms den Innenraum des Ceed GT. Das Soundsystem besteht aus acht Hochleistungslautsprechern: einem Mitteltöner und zwei Hochtönern im Armaturenbrett, je einem Tieftöner in allen vier Türen sowie einem 4-Liter-Subwoofer mit Passivradiator in der rechten Seite des Kofferraums. Zusammen mit dem Verstärker unter dem Beifahrersitz kreieren sie eine 360 Grad Klangbühne. Anzahl und Größe der Lautsprecher sind bei den Ceed - Modellen identisch, allerdings überwiegen im Ceed und Ceed Sportswagon die leichteren Klänge über den gesamten Innenraum hinweg. Beim ProCeed liegt der Fokus auf stärkeren und wärmeren, auf den Fahrer ausgerichteten Bässen.

"Die Klangeinstellungen doch bitte so lassen, wie sie sind", unterbricht Andreas Fritsch, Acoustics System Engineer bei JBL am Standort Garching bei München den Versuch der Manipulationen im Audio-Menü des Ceed. "Also nicht den Bass auf Maximal drehen und den Equalizer bearbeiten!" Schließlich hat das Team um den ausgebildeten Audio Engineer viele Monate getüftelt, um die idealen Klangeinstellungen zu finden. Bereits zwei Jahre vor dem eigentlichen Produktionsstart eines neuen Modells beginnt die Zusammenarbeit zwischen dem Autohersteller und Harman Kardon auf der Suche nach der idealen Positionierung und Dimensionierung der Lautsprecher. Und weil die Entwicklung des Fahrzeugs mit tausenden von Detailveränderungen weiter läuft, muss auch das Soundsystem konstant angepasst und neu abgestimmt werden.

Alle JBL-Hochleistungslautsprecher für die Ceed-Modelle produziert Harman in seinem ungarischen Car-Audiowerk. 630 Beschäftigte bauen hier jährlich elf Millionen Lautsprecher zusammen - nicht nur für Kia. Die 2015 gegründete Fabrik 60 Kilometer südwestlich von Budapest ist eines von Global sieben Werken des US-amerikanischen Herstellers von Unterhaltungselektronik, der weltweit 30.000 Entwickler beschäftigt. Hinzu kommt nochmals das Potenzial der 75.000 Entwickler von Samsung, seit 2017 und der Übernahme die Muttergesellschaft von Harman, die ihrer Tochter aber ihre Eigenständigkeit lässt.

Wie der Kia Stinger profitieren auch die Ceed-Modelle von der eigens von Harman entwickelten Technologie Clari-Fi, mit der bei MP3 Files verloren gegangene Audio Details in Echtzeit rekonstruiert werden. "Allerdings lässt sich das System weder in der fünftürigen Sportlimousine noch in dem neuen Shooting Brake ausschalten," betont Andreas Fritsch. So erreichen die Zuhörer jetzt lupenreine Töne des Konzertmitschnitts aus dem Jahre 2008.

300 Kilometer geht es auf der Autobahn nach Norden in Richtung Slowakei. Akustisch eindrucksvoll untermalt von "Highway to Hell " von AC/DC mit voll aufgedrehten Bässen. Aber es geht nicht zur Hölle, sondern zum Kia-Werk in Zilina, in dem 3.800 Mitarbeiter jährlich bis zu 350.000 Autos produzieren. Neben der Ceed-Familie läuft dort der Sportage vom Band, alle auf ein und derselben Produktionslinie.

Mit dem neuen Crossover X Ceed wird die Familie weiter ausgebaut. Von den fast 500.000 Kia-Neuwagen, die 2018 in Europa verkauft wurden, stammte jeder zweite aus dem slowakischen Werk, in das auch zwei Motorenwerke integriert sind. Vom Pressen der Karosserie über die Montage bis hin zur Lackierung, alles wird vor Ort durchgeführt. Gearbeitet wird in drei Schichten. Alle Abteilungen überprüfen in regelmäßigen Meetings den Qualitätsstandard und es besteht die Verpflichtung, verwendete Teile bei jedem Produktionsschritt immer wieder zu prüfen und ständig weiterzuentwickeln.

Beim Rundgang durch das Werk fällt auf: Es herrscht Hightech-Labor-Atmosphäre. Keine Ölflecken, nichts liegt herum. Das gehört zum Qualitätsverständnis der Koreaner. Roboter, wie von Geisterhand betrieben, wirbeln funkensprühend komplexe Teile durch die Luft, die Menschen nie heben könnten. Das Zusammenfügen, Verschweißen und Transportieren der Karosserieteile übernimmt die Maschine für den Menschen.

Auf der Fertigungslinie findet in diesem Moment die Vereinigung von Motor und Karosserie statt, die Autobauer als "Hochzeit" bezeichnen. Die Antriebseinheit trifft auf den Punkt genau auf die dazugehörige Karosserie und wird verschraubt. Kurze Zeit später und ein paar Fertigungsreihen kommt dann der Klang in die Karosserie.

Das Cockpit wird integriert und damit ist der Klang im Auto. Das JBL Premium-Soundsystem mit Subwoofer und Zentrallautsprecher im Armaturenträger ist nur in der Ausstattungslinie Platinum serienmäßig verbaut, ab der vierten Ausstattungslinie ist es im Navigationspaket zum Preis von 890 Euro erhältlich. Der Ceed GT kostet damit dann ab 29.480 Euro.

Solveig Grewe / mid

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Solveig Grewe am 05.07.2019, 17:30 Uhr veröffentlicht.