Rudolf Huber - 10. März 2016, 13:20 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Elektroautos: Kaufprämie bringt nichts
Das Ergebnis ist eindeutig und wird die Auto-Industrie nicht freuen: Laut des Braunschweiger Wirtschaftswissenschaftlers Professor Thomas Spengler rechnet sich die aktuell diskutierte Kaufprämie für Elektroautos nicht. Die Kosten würden den Nutzen erheblich übersteigen. Sinnvoller ist nach Ansicht des Experten der Ausbau der Infrastruktur.
Das Team des niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik der Technischen Universität Braunschweig erwartet von einer Kaufprämie von 5.000 Euro für private und 3.000 Euro für gewerbliche Käufer bis zum Jahr 2020 lediglich etwa 23.000 zusätzliche und dann insgesamt 398.000 E-Fahrzeuge in Deutschland. Die Kosten würden bei rund 832 Millionen Euro liegen - unrentabel, so die Wissenschaftler. Und: "Unsere Simulationen zeigen, dass selbst bei einer Verdoppelung der Prämie das Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen bis zum Jahr 2020 nicht erreicht werden wird", so Professor Spengler.
Er plädiert für Investitionen in die Lade-Infrastruktur und in die Weiterentwicklung der Batterie-Technologie zur Verbesserung der Reichweite und Senkung der Produktionskosten. Diese Maßnahmen würden im Gegensatz zur Kaufprämie auch über das Jahr 2020 hinaus wirken und die notwendigen Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg der Elektromobilität schaffen. Kurzfristig könne die Nachfrage nach E-Mobilen weiteren Schwung bekommen, wenn auch in der öffentlichen Beschaffung verstärkt auf Elektrofahrzeuge gesetzt werde.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Rudolf Huber am 10.03.2016, 13:20 Uhr veröffentlicht.
