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Rudolf Huber - 23. Dezember 2015, 13:02 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER

Die Zukunft fährt elektrisch

Wie wird sich die nach wie vor alternative Mobilität in den nächsten Jahren entwickeln? Was wird aus dem ambitionierten Elektrifizierungs-Programm der Bundesregierung? Das sind Fragen, denen die Analysten der JATO Dynamics GmbH aus Limburg in ihrer jüngsten Zukunftsstudie nachgegangen sind. Sie geben Antworten, die der deutschen Industrie nicht alle gefallen dürften.


Wie wird sich die nach wie vor alternative Mobilität in den nächsten Jahren entwickeln? Was wird aus dem ambitionierten Elektrifizierungs-Programm der Bundesregierung? Das sind Fragen, denen die Analysten der JATO Dynamics GmbH aus Limburg in ihrer jüngsten Zukunftsstudie nachgegangen sind. Sie geben Antworten, die der deutschen Industrie nicht alle gefallen dürften.

Der Abgasskandal des VW-Konzerns hat in wieder Bewegung in die Diskussion um saubere und zukunftssicherere Antriebe gebracht. Er wird die weitere Verbreitung von alternativen Antriebsarten - vorrangig Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge - beflügeln. Davon sind die Experten überzeugt. Der Pkw-Markt in Deutschland stehe in den nächsten fünf Jahren vor einem großen Umbruch. Gefragt sind tragfähige Konzepte, die auch schon mittelfristig umgesetzt und realisiert werden könnten.

"Die Elektromobilität in Deutschland steckt im Vergleich mit anderen Ländern noch immer in den Anfängen", heißt es in der aktuellen JATO-Studie. 2015 würden zwar erstmals mehr als 10.000 Elektrofahrzeuge verkauft werden. Ihr Marktanteil liegt damit aber immer noch bei mickrigen 1,1 Prozent. In Ländern mit staatlichen Förderprogrammen wie Norwegen sind es über 30 Prozent und in den Niederlanden knapp sechs Prozent. Weltweit wird für 2015 ein Verkaufsvolumen von gerade einmal rund 440.000 Elektrofahrzeugen erwartet.

Doch die Zukunft fährt elektrisch, das zeigen die Prognosen: Bis 2020 erwarten die Analysten ein massives Wachstum auf zehn Millionen Elektrofahrzeuge weltweit. Die geringe Kaufbereitschaft, die bisher das Ziel der Bundesregierung von einer Million E-Mobile auf Deutschlands Straßen bis zum Jahr 2020 als wenig realistisch erscheinen ließ, dürfte auch wegen der Debatte um Diesel, Volkswagen und Schadstoffemissionen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.

Doch angesichts des Rückstands der deutschen Auto-Industrie bei der Batterie-Technologie droht Deutschland bei diesem Thema abhängig von asiatischen Zellherstellern zu werden. "Die größten Produzenten von Batteriezellen stammen aus Fernost", so die JATO-Studie. Firmen wie Samsung, LG oder Panasonic nutzen ihre Größe, weil sie auch die Energiespeicher für Smartphones, Laptops und Tablets produzieren. Der E-Auto-Pionier Tesla baut in den USA mit Panasonic die bislang größte Zellfertigung der Welt auf, die 2017 starten soll.

Die Analysten warnen: "Es besteht die Gefahr, dass nicht Deutschland der Leitmarkt für Elektromobilität sein wird, sondern möglicherweise China." Nicht zuletzt deshalb werde vermehrt gefordert, Kaufanreize für Elektroautos in Deutschland zu schaffen.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Rudolf Huber am 23.12.2015, 13:02 Uhr veröffentlicht.