Lars Döhmann - 29. Oktober 2015, 16:09 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER
Winterreifen: Viel hilft viel
Mit dem Schmuddelwetter steigt die Angst der Autofahrer vor einer ungewollten Rutschpartie. Dagegen hilft der rechtzeitige Wechsel auf nicht zu schmale Winterreifen. Was es sonst noch zu beachten gibt, erklären die Experten von Continental.
So kann auch Laub auf der Straße ähnlich glatt wirken wie Schnee. Gefährdend ist unter Umständen auch die sogenannte "Bauernglätte": Wenn die Straße nach Ernte-Einsätzen durch Verunreinigungen an Griffigkeit eingebüßt hat. Weniger Gas kann hier für mehr Sicherheit sorgen. Mit guten Reifen hinsichtlich Produktqualität und ausreichender Profilierung ist schon wirkungsvolle Vorsorge getroffen. Trotzdem kann es zu Überraschungen kommen. So sorgt nicht selten die tief stehende Sonne für eingeschränkte, schlechte Sichtverhältnisse. Neben gut geputzten Scheiben, einem mit Scheibenklar aufgefüllten Scheibenwischwasser-Behälter und vorsichtiger Fahrweise sind Autofahrer gut gerüstet. Bei Nebel bleibt der Durchblick dennoch eingeschränkt. Hier hilft nur: Fuß vom Gas und Licht an.
Neben dem Sehen ist auch das Gesehenwerden wichtig. Riskant für Autofahrer sind da vor allem die morgendlichen und abendlichen Dämmerungsstunden, in denen es in der Brunftzeit zu verstärktem Wildwechsel kommt. Wer mit Tempo 100 km/h eine Wildsau erwischt, wird den Einschlag mit der Wucht von Tausenden von Kilos spüren. Nicht nur im Herbst sollte höchste Konzentration am Steuer verpflichtend sein, damit schnell reagiert eine möglichst effektive Verzögerung des Wagens eingeleitet werden kann.
Für kurze Bremswege wiederum muss es an der Schnittstelle Reifen und Fahrbahn optimal funktionieren: Reifen mit kurzen Bremswegen auf trockenen und nassen, auf verschneiten und kalten Fahrbahnen hat Continental im Programm, wie einschlägige Tests in Fachmagazinen immer wieder belegt haben. Spätestens ab Oktober sollten es Winterreifen sein, die mit ihren feinen Profileinschnitten, den Lamellen, viele Griffkanten bilden. Voraussetzung ist jedoch auch hier eine ausreichende Profiltiefe von mindestens vier Millimetern, sonst reicht die Profilverformung nicht aus, besten Grip zu erzeugen.
Bei der Umrüstung von den Sommerreifen sollten Autofahrer übrigens nicht zu wesentlich kleineren Formaten greifen. Bei der Winterbereifung gilt: Viel hilft viel. Die Reifenexperten in Hannover wissen, dass Breitreifen im Winter Vorteile zeigen gegenüber schmaler Mindestbereifung. Technisch betrachtet liegt das unter anderem daran, dass die Entwickler auf der größeren Bodenaufstandsfläche einfach mehr sogenannte "Sinuslamellen" platzieren können. Es stehen also mehr Griffkanten zur Verfügung, und damit wird auch auf Schnee und Nässe die Haftung verbessert. Zudem können die Profilblöcke größer ausgelegt werden, was kürzere Bremswege zur Folge hat. Und je breiter der Reifen, desto besser können Lenkimpulse auf die Fahrbahn übertragen werden. So gelten heute für Breitreifen auch im Winter die gleichen Vorteile wie im Sommer.
Lars Döhmann
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