Ralf Loweg - 29. Oktober 2015, 13:05 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
VW-Chef: Fünf Punkte gegen die Krise
Der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller hält das Steuer fest in der Hand: Mit einem Fünf-Punkte-Plan will er Europas größten Autobauer nach dem Abgas-Skandal wieder in die Spur bringen. Im kommenden Jahr will er Eckpfeiler einer ''Strategie 2025'' vorstellen.
Matthias Müller ist zuversichtlich, dass Volkswagen auch in Zukunft zu den besten Automobilherstellern der Welt gehören wird: "Volkswagen wird aus der aktuellen Situation stärker als zuvor hervorgehen." Er kündigte an, im kommenden Jahr Eckpfeiler einer "Strategie 2025" vorzustellen.
Der Vorstandsvorsitzende erklärte die Hilfe für Kunden, die von der Dieselthematik betroffen sind, zu seiner wichtigsten Priorität. "Unsere Kunden sind das Herz von allem, was unsere 600.000 Mitarbeiter in der ganzen Welt leisten", sagte er. Volkswagen arbeite intensiv an effektiven technischen Lösungen. Die Umsetzung beginne in Abstimmung mit dem Kraftfahrt-Bundesamt im Januar 2016.
Die zweite Priorität seien Fortführung und Abschluss der Aufklärung der Ereignisse in aller Konsequenz. "Wir müssen die Wahrheit herausfinden und daraus lernen", erklärte Müller. Volkswagen sei dabei sehr sorgfältig in der Analyse. Darum sei zusätzlich zu den schon bekannten Schritten die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zur Unterstützung engagiert worden. Die Verantwortlichen für die Vorgänge müssen laut Müller mit harten Folgen rechnen.
Der dritte Punkt ist die Einführung neuer Strukturen im Volkswagen Konzern. "Der Kernpunkt ist: Unser Konzern wird künftig dezentraler geführt", sagte Müller. Marken und Regionen bekämen mehr Eigenständigkeit. Der Vorstand werde sich unter anderem um markenübergreifende Strategien kümmern, um das Heben von Synergien und um den effektiven Einsatz der Ressourcen der Gruppe. "Wir werden uns das aktuelle Portfolio von mehr als 300 Modellen genau ansehen und den Ergebnisbeitrag jedes einzelnen Modells genau untersuchen."
Punkt vier ist laut Müller die Neuausrichtung der Kultur und des Führungsverhaltens. Es seien Veränderungen notwendig bei der Art der Kommunikation und des Umgangs mit Fehlern: "Wir brauchen eine Kultur der Offenheit und der Kooperation." Müller forderte im kollegialen Umgang miteinander zudem mehr Mut, mehr Kreativität und mehr Unternehmertum.
Als fünfte Priorität kündigte der VW-Chef eine Weiterentwicklung der Strategie 2018 hin zu einer Strategie 2025 an. "Viele außerhalb von Volkswagen, aber zum Teil auch bei uns, haben nicht richtig verstanden, dass es bei der Strategie 2018 um viel mehr geht als um Stückzahlen." Dem "Höher, Schneller, Weiter" sei vieles untergeordnet worden, vor allem die Umsatzrendite. Es gehe aber nicht darum, 100.000 Fahrzeuge mehr oder weniger als ein großer Wettbewerber zu verkaufen. Es gehe vielmehr um qualitatives Wachstum.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Ralf Loweg am 29.10.2015, 13:05 Uhr veröffentlicht.
