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Ole Dietkirchen/SP-X - 15. Oktober 2015, 15:11 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER

Leser fragen - Experten antworten? - Für wen eignet sich ein Elektroauto?

Umweltschutz oder Technik-Faszination - es gibt die verschiedensten Gründe, warum immer mehr Autofahrer über den Kauf eines E-Autos nachdenken. Nicht wenige haben aber auch Bedenken.

Frage: Ich denke darüber nach, mir ein Elektroauto zu kaufen. Aber ich habe Sorge, dass es mich in meiner Mobilität zu sehr einschränkt. Für wen eignet sich ein solches Fahrzeug?

Antwort von Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeug-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS: Ganz unbegründet ist Ihre Sorge nicht. Die Reichweite ist stark abhängig von der Fahrweise, im Schnitt sind es in der Theorie um die 150 bis 200 Kilometer bis der Wagen an die Steckdose muss.
Das mag zunächst wenig klingen, doch die meisten Menschen fahren täglich gar nicht so weite Strecken. Wer beispielsweise 50 Kilometer zur Arbeit und zurück pendelt, kommt also locker mit dieser Reichweite aus, selbst wenn er spontan zwischendurch einkaufen fährt.

Bevor man sich ein Elektroauto anschafft, sollte man sich Gedanken über die Lademöglichkeiten machen. Besonders komfortabel geht es in der eigenen Garage, dort kann das Auto zum Beispiel über Nacht aufladen. Dann macht es auch nichts, dass das Vollladen an einer Haushaltssteckdose mehrere Stunden dauern kann. Wer keine Garage hat, aber zentral wohnt, hat möglicherweise eine Ladestation, zum Beispiel vom örtlichen Energieversorger in der Nähe.

An öffentlichen Schnellladestationen dauert das Auffüllen für manche Modelle nur 30 Minuten. Auch einige Arbeitgeber bieten für ihre Mitarbeiter bereits Stromtankstellen auf dem Gelände an, dort kann der Wagen während der Arbeitszeit laden. Da die Infrastruktur an Ladestationen noch ausgebaut wird, eignen sich Elektroautos vor allem für kurze und mittellange Strecken. Derzeit wird das Netz an den Autobahnen ausgebaut, bis 2018 soll es alle 30 km eine Ladesäule geben.

Mittlerweile dürfte sich auch herumgesprochen haben, dass E-Autos keineswegs lahm sind. Auf der Autobahn reicht die Leistung zum ordentlichen Mitschwimmen, an der Ampel hängt ein E-Mobil viele Verbrenner sogar ab, da das volle Drehmoment vom Start weg zur Verfügung steht.

Ob sich eine Anschaffung auch finanziell lohnt, kann man nicht pauschal sagen. Auch vor dem Hintergrund steigender Benzinpreise benötigt ein E-Mobil viele Kilometer, um sich zu amortisieren. Denn vor allem aufgrund ihres teuren Akkus und dessen begrenzter Lebensdauer sind Elektroautos heute noch kostspieliger in der Anschaffung als Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Dafür sind bis 2015 neu zugelassene Elektroautos noch zehn Jahre steuerfrei, zwischen 2016 und 2020 zugelassene E-Mobile fünf Jahre. Nachgedacht wird von der Politik inzwischen auch über Vergünstigungen für elektrisch betriebene Fahrzeuge. So sollen sie die Busspur und kostenlose Parkplätze nutzen können. In anderen europäischen Ländern, etwa in Holland, ist dies inzwischen Standard.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Ole Dietkirchen/SP-X am 15.10.2015, 15:11 Uhr veröffentlicht.