Ralf Loweg (vm) - 22. September 2015, 13:05 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Abgas-Affäre: Auch andere Autohersteller im Visier
Die Abgas-Affäre um den Volkswagen zieht immer weitere Kreise: Nachdem bei mindestens 482.000 Diesel-Fahrzeugen in den USA eine Manipulation des vorgeschriebenen Abgastests festgestellt worden ist, soll jetzt sogar das US-Justizministerium gegen VW Ermittlungen einleiten. Der Vorwurf: ''kriminelle Machenschaften''.
Auch in Deutschland bläst VW der Wind nun ins Gesicht. So hat Verkehrsminister Alexander Dobdrindt das Kaftfahrtbundesamt (KBA) angewiesen, die deutschen Diesel-Modelle von VW zu untersuchen. Dabei habe ihm VW-Chef Martin Winterkorn volle Unterstützung zugesichert, heißt es. Laut VW beeinflusst die beanstandete Software weder Fahrverhalten, Verbrauch noch Emissionen der Autos.
Die bisherigen internen Prüfungen haben ergeben, dass die betreffende Steuerungs-Software auch in anderen Diesel-Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns vorhanden ist. "Auffällig" sind demnach Fahrzeuge mit Motoren vom Typ EA 189. Dabei handelt es sich nach VW-Angaben um weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge. Ausschließlich bei diesem Motortyp wurde eine "auffällige" Abweichung zwischen Prüfstandswerten und realem Fahrbetrieb festgestellt. "Volkswagen arbeitet mit Hochdruck daran, diese Abweichungen mit technischen Maßnahmen zu beseitigen", teilte der Konzern in einer Stellungnahme mit. Doch der Imageschaden ist schon jetzt riesengroß, und die Folgen sind noch nicht absehbar.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt bereits jetzt vor massiven Auswirkungen des Skandals auf die deutsche Wirtschaft. "Damit werden auch Jobs bei VW und vielen Autozulieferern in Deutschland gefährdet sein", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der "Bild-Zeitung". Der Auto Club Europa (ACE) rechnet damit, dass auch in Deutschland Manipulationen bei der Abgasmessung der Diesel-Fahrzeuge entdeckt werden. "Das ist systematische Verbrauchertäuschung, die weit verbreitet ist und schon lange praktiziert wird", sagte ACE-Sprecher Klaus-Michael Schaal.
Wie sieht es mit personellen Konsequenzen bei VW aus? Wenn klar sei, welche Personen verantwortlich seien, könne man auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen, sagte Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies: "Wir werden jetzt, glaube ich, in den nächsten Tagen und Wochen die Details erfahren: Wer, wann, wo welche Entscheidungen getroffen hat, wer dafür verantwortlich ist." Der Krimi in Wolfsburg geht weiter, ein Happy End ist derzeit jedoch kaum vorstellbar.
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