Adele Moser/SP-X - 16. Juli 2015, 13:45 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER
Leser fragen - Experten antworten - Wenn Marder das E-Auto lahmlegen
Macht es sich ein Marder im Motorraum gemütlich, kann das für den Autobesitzer teuer werden. Doch wie sieht es bei Elektroautos aus, durch deren Kabel keine 12 Volt wie in einem herkömmlichen Benziner oder Diesel, sondern bis zu 400 Volt fließen?
Antwort von Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeug-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS: Die kleinen Tierchen können sich leider auch in Elektroautos verirren. Obwohl bei Stromern beispielsweise aufwändige Ölarbeiten, der Ersatz von Auspuffanlagen oder andere Wartungsarbeiten nicht nötig sind, haben diese Fahrzeuge selbstverständlich auch Kabel. Und durch diese fließt die Energie teilweise mit viel höherer Spannung. Mit einem Wort: Starkstrom.
Die Hochvoltkabel sind im Normalfall so gut geschützt und abgekapselt, dass ein Marder schwerlich Schaden anrichten kann. Hat der Marder es dann doch geschafft an den Hochvoltkabeln zu knabbern, wird das für den Besitzer allerdings eine teure Angelegenheit. Denn wo beim Verbrenner der Austausch eines 12-Volt-Kabels einfach zu bewerkstelligen ist, muss das Hochvoltkabel bei E-Autos aus Sicherheitsgründen komplett ausgetauscht werden. Dazu kommt noch, dass nur speziell ausgebildete Fachleute an solchen 400-Volt-Systemen arbeiten dürfen. Eine x-beliebige Werkstatt kann demnach nicht aushelfen.
Doch zur Beruhigung: Gefährlich ist der Schaden durch die scharfen Zähnchen des Nagers weder für Mensch noch für das Tier selbst. Im Fall eines Kurzschlusses werden die Kabel von der Stromversorgung getrennt, einen tödlichen Stromschlag gibt es nicht. Außerdem halten sich Marder bei Stromern wohl bislang zurück. Vermutlich gefällt es ihnen im wärmeren Motorraum eines Benziner oder Diesels besser oder es gibt noch viel zu wenige E-Autos, um Schäden statistisch relevant werden zu lassen.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Adele Moser/SP-X am 16.07.2015, 13:45 Uhr veröffentlicht.
