Hanne Lübbehüsen/SP-X - 22. Juni 2015, 16:04 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER
Ratgeber: So bremst man richtig - Nicht zu lange auf dem Pedal stehen bleiben
Die Bremsen rubbeln oder quietschen? Das könnte auf selbstgemachte Probleme hindeuten, die zudem ziemlich teuer werden können.
So sollte man nach einer scharfen, intensiven Bremsung im Stillstand nicht auf dem Bremspedal stehen bleiben, sondern die Bremse lösen und gegebenenfalls die Handbremse anziehen, empfiehlt der Automobilclub von Deutschland (AvD). Beispielsweise nach einer Gefahrenbremsung am Stauende, nach einer steilen Abfahrt im Gebirge, aber auch nach der Abfahrt von der Autobahn mit anschließendem Ampelhalt. Durch eine starke Bremsung erhitzen sich die Beläge auf bis zu 700 Grad. Bleibt die Bremse im Stillstand getreten, bleiben die Beläge an den Bremsscheiben angelegt. Die Scheiben kühlen so im Bereich der Klötze viel langsamer ab, als am übrigen Scheibenumfang - dadurch kann die Bremsscheibe wellig werden. Dies führt zu einem fühlbaren Rubbeln im Pedal, das nur durch den teuren Austausch der Bremsscheiben behoben werden kann.
Besonders betroffen sind Fahrer von Automatik-Autos: Denn ist die Fahrstufe D eingelegt, fährt der Wagen ja automatisch los, wenn man nicht das Bremspedal tritt. Diesen Fahrern empfiehlt der AvD, nach jeder stärkeren Bremsung beim anschließenden Stillstand den Wählhebel auf N zu stellen und gegebenenfalls die Handbremse anzuziehen, weil sie meist nicht über die gleichen Bremsklötze wirkt. Auch in anderen Situationen sollte der Fahrer nie mit dem Fuß auf der Bremse warten.
Ebenfalls schädlich für die Bremsanlage ist es, den Fuß ständig ,,bremsbereit" auf dem Pedal zu halten. Das ist typisch für unsichere Automatik-Fahrer, die das Bremspedal fälschlicherweise mit dem linken Fuß bedienen. Dabei liegen oft unbemerkt die Bremsbeläge an den Scheiben an, was zu größerem Verschleiß und erhöhten Temperaturen führt. Bei Automatik-Wagen gehört der linke Fuß auf die Stellfläche, Gas und Bremse werden - wie bei einem handgeschalteten Fahrzeug - ausschließlich mit dem rechten Fuß bedient.
Es gibt aber auch Fälle, in denen eine Schonung der Bremse nur einen vermeintlichen Vorteil bringt: Wer beim Verzögern exzessiv runterschaltet und dabei ohne Zwischengas einkuppelt, nutzt die Kupplung als Bremse. Sie ist aber in der Reparatur um ein Vielfaches teurer, was die Neubelegung einer Bremse kostet, warnt der AvD. Materialschonender ist es, den Gang rauszunehmen und dann zu bremsen. Allerdings wird dann die spritsparende Schubabschaltung nicht genutzt.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Hanne Lübbehüsen/SP-X am 22.06.2015, 16:04 Uhr veröffentlicht.
