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Dirk Schwarz/SP-X - 2. April 2015, 13:30 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER

Leser fragen - Experten antworten - Schaden niedrige Drehzahlen dem Motor?

Untertouriges Fahren führt zu unangenehmem und schädlichem Motor-Stottern. Moderne Autos vertragen aber überraschend geringe Drehzahlen. Mehr noch: Sie wollen sie sogar.

Frage: Ich habe gelernt, dass untertouriges Fahren dem Motor schadet. Gleichzeitig hört man aber immer wieder, so ließe sich Sprit sparen. Was stimmt denn nun?

Antwort von Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: Das sogenannte untertourige Fahren ist tatsächlich schlecht für das Auto. Bei extrem niedrigen Drehzahlen kurz vor dem Abwürgen ruckelt oder stottert der Motor spürbar - oder präziser die Kurbelwelle. Und zwar umso stärker je langsamer sie sich bewegt. Die Vibrationen setzen sich im ganzen Motorraum fort und erhöhen der Verschleiß. Normalerweise fährt jedoch niemand so, schon allein weil es sich unangenehm anfühlt.

Empfehlenswert ist jedoch das sogenannte niedertourige Fahren mit Drehzahlen um die 2.000 Umdrehungen. Das bedeutet, dass man immer den höchstmöglichen Gang wählen sollte, bei dem der Motor noch rund läuft. Das kann selbst in der Stadt durchaus der fünfte sein. Vor allem Diesel und Benziner mit Turboaufladung absolvieren diese niedertourige Fahrweise problemlos, weil sie schon im Drehzahlkeller viel Kraft zur Verfügung stellen. Moderne Exemplare lassen sich auch mit 1.200 oder noch weniger Umdrehungen fahren. Häufig sorgen Ausgleichswellen oder Fliehkraftpendel dafür, dass es nicht zu störenden und verschleißfördernden Vibrationen kommt. Dieses sehr drehzahlarme Fahren dürfte bei Neuwagen in Zukunft sogar obligatorisch werden. Experten sprechen hier vom sogenannten ,,Downspeeding", das beim Erreichen der künftigen strengeren Emissionsnormen helfen soll.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Dirk Schwarz/SP-X am 02.04.2015, 13:30 Uhr veröffentlicht.