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Hanne Lübbehüsen/SP-X - 13. Februar 2015, 12:24 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

An einer Oldtimer-Rallye teilnehmen - Für Menschen mit Benzin im Blut

Eine echte Oldtimer-Rallye ist keine sonntägliche Ausfahrt - sie macht viel mehr Spaß! Antworten auf fünf Fragen zum Thema.

Ein mindestens 20 Jahre altes Auto, zwei Stoppuhren, Spaß am Fahren und an Benzingesprächen mit Gleichgesinnten - mehr braucht es eigentlich nicht, um an einer Old- oder Youngtimer-Rallye teilzunehmen. Die ersten Anmeldefristen für Ausfahrten in diesem (Früh-) Sommer laufen in den kommenden Wochen ab. Wer mit dem Gedanken spielt, in diesem Jahr zum ersten Mal mitzufahren, findet hier Antworten auf fünf wichtige Fragen zum Thema.

Welche Rallye soll ich fahren? Dutzende Oldtimer-Rallyes finden jährlich in Deutschland und seinen Nachbarländern statt, jede hat ihren eigenen Charakter. Man fährt auf geschwungenen Passstraßen, idyllischen Alleen, einsamen Landstraßen, durch romantische Dörfer und malerische Landschaft - kurzum: auf schönen Strecken. Je nach Rallye zum Beispiel in Voralberg/Tirol (Silvretta Classic), im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz (Bodensee-Klassik), quer durch Italien (Mille Miglia), von Berlin nach Hamburg (diesjährige Hamburg-Berlin-Klassik), oder, oder, oder. Regionale Oldtimerclubs kennen erst recht die schönsten Strecken ihrer Heimat. Einige Ausfahrten sind ambitionierter, andere touristischer, wieder andere konterkarieren das klassische Rallye-Reglement, wie die Creme-21-Rallye. Bei der Auswahl hilft nur eine intensive Recherche im Internet oder in Oldtimer-Zeitschriften.

Darf mein Auto teilnehmen? Das erfahren Sie in der Ausschreibung, zum Beispiel auf der Homepage des Veranstalters. Bei einer Schnauferl-Rallye liegt der Schwerpunkt auf Vorkriegsfahrzeugen, bei einer Youngtimer-Rallye auf Fahrzeugen etwa zwischen 1975 und 1995, Oldtimer-Rallyes liegen oft irgendwo dazwischen, wobei es für das Alter nach oben meist keine Beschränkung gibt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wer mitmachen darf entscheidet der Veranstalter - im Zweifel hat man bei früher Nennung in einem seltenen Auto die besseren Karten.

Muss ich schnell fahren, um zu gewinnen? Nein. Die Oldtimer-Rallyes, die auf öffentlichen Straßenausgetragen werden, sind Gleichmäßigkeitsrennen. Es gewinnt nicht der Schnellste, sondern der mit den wenigsten Strafpunkten. Um möglichst wenige zu sammeln, muss man die Prüfungen präzise absolvieren, sich an gewisse Zeiten halten und sich selten verfahren. Die Vorgaben finden sich meist im Roadbook, sie lauten (vereinfacht) zum Beispiel: 100 Meter in 10 Sekunden zurücklegen. Dann rechnen Sie vorher aus, mit welcher Durchschnittsgeschwindigkeit Sie fahren müssen, in diesem Fall also 36 km/h. Der Beifahrer startet die Stoppuhr bei der Einfahrt in die Prüfung und zählt die letzten Sekunden laut runter, bei ,,Null" fährt der Fahrer über den Messschlauch oder die Lichtschranke - so zumindest die Theorie.

Was kostet es? Tages-Rallyes von kleinen, regionalen Clubs kosten oftmals unter 100 Euro, inklusive Verpflegung. Bei größeren Veranstaltungen über mehrere Tage kann man mit Preisen zwischen mehreren hundert Euro und wenigen Tausend Euro pro Auto mit Fahrer und Beifahrer rechnen, mal mit mal ohne Hotel. Die Konditionen kann man in der Ausschreibung nachlesen.

Wie bereite ich mich vor? Der Tageskilometerzähler (wichtig für die Navigation mit dem Roadbook) sollte in Ordnung sein, wer ambitionierter ist, installiert im Auto gleich einen Wegstreckenzähler (,,Tripmaster"), den man auf Knopfdruck nullen kann. Für die Wertungsprüfungen sollten zwei Stoppuhren an Bord sein, da manchmal zwei Prüfungen ineinander verschachtelt sind. Übung macht den Meister - wer seinen Lerneffekt beschleunigen will, kann ein Rallye-Training absolvieren, das es von verschiedenen Anbietern gibt. Manche Rallyes bieten auch eine Kurzschulung vor dem Start an. Erfahrungsberichte in Oldtimer-Magazinen zu lesen, kann sicherlich nicht schaden - sie stimmen vor allem auf das richtige Rallye-Gefühl ein.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Hanne Lübbehüsen/SP-X am 13.02.2015, 12:24 Uhr veröffentlicht.