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Hanne Lübbehüsen/SP-X - 12. Februar 2015, 16:25 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Elektroauto-Batterien von morgen - Mit Spannung erwartet

Halb so teuer und doppelt so leistungsfähig, das ist die Batterie der Zukunft. Die liegt beim Zulieferer Bosch schon sehr nah.

Rund 133.700 Elektroautos und Hybride sind derzeit auf deutschen Straßen unterwegs. Bei insgesamt rund 44 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw eine verschwindend geringe Zahl, von einer Million Elektroautos, die die Bundesregierung bis 2020 als Ziel gesetzt hat, noch weit entfernt. Fragt man diejenigen, die heute schon an der Technik für übermorgen arbeiten, könnte aber doch alles ziemlich schnell gehen.

Ein Kernelement und Preistreiber im Elektroauto ist die Batterie, 80 Prozent der Zusatzkosten gehen auf ihr Konto. Autozulieferer Bosch will bis in fünf Jahren doppelt so leistungsfähige Hochvoltspeicher anbieten, die aber nur noch halb so viel kosten wie heute, kündigt Bereichsvorstand Joachim Fetzer an. 2025 soll der Akku dann nur noch ein Drittel so viel kosten wie heute.

Das dürfte die Verkäufe befeuern. Eine zu geringen elektrische Reichweite und ein zu hoher Preis werden heute meist als Argument gegen die Anschaffung eines E-Autos genannt, auch die Hybride sind meist noch teurer als vergleichbare Autos mit Verbrennungsmotor.

Beispiel elektrischer Golf: Mit seiner 24,2-KWh-Batterie kommt er theoretisch 190 Kilometer weit, in der Praxis gibt VW 130 bis 190 Kilometer an. In wenigen Jahren wären also mehr als 300 Kilometer am Stück ohne Nachladen möglich, ein Wert der deutlich über der üblichen Pendlerstrecke liegt und das E-Auto auch für Menschen mit ,,Reichweiten-Angst" interessant machen dürfte.  

Einen großen Sprung wird es in den nächsten Jahren bei der Batterie-Entwicklung allerdings nicht geben, vielmehr werde sich die Technik Stück für Stück verbessern, heißt es bei Bosch. Die heute genutzte Lithium-Ionen-Technologie hat noch Potenzial: Von einer heutigen Energiedichte von etwa 115 Wattstunden pro Kilogramm kommend sind bis zu 280 Wh/kg möglich. Die Kraftreserve steckt im Detail: Zum Beispiel indem die Spannung innerhalb der Zellen in dem Akku auf 4,5 bis fünf Volt erhöht wird. Auch eine veränderte Zellchemie mit unterschiedlichen Materialien für Anode und Kathode beeinflusst die Batterieleistung. Darüber hinaus kann auch ein ausgeklügeltes Batteriemanagementsystem, das den Energiefluss in den Zellen regelt, die Reichweite des Autos noch einmal um bis zu zehn Prozent erhöhen.

Mit der Lithium-Schwefel-Technologie steht die nächste Entwicklungsstufe des Akkus  zumindest schon in den Startlöchern, wenn sie auch wohl noch mindestens eine Dekade entfernt ist. Noch Jahrzehnte in der Zukunft scheint die Lithium-Sauerstoff-Technologie.

Bei Bosch ist man überzeugt, dass in zehn Jahren 15 Prozent aller Neufahrzeuge weltweit mindestens einen Hybrid-Antrieb haben. In Europa sollen dann sogar mehr als ein Drittel aller neuen Autos mindestens teilelektrisch angetrieben werden. Neben sinkenden Kosten bei mehr Leistung spielt noch ein weiterer Faktor den E-Auto-Befürwortern in die Karten. Um die strengeren Klimaziele zu erreichen, wie sie zum Beispiel die EU vorschreibt, müssen mehr Verbrennungsmotoren elektrifiziert werden. Zum Beispiel die der oftmals noch sehr durstigen, aber gleichzeitig überaus beliebten SUV.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Hanne Lübbehüsen/SP-X am 12.02.2015, 16:25 Uhr veröffentlicht.