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Ratgeber: Schneeketten - Richtig angelegt
An verschneiten Berghängen kommen selbst die besten Winterreifen schnell an ihre Grenzen. Dann helfen nur noch Schneeketten. Foto: TÜV Süd
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Adele Moser/SP-X - 12. Februar 2015, 16:03 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Ratgeber: Schneeketten - Richtig angelegt

In manch verschneiten Regionen kommt man auch mit Winterreifen nicht weiter. Dann sollte man Schneeketten im Gepäck haben. Doch welche Variante eignet sich am besten und wie montiert man diese?

An verschneiten Berghängen kommen selbst die besten Winterreifen schnell an ihre Grenzen. Dann helfen nur noch Schneeketten. Eine kleine Warenkunde und ein paar Tipps zur Montage.

Die Schneekette muss exakt zur Dimension der Reifen passen. Dabei ist beispielsweise 215/60-16 etwas ganz anderes als 215/50-16, wie Experten des TÜV Süd mitteilen. Die Dimension steht immer auf der Verpackung. Wer trotzdem unsicher ist, kann den Händler fragen. Auch Internetportale von Schneekettenherstellern sind eine gute Informationsquelle. Am gebräuchlichsten sind Seil- oder Bügelketten sowie Schnellmontagesysteme. Mittlerweile werden auch Alternativen aus Textil angeboten.

Seilketten sind mit Preisen ab ca. 50 Euro pro Zweier-Satz generell relativ preisgünstig. Sie sind die einfachste Form der Pkw-Kette und werden gerne mit dem Begriff ,,Standmontage" beworben. Der Name kommt daher, weil sich Seilketten auch anbringen lassen, ohne dass das Auto dabei bewegt wird. Dies kann von Vorteil sein, wenn der Wagen schon festsitzt. Stecken die Räder jedoch tief im Schnee, müssen sie vorher freigelegt werden. Zudem wird die Montage bei Fahrzeugen mit Hinterradantrieb und entsprechend engen Radkästen oft sehr beschwerlich.

Ist abzusehen, dass die Schneeketten häufiger gebraucht werden, sind die teureren Bügelketten empfehlenswert. Hier zieht ein Federstahlbügel das Laufnetz hinterm Rad zusammen. Die Montage ist deshalb deutlich einfacher und benötigt weniger Platz im Radkasten. Allerdings müssen die Räder beim anbringen etwas bewegt werden.

Noch einfacher kommen Schneeketten mit Hilfe von federnden Armen oder Kunststoffgreifern aufs Rad. Diese Schnellmontagesysteme funktionieren aber bei manchen Modellen nur, wenn zuvor ein Adapter an einer oder mehreren Radschrauben montiert wurde. Das kann kompliziert sein und sollte vor der Saison schon berücksichtigt werden. Am besten man denkt schon anlässlich des Winterreifenwechsels daran. Für diese Systeme können mehrere hundert Euro fällig werden.

Einfacher als die Versionen aus Stahl, lassen sich Überzüge und Laufnetze aus Textilmaterialien anbringen, die in den vergangenen Jahren vermehr auf den Markt gekommen sind. Allerdings sind sie in Sachen Traktion und Verschleißfestigkeit nicht so gut wie die Alternativen aus Metall.

Bei den bewährten Modellen ist die Montage oft nicht einfach, insbesondere bei widrigen Witterungsverhältnissen oder Dunkelheit. Deshalb ist es sinnvoll, das Anlegen vor der Fahrt in den Winterurlaub schon einmal zu üben. Dabei helfen Handschuhe und eine wasserfeste Matte. Beides erleichtert die Montage und sollte daher im Kofferraum mitgeführt werden.

Ketten fühlen sich übrigens nur im tiefen Schnee wohl. Bei Eis fassen nackte Winterreifen besser. In Deutschland existieren keine Vorschriften für Schneeketten. Dagegen müssen sie in Österreich der Ö-Norm entsprechen. Zu erkennen ist das am entsprechenden Symbol, den ineinander geschachtelten Buchstaben Ö und N. Bei Markenprodukten ist die Zulassung selbstverständlich.

Wer Ketten nur für eine Urlaubsreise in die Berge braucht, kann sich auch welche leihen. Automobilclubs und einzelne Werkstätten bieten welche an. Um den Verschleiß müssen sich Autofahrer übrigens kaum Gedanken machen. Mindestens tausend Kilometer halten gute Schneeketten. Vorausgesetzt natürlich, dass die Ketten nicht über längere Strecken auf trockener Straße bewegt werden.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Adele Moser/SP-X am 12.02.2015, 16:03 Uhr veröffentlicht.