Wolfram Nickel/SP-X - 9. Februar 2015, 10:22 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Tradition: 40 Jahre Opel Manta (B) - Der wilde Kerl aus Rüsselsheim
Vor 40 Jahren betrat der Opel Manta die automobile Bühne und entwickelte sich schnell zum Star. Heute blickt das Sportcoupé auf Rekordverkaufszahlen zurück, obwohl es anfänglich nur als Reaktion auf den Ford Capri gedacht war.
Einziger, und für viele Fans leider entscheidender, Nachteil des Manta 400: Er war wie alle Power-Manta streng limitiert und diente letztlich nur als Image-Lokomotive für die konventionelleren Coupés im Zeichen des Blitzes. Top-Modell war dabei zunächstder Manta GT/E mit 77 kW/105 PS starkem 1,9-Liter-Einspritzer, während der 40 kW/55 PS leistende Manta 1.2 N die Basis setzte. Mit der schwächlichen Einstiegsmotorisierung orientierte sich der Manta (B) an seinem Vorgänger, der stets mehr Biedermann als Brandstifter war und als zwar schnell aussehender, vor allem aber erschwinglicher Familiensportler die Zulassungsstatistiken stürmte. Und so dem ähnlich konzipierten Ford Capri das Leben schwer machte.
Vor allem musste sich der Manta natürlich mit rund 30 Gegnern anderer Marken messen, wobei er ganz nebenbei Automobilgeschichte schrieb. Denn dank seiner für Mittelklassecoupés bis heute beispiellos langen Bauzeit von 13 Jahren konkurrierte der vom biederen Ascona abgeleitete Manta mitunter gleich mit mehreren Generationen ein und desselben Rivalen. Toyota etwa konterte das Opel-Coupé mit fünf Celica-Generationen. Auch die schnell verderblichen Sushi-Variationen von Mazda und Nissan oder auch Honda waren abwechslungsreicher als der unverwüstliche Rüsselsheimer Fisch-Eintopf. Tatsächlich überlebte das Opel Coupé sogar die Umstellung von Hinterrad- auf Vorderradantrieb im eigenen Haus. So geschehen im Jahr 1981 als der Ascona (C) diesen technologischen Sprung machte, sich das bisherige Schwestermodell Manta der Erneuerung aber verweigerte. Mit der Konsequenz, dass der lediglich leicht facegeliftete Manta fortan gemeinsam mit dem Ford Capri zur Fraktion der antiquierten und fast überlebten Hinterrad-Quertreiber zählte.
Vor allem die von Kunden wie Fachleuten damals hochgelobten Opel-Tugenden Verarbeitungsqualität, Zuverlässigkeit, Fahrspaß und günstige Preise waren für den Manta Erfolgsgaranten. So startete die Manta-Preisliste 1983 bei erschwinglichen 16.145 Mark, während der billigste Mitsubishi Cordia bereits 17.000 Mark, der preiswerteste VW Scirocco 18.000 Mark und der günstigste Renault Fuego 20.000 Mark kosteten.
In den Verkaufsräumen der Opel-Händler war 1989 endgültig Schluss. Damals wurden die letzten neuen Manta zugelassen - die Produktion war bereits im Vorjahr eingestellt worden - um einem neuen Coupé Platz zu schaffen: dem Calibra. Derweil musste der Manta ein Kapitel für sich ertragen: Die Jahre mit Fuchsschwanz an der Antenne, Kenwood-Aufkleber im Rückfenster - und eine Manta-Witz-Welle, die sogar mit Filmen wie ,,Manta, Manta" das einst seriöse Sportcoupé gnadenlos verspottete. Vergessen, vergeben, längst haben nicht nur Liebhaber den wahren Wert der inzwischen rar gewordenen Opel Coupés entdeckt.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Wolfram Nickel/SP-X am 09.02.2015, 10:22 Uhr veröffentlicht.
