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Wolfgang Tschakert (vm) - 6. Februar 2015, 11:38 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

VW Caddy: Evolution eines Bestsellers

Im Juni geht die vierte Generation des Bestsellers Caddy ins Rennen.

Im Juni geht die vierte Generation des Bestsellers Caddy ins Rennen. Sie wird mit zahlreichen technischen Schmankerln aus der aktuellen Golf-Familie aufgerüstet. So manches Sicherheitsfeature ist neu in der Welt der Transporter. Doch ganz so neu, wie er sich gibt, ist der Caddy nicht.

Kaum fällt die letzte Hülle, wird es erst mal ruhig im Saal. Staunen die Premierengäste? Oder hatte man nicht doch etwas mehr erwartet? Volkswagen Nutzfahrzeuge hatte zur statischen Präsentation des neuen Caddy nach Posen geladen, dort wird der Bestseller auch künftig gebaut; und höchst erfolgreich sogar: In elf Jahren rollten 1,5 Millionen Caddies als Familien-Vans oder Stadtlieferwagen vom Band. Die neue Generation soll an den großen Erfolg anschließen.

Mit einem geschärften Design und straffen Linien soll der "neue" Caddy ein charakterstarkes Erscheinungsbild abgeben. Gewiss, geschärfte Sicke und das typische VW-Gesicht bringen den Caddy auf Vordermann. Doch an den Proportionen ändert sich nichts, die Seitenflächen bleiben weitgehend gleich, einmal Caddy, immer Caddy.

Da schauen wir, neugierig geworden, gleich mal unters Blech. Unter der Motorhaube hat sich eine Menge getan. Bei den viel nachgefragten Dieselmotoren wird standardisiert, mit EU 6-Zertifikat ist der Caddy nur noch mit dem Zweiliter-TDI in vier Leistungsvarianten zu bekommen. Der soll es von 55 kW/75 PS bis 110 kW/150 PS richten. Vom 1,6-Liter-TDI des Vorgänger-Modells, der ja auch den Golf antreibt, ist nicht mehr die Rede. Wie woanders auch erhalten die Caddy-Diesel einen SCR-Kat, der das Additiv Adblue erfordert. VW spendiert seinen Dieselmotoren serienmäßig Start-Stopp-Systeme, wodurch diese jetzt 1,2 Liter Treibstoff weniger verbrauchen sollen.

Richtig bunt treiben es die Caddy-Strategen mit den neuen Ottomotoren. Als Einstieg dient ein TSI-Vierzylinder mit 1,2 Litern Hubraum und 62 kW/84 PS, darüber rangiert ein dreizylindriger 1,0-Liter-TSI mit 75 kW/102 PS. Als Spitzentriebwerk für den Caddy wird ein 1,4-Liter-Vierzylinder-TSI mit 92 kW/125 PS angepriesen. Doch hier wird das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Vierter im Otto-Verbund ist ein 1,4-Liter-Vierzylinder mit dem Zusatz TGI (Turbo Gas Injection). Das turbogeladene Erdgastriebwerk soll im Vergleich zum Zweiliter-Sauger des Vorgängers bessere Fahrleistungen und dennoch sparsamen Spritverbrauch bieten. Weniger neu: In Abhängigkeit des Drehmoments werden 5- und 6-Gang-Handschaltgetriebe, optional ein 6- oder 7-Gang-DSG-Getriebe angeboten.

Der Blick unters Heck gibt preis, dass sich in Sachen Fahrwerk wenig ändert. VW bleibt seiner Lösung treu: Vorn bleibt es bei der McPherson-Achse und auch die vierte Caddy-Generation erhält eine starre und blattgefederte Hinterachse. Feintuning wird mit lastabhängigen Stoßdämpfern betrieben, die beim Einfedern ihre Kennung verändern. Stabilisatoren an beiden Achsen reduzieren den Rollwinkel des Fahrzeugs und sollen die Präzision des Fahrwerks verbessern.

Richtig funktional war der Caddy schon immer, hier wurde behutsam verbessert. Und deutlich mehr, wo es um die Sicherheit geht. Beispielsweise die City-Notbremsfunktion, die dann ins Spiel kommt, wenn der Fahrer ein Hindernis übersieht. Unterhalb 30 km/h bremst das System automatisch ab, so können Auffahrunfälle vermieden werden. Oder die Multikollisions-Bremse, die jetzt serienmäßig den Caddy schützt. Sie leitet nach einem Aufprall automatisch eine Bremsung ein, selbst wenn der Fahrer nicht mehr eingreifen kann. Optional ist der Fernlicht-Assistent und die Müdigkeitserkennung, die automatische Distanzregelung ACC (Adaptive Cruise Control) regelt die Geschwindigkeit bis 160 km/h. In Kombination mit einem DSG-Getriebe bremst ACC das Fahrzeug sogar bis zum Stillstand ab.

Sonst bleibt es bei vielen Qualitäten, die der Caddy schon immer hatte. Das großzügige Platzangebot wird nicht angetastet. Wer einen kleinen Ottomotor wählt, wird mit etwas mehr Nutzlast verwöhnt. Den Allradantrieb "4Matic" soll es vom Start weg geben. Er kann jetzt mit DSG-Getriebe kombiniert werden. Auch der größere Caddy Maxi soll wie sein kleinerer Bruder als Kompakt-Van oder Stadtlieferwagen schon im Juni 2015 verkaufsfertig sein. Zuletzt noch die gute Nachricht: Der Caddy soll nicht teurer werden. Der Grundpreis liegt bei 14 785 Euro netto für den Kastenwagen mit 84 PS starkem TSI-Einstiegsmotor. Bereinigt um die Mehrausstattung soll der neue Caddy sogar billiger zu haben sein.

Wolfgang Tschakert

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Wolfgang Tschakert (vm) am 06.02.2015, 11:38 Uhr veröffentlicht.