Michael Kirchberger/SP-X - 6. Februar 2015, 09:34 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
3 Fragen an: VW-Nutzfahrzeugchef Eckhard Scholz - ,,Das Ende der Kooperation mit Daimler ist für uns
Lange nichts gehört von VW Nutzfahrzeuge. Doch in diesem Jahr kommt aus Hannover endlich wieder Neues. Wir sprachen mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Eckhard Scholz über die nahe und die etwas fernere Zukunft.
Nein, gar nicht. Der Caddy ist Marktführer im A-Segment, der Transporter ist es im B-Segment. Amarok und Crafter sind ebenfalls bestens in den Märkten etabliert. Aber der Nutzfahrzeugmarkt wächst zurzeit wie kaum ein anderer. Da kann man nur mit perfekten Produkten beim Kunden punkten und als ehemaliger Entwickler (Eckhard Scholz war von 2007 bis 2014 Entwicklungschef bei Skoda, Anm. d. Redaktion) liegt mir natürlich besonders am Herzen, dass unsere Produkte höchste Anforderungen erfüllen. Dass die Kooperation mit Daimler beim Crafter 2016 endet, gibt uns die Chance, jetzt eine wirklich eigene Entwicklung mit unserem Know-how zu etablieren.
Frage: Was wird aus Ihren Ideen zur Elektromobilität bei Last- und Lieferwagen?
Das Thema ist natürlich preissensibel und zurzeit scheuen viele Unternehmer die Kosten für Elektrolieferwagen. Aber die Zufahrtsbeschränkungen für den Lieferverehr in die Innenstädte werden in den nächsten Jahren kommen. Und dann können wir auch mit Hilfe der in der Konzernentwicklung vorbereiteten Technologien schnell Lösungen anbieten. Wir brauchen da ja keine außergewöhnlichen Reichweiten, die Batterien müssen also nicht riesig groß sein. Die Fahrtrouten der Lieferanten sind programmiert, es werden täglich kaum mehr als 100 Kilometer gefahren. Deshalb können wir die Antriebstechnik auch vom Gewicht her so dimensionieren, dass die Nutzlast der Fahrzeuge wirtschaftlich bleibt.
Frage: Wie begegnen Sie der 3,5-Tonnen-Fahrerlaubnisgrenze?
Das betrifft nur das C/D-Segment, also den Crafter, Aber da passiert einiges, denn es geht ja nicht nur um die Fahrerlaubnis sondern auch um den Verbrauch. Es wird leichte, warmverformte Stähle zur Gewichtsreduzierung geben, aber auch an einem einzigen Kabelbaum können wir mit neuen Technologien mehrere Kilo Gewicht einsparen. Gerade ein Unternehmer wird Unzulänglichkeiten nicht verzeihen, denn sie beeinträchtigen seine Geschäfte und Erlöse. Aber wir haben auch die privaten Nutzer, etwa im Reisemobilbereich, immer im Blick. Diese Kundengruppe ist uns schon aus Tradition besonders wichtig.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Michael Kirchberger/SP-X am 06.02.2015, 09:34 Uhr veröffentlicht.
