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Thomas Schneider (vm) - 29. Januar 2015, 12:50 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Deutsche Automobilindustrie für Freihandelsabkommen

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Für das umstritte Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA haben sich jetzt der Verband der Automobilindustrie (VDA) sowie die deutschen Autobauer und Zulieferer ausgesprochen. "Wenn Handelsbarrieren abgebaut werden, spart das Zeit und Geld - auch das des Kunden", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Er verspricht sich dadurch außerdem mehr Investitionen und Arbeitsplätze sowie mehr Innovationen und letztlich bessere Autos.

Das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) ist für die deutsche Autoindustrie aufgrund der Größe des US-Marktes besonders wichtig, erklärt Daimler-Chef Dieter Zetsche. Neben den Zöllen erschwerten auch zahlreiche Vorschriften den dortigen Absatz. So benötigen etwa Autos für die USA und für Europa jeweils unterschiedliche Spiegel, Blinker oder Rücklichter. Auch die Sicherheitsvorschriften unterscheiden sich. Daher müsse man bislang "doppelt entwickeln, doppelt beschaffen und doppelt zertifizieren".

"Gerade für uns als global führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen ist es sehr aufwändig, unsere Produkte an jeden Markt individuell anzupassen, so Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Parallelentwicklungen verursachen Kosten, die vermeidbar sind." Das soll sich mit TTIP ändern. VW-Chef Prof. Dr. Martin Winterkorn sieht das transatlantische Handels- und Partnerschaftsabkommen gar als "historische Chance": "Europa und die USA können jetzt gemeinsam die Standards setzen, die unsere Welt in den kommenden Jahrzehnten prägen werden."

Den engen Produktionsverbund zwischen Europa und den USA hebt Dr. Norbert Reithofer hervor. Ziel von Autozöllen sei stets ein Schutz vor Wettbewerbern, so der Vorstandsvorsitzende von BMW. Das aber sei bei der bestehenden transatlantischen Partnerschaft nicht notwendig. "Keine Seite muss vor der anderen geschützt werden." Bei zwei Wirtschaftsregionen, die sich industriell auf Augenhöhe befänden und die zugleich immer stärker integriert sind, wirkten Zölle vor allem wachstumshemmend.

TTIP biete außerdem die Chance, nicht nur bestehende Handelsbarrieren abzuschaffen, sondern auch dafür zu sorgen, "dass Handelsbarrieren in Zukunft gar nicht erst entstehen", erklärt Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. Als Beispiel nennt er die Elektromobilität als "neues Terrain". Und Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH, sieht es gerade für Deutschland als Exportnation für besonders wichtig.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Thomas Schneider (vm) am 29.01.2015, 12:50 Uhr veröffentlicht.