ALLRAD-NEWS

Walther Wuttke/SP-X - 27. Januar 2015, 15:34 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Ratgeber: Kinderräder - Einfach und sicher für den Nachwuchs

Sie müssen nicht besonders leicht sein, aber leicht zu bedienen. Auf technischen Schnick-Schnack kann man bei Kinderrädern verzichten, nicht aber auf die richtige Größe.

Die erste Ausfahrt mit dem eigenen Fahrrad ist für Kinder noch immer ein ganz besonderes Erlebnis, auch wenn der Nachwuchs heute wesentlich früher auf zwei Rädern unterwegs ist als noch vor einigen Jahren. Lag damals das Durchschnittsalter der Rad-Novizen bei ungefähr fünf Jahren, so gelingt es den Kindern heute ein bis zwei Jahre früher, die Balance zu halten, wenn sie in die Pedale treten. Verantwortlich für diesen Wechsel sind die Laufräder, die seit einigen Jahren Drei- und Stützräder abgelöst haben.

Auf diesen Gefährten, die entfernt an die klobige Fahrmaschine des Freiherrn von Drais erinnern, lernen Kinder spielerisch die Grundbegriffe des Radfahrens, sodass der Umstieg auf Räder mit Pedalen später keine Probleme mehr bereitet. Dank dieser Spielzeuge haben die Stützräder, die das Erlernen des Radfahrens eher verzögern als fördern, weitgehend ausgedient. Die vermeintlichen Hilfen verführen die Kinder zu einem Fahrverhalten, dass sie später, wenn die Stützen abmontiert sind, mühsam wieder ablegen müssen. Mit den Laufrädern trainieren die Kinder unbewusst die Grundlagen des Radfahrens. Allerdings sind sie dann dennoch nicht in der Lage, die komplexen Verkehrssituationen zu verstehen und entsprechend koordiniert zu reagieren, sodass die Erwachsenen in dieser Phase noch immer gefordert sind.

Das erste eigene Fahrrad gehört zum Frühling. Wenn die Temperaturen steigen und die Tage länger werden, hat der Fahrradfachhandel traditionell Hochkonjunktur. Kinderräder sollten grundsätzlich im Fachhandel gekauft werden, schließlich sind die Zweiräder keine Spielzeuge, sondern technische Produkte, die einige Voraussetzungen erfüllen müssen, damit der Nachwuchs sicher unterwegs ist. Mehr noch als bei Erwachsenen müssen Rad und Kind optimal aufeinander abgestimmt sein. In eine Jacke vom größeren Geschwister kann man vielleicht hineinwachsen, in ein Fahrrad gewiss nicht. Inzwischen bietet die Industrie allerdings Fahrräder, die mit dem Kind ,,wachsen", sodass nicht jeder Wachstumsschub mit einem neuen Fahrrad beantwortet werden muss. Zudem machen sich Markenräder aus dem Fachhandel später bezahlt, wenn sie weiter verkauft werden.

Wie sieht nun ein optimales Kinderrad aus? Zunächst muss das Rad so gestaltet sein, dass der Nachwuchs problemlos mit beiden Füßen auf den Boden kommen kann, wenn er auf dem Sattel sitzt. Beim Fahren ist eine aufrechte Position allein schon aus Sicherheitsgründen unverzichtbar, um bestmögliche Sicht über das Verkehrsgeschehen zu ermöglichen. Neben der richtigen Größe des Rades ist auch eine möglichst einfache und zuverlässige Technik unverzichtbar. So verlockend eine große Zahl an Übersetzungen auch sein mag, eine solide und narrensichere Dreigangnabe ist für den Anfänger vollkommen ausreichend und verhindert zudem Fehlschaltungen, die zu schwer beherrschbaren Situationen führen können. Außerdem sichert die einfache Technik Aufmerksamkeitsreserven, um in kritischen Situationen angemessen reagieren zu können.

Neben einer wartungsfreien Lichtanlage mit Halogen- oder LED-Beleuchtung samt Nabendynamo gehört auch eine Bremsanlage, die von den Junioren problemlos bedient werden kann, ans Kinderrad. Um sicherzustellen, dass das Rad passgenau ,,sitzt", ist deshalb eine Probefahrt unverzichtbar. Nur wenn das Kind selbst die Technik im wahrsten Wortsinn begreift, ist sie optimal. Ebenso spielt das Gewicht gerade bei Kinderrädern eine bedeutende Rolle.  Doch während Erwachsene stets bereit sind, tiefer in den Geldbeutel zu greifen, um möglichst viele Kilos zu vermeiden, spielt bei Kindern die Gewichtsfrage seltsamerweise eine eher untergeordnete Rolle. Viel mehr als elf Kilogramm sollte ein Rad für den Nachwuchs nicht wiegen, damit das Radeln Spaß macht.

Dazu gehört am Ende auch Bekleidung, die mittels Reflektoren auf die Minis aufmerksam macht. Und auch wenn sie immer noch nicht beliebt sind, ist der Radhelm ein unverzichtbarer Schutz.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Walther Wuttke/SP-X am 27.01.2015, 15:34 Uhr veröffentlicht.