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Adele Moser/SP-X - 21. Januar 2015, 17:22 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Schaumstoff-Fahrzeug geht in Produktion - Mein Freund der Fußgänger

Ein Fahrzeug aus Schaumstoff - das hört sich mindestens skurril oder sogar gefährlich an. Ein Prototyp des Mini-Mobils hat jedoch überzeugt und wird nun in einer Kleinserie gebaut.

Bei einem Autounfall haben Fußgänger meist schlechte Karten. Denn Airbags und die Knautschzone schützen bis auf wenige Ausnahmen nur die Fahrzeuginsassen. Der US-Amerikaner Lon Ballard und sein Bruder Doug haben jetzt ein Schaumstoff-Fahrzeug entwickelt, das nicht nur Fahrer und Insassen, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer behütet. Und ihr Spira hat es jetzt sogar vom Prototypen zur Kleinserie geschafft.

Die Anfänge des kleinen Fahrzeuges liegen im Jahr 2008, einen ersten Prototyp gab es 2011. Sein Grundskelett besteht aus sieben Kunststoffplatten, die ohne viel Aufwand mit einem handelsüblichen Akkuschrauben zusammengeschraubt werden. Innen und außen sind bis zu zehn Zentimeter dicke Schaumstoffe angeklebt, die wie ein Airbag wirken. Und weil das Auge schließlich mitkauft, wird der Schaumstoff mit Kunstlederbezug verkleidet.

Der Spira will keine Alternative zum Auto sondern zum Motorrad sein. Besonders in Städten mit sehr hoher Verkehrsdichte. Die Entwicklung hat gerade im asiatischen Raum einen ernsten Hintergrund: In Ländern wie Thailand, Malaysia oder in einigen Regionen Chinas ist das Risiko, als Fußgänger im Straßenverkehr zu sterben, um ein Mehrfaches höher als in Europa. Die fahrende Gummizelle auf drei Rädern soll sowohl daher diese, aber auch Rad- und Motorradfahrer schützen.

Angetrieben wird der Spira von einem 9 kW/12 PS starken Honda-Motorradmotor. Damit soll das 190 Kilo leichte Gefährt in 6,8 Sekunden auf Tempo 100 spurten, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 100 km/h. Der Verbrauch beträgt nach Angaben der Hersteller weniger als 3 Liter. Auch mit umweltschonenden Antrieben wie Gas- oder Elektromotoren ist der Spira erhältlich.Crashtests wurden laut Hersteller bereits durchgeführt und haben das Mobil als ausreichend sicher eingestuft.

Bei der Ausstattung darf man nicht allzu viel erwarten, schließlich soll das Mini-Fahrzeug nur knapp 2.000 Euro kosten. Amerika und Europa erhalten eine sportlichere Variante, die mehr Leistung bietet, aber auch teurer ist. Jetzt schon erhältlich ist ein Spira mit Elektromotor für 9.000 US-Dollar (umgerechnet rund 7.630 Euro) und tritt damit in Konkurrenz zu Fahrzeugen wie den Renault Twizzy.

Anders als Motorrad-Fahrer werden Spira-Besitzer bei Kälte und Regen von einem leichten Textildach beschützt. Und wenn es zu Überschwemmungen kommt, hat das Fahrzeug noch einen Vorteil: Es kann schwimmen.

Ein Problem gibt es allerdings. Weil der Spira von einem Motorradmotor angetrieben wird, gibt es keinen Rückwärtsgang. Beim Einparken müsste man das Schaumstoffmobil also schieben. Angesichts seines einem schwereren Motorrad ähnlichen Gewichts dürfte aber auch das kein unlösbares Problem sein.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Adele Moser/SP-X am 21.01.2015, 17:22 Uhr veröffentlicht.