Michael Specht (vm) - 20. Januar 2015, 09:53 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Kia Sorento: Großes aus Korea
Mehr Ausstattung, mehr Komfort, mehr Platz: In dritter Generation lässt Kia seinen Sorento deutlich üppiger auftreten als zuvor.
Als Kia vor 13 Jahren den ersten Sorento auf deutsche Straßen schickte, hatten hiesige Hersteller bis auf Mercedes und BMW mit M-Klasse und X5 nichts in Sachen SUV zu bieten. Der Sorento entpuppte sich schnell als Schnäppchen im Segment: günstig, gut und praktisch. Über 60 000 Stück hat Kia bislang von ihm verkauft, weltweit sogar rund zwei Millionen Einheiten.
Die dritte Generation soll die Absatzkurve nun möglichst in gleicher Richtung fortführen. Dazu hat Kia den Sorento komplett neu entwickelt. In der Länge wuchs das SUV um zehn Zentimeter und erreicht mit 4,78 Metern mehr oder weniger Full-Size-Format. Klar, dass sich dies vor allem aufs Innenleben auswirkt. Fahrer wie Passagieren genießen reichlich Platz. Besonders auf der Rücksitzbank. Sie lässt sich zudem längs verschieben. Abhängig von der Ausstattung können Kunden sogar eine dritte Sitzreihe bestellen. Fehlt diese, bleibt mehr Raum für Kleinkram unter dem Ladeboden.
Sehr clever ist die Idee, auch die Gepäckabdeckung passgenau darunter verschwinden zu lassen. Wahre Kombi-Qualitäten erreicht der Kia, wenn die Sitzbank umgeklappt wird. Das geht in einem Rutsch und liefert eine komplett ebene Ladefläche von über zwei Quadratmetern. Das hat Umzugs-Qualität. "In den Sorento passen bis zu 1 732 Liter Gepäck", sagt Produkt-Manager Leonhard Kniffler, "zudem bieten wir ab der Version Spirit eine elektrische Heckklappe an."
Mehr Präsenz auf der Straße, mehr Premium-Gefühl im Innenraum. Zumindest gibt Kia dies als Ziel für sein Flaggschiff-SUV an. Die hohe Qualität eines X5 oder Touareg erreicht der Koreaner zwar nicht, doch wirkt alles sehr solide und gut verarbeitet. Auch die Oberflächen fassen sich gut an. Zudem sollte beim vorschnellen Vergleichen nicht der Preis des Fahrzeugs aus den Augen verloren werden. Die von uns gefahrene Top-Version in Vollausstattung - es fehlt wirklich an nichts - kostet 51 190 Euro. Für den Unterschied zu den Premium-Modellen wäre locker noch ein Kia cee'd für die Gattin übrig.
In Deutschland bleibt die koreanische Marke bei ihrer Ein-Motor-Strategie. SUVs werden hierzulande zu rund 95 Prozent als Diesel bewegt. Daher steckt unter der Sorento-Haube lediglich der bekannte, aber intensiv überarbeitete 2,2-Liter-Diesel. Er überzeugt durch leisen Lauf und wenig Vibrationen. Der Vierzylinder leistet nun 147 kW/200 PS und schickt ein Drehmoment von maximal 441 Newtonmeter zur Kurbelwelle. Das sollte nominell reichen. Tut es auch, zumindest im Alltag. Nur bei ambitionierterer Fahrweise kommt manchmal das Gefühl auf, einiges an Kraft scheint in den Tiefen des Automatikgetriebes hängen geblieben zu sein. Ein Fahrzeuggewicht von zwei Tonnen löst sich schließlich nicht in Luft auf.
Wer Allradantrieb nicht benötigt, kann den Sorento - wie gehabt - auch mit Frontantrieb bestellen, muss allerdings auf ein Automatikgetriebe verzichten. Kleines Trostpflaster: Der Normverbrauch sinkt dann von 6,6 Liter Diesel auf 5,7 Liter Diesel. Weniger zu verschmerzen sind jedoch die Nachteile bei den Ausstattungsoptionen. Das 2WD-Modell lässt oberhalb der Basis (Edition 7) nur die nächsthöhere Linie Vision zu (ab 36 990 Euro). Für die lässt sich auch gegen Geld und gute Worte weder ein sogenanntes Performance-Paket, noch ein Panoramadach oder besagte dritte Sitzreihe ordern. Immerhin beinhaltet das Performance-Paket (2 200 Euro) unter anderem Navigation, 8-Zoll-Bildschirm, Soundsystem, digitales Radio, Sprachsteuerung, elektrisch verstellbare Sitze mit Belüftung, Spurwechselassistent, Querverkehr-Warner und adaptives Kurvenlicht. Dinge, die im Sorento durchaus das von Kia versprochene Premium-Gefühl aufkommen lassen könnten.
Bewertung:
Plus: üppiges Platzangebot, hohe Variabilität, guter Fahrkomfort, lange Garantie
Minus: Navigations- und Assistenzsysteme sowie Panoramadach und 3. Sitzreihe erst ab dritthöchster Ausstattung erhältlich. Nur eine Motorvariante
Michael Specht/mid
Technische Daten: Kia Sorento 2.2 CRDi AWD Automatik
Fünfsitziges SUV mit vier Türen und Heckklappe, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 4,78/1,89/1,69/2,78, Kofferraumvolumen: 660 l bis 1 732 Liter, Wendekreis: 11,1 m, Leergewicht: 1 917 kg, max. Zuladung: 593 kg, Tankinhalt: 71 Liter.
Motor: 2,2-Liter-Turbo-Vierzylinder-Diesel mit 147 kW/200 PS bei 3 800/min, 6-Gang-Automatik, max. Drehmoment: 441 Nm bei 1 750/min bis 2 750/min, 0-100 km/h: 9,6 Sek., Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, Verbrauch: 6,6 l Diesel auf 100 km, CO2-Emission: 174 g/km, Preis: ab 40 990 Euro.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Michael Specht (vm) am 20.01.2015, 09:53 Uhr veröffentlicht.
