ALLRAD-NEWS

Dirk Schwarz/SP-X - 15. Januar 2015, 16:45 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Leser fragen - Experten antworten - Lohnt sich der Einbau eines Austauschmotors?

Motoren halten bei guter Pflege häufig länger als der Rest des Autos. Ist das nicht der Fall, kann ein Austauschmotor eine gute Idee sein.

Frage: Mein Auto hat einen kapitalen Motorschaden, ist aber ansonsten noch gut in Schuss. Lohnt sich die Suche nach einem Austauschmotor?

Antwort von Hans Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte bei der Sachverständigenorganisation KÜS: Nach einem Totalschaden am Motor - etwa durch einen Riss des Zahnriemens - muss nicht gleich das ganze Auto entsorgt werden. Je nachdem wie schwer ein Triebwerk in Mitleidenschaft gezogen ist oder wie schwer sich die Werkstatt mit der Fehlersuche tut, kann ein Austausch sogar preiswerter sein als eine Reparatur. Zur Wahl stehen komplett neue Motoren direkt vom Hersteller oder überholte Aggregate aus Unfall- oder Schrottautos. Erstere sind relativ teuer und übersteigen schnell den Restwert des Wagens, so dass sie sich meist nur für relativ neue Pkw lohnen. Gebrauchte Motoren sind hingegen deutlich billiger zu bekommen. Sie gibt es für die meisten gängigen Fahrzeugmodelle, zu finden sind sie auf dem Schrottplatz, bei Autowerkstätten oder spezialisierten Händlern. Adressen gibt es unter anderem über die Webseiten des Verbandes der Motoren-Instandsetzungsbetriebe oder der Gütegemeinschaft der Motoreninstandsetzungsbetriebe.  

Vor einem Kauf sollte man sich aber genau im Klaren sein, welchen Motor man benötigt. Selbst bei ein und demselben Fahrzeugmodell können innerhalb der Bauzeit verschiedene Triebwerke unter gleicher Typbezeichnung eingebaut worden sein. Im Zweifel fragt man direkt beim Hersteller nach.

Vor allem beim Kauf über das Internet empfiehlt es sich, den Motor zunächst in Augenschein zu nehmen. Das Triebwerk sollte kein Öl verlieren und keine äußeren Defekte wie etwa Risse aufweisen. Wer einen Schraubenschlüssel dabei hat, sollte den Motor drehen und auf die Leichtgängigkeit der Zylinder achten. Auch das ,,RAL Gütezeichen Motoreninstandsetzung" bietet Sicherheit, weil die Triebwerke nach strengen Kriterien aufgearbeitet werden. Natürlich lässt sich der Motor oft auch gleich über die Werkstatt beziehen, die ihn anschließend einbaut. Dort gibt es dann häufig bis zu ein Jahr Garantie auf den Austauschmotor. Billiger ist es natürlich, den Einbau selbst vorzunehmen - allerdings nur, wenn man sich auskennt und Zugriff auf das notwendige Werkzeug hat.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Dirk Schwarz/SP-X am 15.01.2015, 16:45 Uhr veröffentlicht.