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Michael Specht (vm) - 12. Januar 2015, 02:31 Uhr - 4x4 Allrad NEUHEITEN

VW Cross Coupé GTE - Der Volks-SUV für Amerika

Seit fast zwei Jahren läuft es für Volkswagen nicht rund in Amerika.

Seit fast zwei Jahren läuft es für Volkswagen nicht rund in Amerika. Der Absatz verfehlt die Erwartungen, die Modellpalette weist Lücken auf. Besonders bei den Geländewagen fahren die Wolfsburger hinterher. Dies soll sich spätestens Ende 2016 ändern. Dann rollt im Werk Chattanooga in Tennessee ein fast fünf Meter langes SUV vom Band. Wie es ausschaut, zeigt VW schon mal mit der Studie Cross Coupé GTE.

So erfolgreich der Tiguan in Europa auch ist, die Amerikaner finden nicht wirklich Gefallen an dem kompakten SUV. Das Modell ist ihnen zu klein, vor allem der Kofferraum. Wieder einmal zählt das alte Motto: Bigger is better. Nun gäbe es ja noch den Touareg. Doch der ist den US-Kunden wiederum zu teuer. Erschwerend hinzu kommt, dass der Touareg im Premium-Segment fährt. "Premium" aber assoziiert man in der Neuen Welt mit BMW, Mercedes, Audi und Porsche, nicht mit der Marke Volkswagen. Das hat man mittlerweile auch in Wolfsburg erkannt und setzt daher auf ein preisgünstiges Midsize-SUV. Es soll nicht nur den Absatz ankurbeln, sondern auch VW als Hersteller präsenter auf der Straße erscheinen lassen. SUV fallen mehr auf als Mittelklasse-Limousinen.

Erst recht, wenn sie so aussehen wie das Cross Coupé GTE, das dieser Tage Weltpremiere auf der NAIAS, der North American International Auto Show feiert. Das Modell gilt bei VW nicht nur als eines der bedeutendsten neuen Modelle der vergangenen fünf Jahrzehnte, sondern auch als Protagonist einer neuen Design-Sprache, wie sie ausschließlich für die USA zum Einsatz kommen soll. "Die Studie lässt zahlreiche Details erkennen, wie wir uns ein künftiges SUV für Nordamerika vorstellen", sagt VWs Design-Chef Klaus Bischoff.

Mit einer Länge von 4,85 Metern übertrifft das Cross Coupé sogar den Touareg um wenige Zentimeter. Optional soll es für die Serienversion sogar eine dritte Sitzreihe geben. Der Volks-SUV würde so zum Siebensitzer. Das ist in den USA ein schlagkräftiges Verkaufsargument. Denn besonders am Wochenende lieben es die Amerikaner, als Großfamilie unterwegs zu sein.

Um auch preislich familienfreundlich zu bleiben, basiert das Serienfahrzeug wie die Studie Cross Coupé auf dem modularen Konzernbaukasten MQB. Allerdings mit einem großen Unterschied. Später kommen ausschließlich Vierzylindermotoren zum Einsatz. Im Concept Car aber steckt ein 3,6-Liter-V6 in Verbindung mit einem Plug-in-Antrieb, daher auch die VW-übliche Bezeichnung GTE. Neben dem 206 kW/280 PS starken Benziner verfügt das Cross Coupé über zwei Elektromotoren, ein kleinerer mit 45 kW an der Vorder-, ein größerer mit 85 kW an der Hinterachse. Damit besitzt der Wagen eine Art elektrischen Allradantrieb, ohne die übliche mechanische Verbindung über eine Kardanwelle. Diesen Bauraum nutzten die Entwickler für die Unterbringung der Lithium-Ionen-Batterie.

Die maximale Systemleistung liegt bei 265 kW/360 PS. Dennoch soll das Cross Coupé einen Verbrauch von 70 mpg (miles per gallon) schaffen. Umgerechnet auf die deutsche Angabe wären dies rund 3,4 Liter pro 100 km, wobei der amerikanische und der europäische Messzyklus aufgrund seiner unterschiedlichen Normung nicht direkt vergleichbar sind. 20 Meilen (32 Kilometer) weit schafft es die VW-Studie, elektrisch und damit lokal emissionsfrei unterwegs zu sein.

Mag auch das Interieur des Cross Coupé GTE sich nicht 1:1 im Serien-SUV wiederfinden, zeigt es doch zumindest, wohin die Reise beim Thema Cockpit geht. Ein großer Zehn-Zoll-Bildschirm mit Gesten-Steuerung dominiert die Schalttafel. Über ihn lassen sich sämtliche Infotainment-Dinge steuern. Weiter oben in der Armaturentafel befindet sich ein kleinerer Touchscreen, hinter dem Lenkrad das umschaltbare digitale Active Info Display, ähnlich wie es bereits im neuen Passat angeboten wird.

Ob auch Kunden in Deutschland in den Genuss des neuen Mittelklasse-SUV kommen werden, bleibt offen. Derzeit sieht es so aus, als soll das Modell ausschließlich in Nordamerika verkauft werdenl, und kräftig die Absatzkurve nach oben treiben soll. Für 2018 hat VW-Chef Martin Winterkorn ein Ziel von 800 000 Einheiten ausgegeben. Davon ist man allerdings noch weit entfernt. Voriges Jahr war es noch nicht einmal die Hälfte.

Michael Specht

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEUHEITEN wurde von Michael Specht (vm) am 12.01.2015, 02:31 Uhr veröffentlicht.