Wolfram Nickel/SP-X - 5. Januar 2015, 10:34 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Tradition: 50 Jahre Fließheck-Fünftürer mit Frontantrieb - Der schräge Trend
Eine große Klappe und schräge Linien sollten Renault vor 50 Jahren wieder zum Erfolg führen. Tatsächlich hat sich die Karosserieform des Mittelklasse-Modells R 16 weltweit durchgesetzt und wurde zum Trendsetter für Familienfreundlichkeit und schöne Formen.
SP-X/Köln. Eine Krise löste vor 50 Jahren jenen Schrägheck-Trend aus, der mittlerweile in allen Fahrzeugklassen zu finden ist. Vor einem halben Jahrhundert suchte der damalige Renault-Chef Pierre Dreyfus dringend nach einem neuen Fahrzeugkonzept, mit der das französische Staatsunternehmen zurück zur Profitabilität kommen konnte. Schließlich mangelte es Renault seit dem 1960 eingestellten Flaggschiff Frégate an Mittelklasse-Modellen.
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Eine Situation, der auch der französische Staat unter Präsident Charles de Gaulle nicht länger zuschauen wollte, schließlich galt der damals viertgrößte europäische Autoproduzent als Wirtschaftslokomotive. Als Frankreich 1963 auch noch die Schutzzölle auf Autoimporte lockern musste, ging die Renault-Produktion überdies um fast ein Viertel zurück. Was nun folgte, hat Tradition bei unseren Nachbarn westlich des Rheins: Revolution. In diesem Fall verkörpert durch den Renault 16, der als weltweit erstes Massenmodell in der Mittelklasse Vorderradantrieb, Fließheck, variablen Innenraum und fünf Türen vereinte und Renault so wieder nach vorn brachte.
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Seiner Zeit war der insgesamt fast 1,9 Millionen Mal verkaufte Renault 16 sogar ein halbes Jahrzehnt voraus. Erst dann folgte aus England der gleichermaßen konzipierte Austin Maxi; weitere fünf Jahre sollte es dauern, bis mit dem Volkswagen Passat das dritte fünftürige frontgetriebene Modell dieses Formats präsentiert wurde. Fester Bestandteil bei fast allen Mittelklasse-Baureihen wurden die Schräghecks jedoch erst Mitte der 1980er Jahren - da fuhren bei Renault bereits die Enkel des R16 Verkaufserfolge ein.
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Wer den vom erst 31-jährigen Nachwuchsdesigner Gaston Juchet gezeichneten Renault 16 wählte, wagte eine große Klappe und schräge Linien statt steifer Stufe oder ausladenden American Style wie etwa bei Ford und Opel.
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Der R 16 war eine Familienlimousine ,,für die Zukunft" (Renault-Werbung), wie sie damals nur Franzosen realisieren konnten. Nicht einmal die Italiener mit ihrem feinen Gespür für Formen und Familienfreundlichkeit waren so früh für das fünftürige Fließheck bereit, obwohl der kleine Autobianchi Primula bereits Vorarbeit geleistet hatte. Die deutschen Automarken näherten sich dem stilvollen Kombiheck durch die sportiven Lifestylemodelle Glas CL (ab 1966) und BMW 02 Touring, beide waren allerdings nur Dreitürer mit konventionellem Hinterradantrieb. Erst der VW Passat brachte 1974 in Deutschland den Durchbruch - gestartet war er aber noch ohne Heckklappe.
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Nach anfänglicher Skepsis vor allem bei weiblichen Autokäufern, hatte sich das revolutionäre Raumkonzept des großen Renault um 1970 weltweit durchgesetzt und dies sogar in Nordamerika. Dort fühlten sich Ford, Chevrolet und AMC durch den Renault 16 dazu inspiriert, mit eigenen, allerdings nur dreitürigen Hatchbacks zu antworten und so die Flut europäischer und japanischer Importe zu bekämpfen. Noch als die US-Compacts mit Fließheck auf der Frankfurter IAA 1973 vorgestellt wurden, erklärten GM-Manager ausführlich die Vorzüge des variablen Chevrolet Vega (allerdings mit Hinterradantrieb) und dessen Konkurrenzfähigkeit gegenüber Europäern, allen voran dem Renault 16. Die Realität sah allerdings anders aus. Nicht einmal der VW Passat verfügte über eine so vielfältig verschiebbare Sitzlandschaft wie der geniale, damals bereits acht Jahre alte Renault 16.
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Zum weltweiten Standard wurde die fünftürige Karosserieform in der heutigen Kompaktklasse aber erst Mitte der 1980er Jahre, da hatte sich ihr Erfinder, der Renault 16, bereits still und bescheiden in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Und seinen Ehrenplatz in der Ruhmeshalle der innovativsten Automobile aller Zeiten eingenommen.
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Eine Situation, der auch der französische Staat unter Präsident Charles de Gaulle nicht länger zuschauen wollte, schließlich galt der damals viertgrößte europäische Autoproduzent als Wirtschaftslokomotive. Als Frankreich 1963 auch noch die Schutzzölle auf Autoimporte lockern musste, ging die Renault-Produktion überdies um fast ein Viertel zurück. Was nun folgte, hat Tradition bei unseren Nachbarn westlich des Rheins: Revolution. In diesem Fall verkörpert durch den Renault 16, der als weltweit erstes Massenmodell in der Mittelklasse Vorderradantrieb, Fließheck, variablen Innenraum und fünf Türen vereinte und Renault so wieder nach vorn brachte.
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Seiner Zeit war der insgesamt fast 1,9 Millionen Mal verkaufte Renault 16 sogar ein halbes Jahrzehnt voraus. Erst dann folgte aus England der gleichermaßen konzipierte Austin Maxi; weitere fünf Jahre sollte es dauern, bis mit dem Volkswagen Passat das dritte fünftürige frontgetriebene Modell dieses Formats präsentiert wurde. Fester Bestandteil bei fast allen Mittelklasse-Baureihen wurden die Schräghecks jedoch erst Mitte der 1980er Jahren - da fuhren bei Renault bereits die Enkel des R16 Verkaufserfolge ein.
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Wer den vom erst 31-jährigen Nachwuchsdesigner Gaston Juchet gezeichneten Renault 16 wählte, wagte eine große Klappe und schräge Linien statt steifer Stufe oder ausladenden American Style wie etwa bei Ford und Opel.
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Der R 16 war eine Familienlimousine ,,für die Zukunft" (Renault-Werbung), wie sie damals nur Franzosen realisieren konnten. Nicht einmal die Italiener mit ihrem feinen Gespür für Formen und Familienfreundlichkeit waren so früh für das fünftürige Fließheck bereit, obwohl der kleine Autobianchi Primula bereits Vorarbeit geleistet hatte. Die deutschen Automarken näherten sich dem stilvollen Kombiheck durch die sportiven Lifestylemodelle Glas CL (ab 1966) und BMW 02 Touring, beide waren allerdings nur Dreitürer mit konventionellem Hinterradantrieb. Erst der VW Passat brachte 1974 in Deutschland den Durchbruch - gestartet war er aber noch ohne Heckklappe.
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Nach anfänglicher Skepsis vor allem bei weiblichen Autokäufern, hatte sich das revolutionäre Raumkonzept des großen Renault um 1970 weltweit durchgesetzt und dies sogar in Nordamerika. Dort fühlten sich Ford, Chevrolet und AMC durch den Renault 16 dazu inspiriert, mit eigenen, allerdings nur dreitürigen Hatchbacks zu antworten und so die Flut europäischer und japanischer Importe zu bekämpfen. Noch als die US-Compacts mit Fließheck auf der Frankfurter IAA 1973 vorgestellt wurden, erklärten GM-Manager ausführlich die Vorzüge des variablen Chevrolet Vega (allerdings mit Hinterradantrieb) und dessen Konkurrenzfähigkeit gegenüber Europäern, allen voran dem Renault 16. Die Realität sah allerdings anders aus. Nicht einmal der VW Passat verfügte über eine so vielfältig verschiebbare Sitzlandschaft wie der geniale, damals bereits acht Jahre alte Renault 16.
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Zum weltweiten Standard wurde die fünftürige Karosserieform in der heutigen Kompaktklasse aber erst Mitte der 1980er Jahre, da hatte sich ihr Erfinder, der Renault 16, bereits still und bescheiden in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Und seinen Ehrenplatz in der Ruhmeshalle der innovativsten Automobile aller Zeiten eingenommen.
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Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Wolfram Nickel/SP-X am 05.01.2015, 10:34 Uhr veröffentlicht.
