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Thomas Schneider (vm) - 2. Januar 2015, 16:23 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Tesla Model S: Haste Töne

Tesla geht seinen ganz eigenen Weg.

Tesla geht seinen ganz eigenen Weg. Das hat der kalifornische Autobauer mit seiner Elektro-Oberklasse-Limousine Model S bewiesen. "Klotzen statt Kleckern" lautet das Motto. Und das gilt nicht nur für den Antrieb des Dickschiffs, sondern auch für die Musikanlage des schwäbischen Zulieferers Sinn.

Auf der Suche nach dem bestmöglichen Sound startete die Entwicklung 2009 "auf einem weißen Blatt Papier und ohne strikte Vorgaben", erklärt Michael Fabry, Leiter Akustik und Audio-Systeme bei Sinn. Noch nie habe er bei einem Projekt derartige Freiheiten genossen. Das Ziel: ein maßgeschneidertes System für das Model S. Zum Teil hat Tesla gar den Wagen zugunsten des Musiksystems angepasst.

So zum Beispiel bei den vorderen Türen, deren Bleche und Verkleidung rund um die darin platzierten Lautsprecher gezielt verstärkt worden sind. Dank dieser Versteifung sei der Klang des Systems besonders dynamisch, konturiert und vor allem verzerrungsfrei. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Die Musik - egal in welcher Lautstärke - klingt klar und unverfälscht, fast wie in einem Konzertsaal.

Und wie entstehen diese Klangerlebnisse? Das erreicht das Unternehmen aus Stuttgart laut Fabry unter anderem durch eine computergestützte Abstimmung. Mit der selbst entwickelten Software "S1nn Tuning Technology" schaffen die Sound-Spezialisten ein Klangkonzept, bei dem die Akustik auf jedem Sitzplatz perfekt abgestimmt ist. 80 Prozent der Abstimmung basieren auf wissenschaftlich-mathematischen Zusammenhängen der Akustik und rund 20 Prozent auf Hörtests. Das in die Elektronik integrierte "Volume Management" passt außerdem unter anderem die Lautstärke und auch den Bass nicht nur an die gefahrene Geschwindigkeit an, sondern auch an das Innengeräusch des Fahrzeugs. Es berücksichtigt sogar die eingestellte Lüfterstufe.

Und für die Endabnahme des Systems hat sich Tesla prominente Unterstützung geholt: Der legendäre US-Musikproduzent Rick Rubin, der unter anderem Alben von AC/DC, Black Sabbath, U2 und Eminem produziert hat, erteilte der Anlage den finalen "Ritterschlag". Nach ausgiebigen Tests antwortete der auf die Frage, was er ändern würde, schlicht: überhaupt nichts.

Diese Feinabstimmung ist laut Entwickler Fabry genau das, was Anlagen von Sinn besonders macht. Das Herzstück ist das von Sinn entwickelte "Daughterboard" mit sieben Verstärkerkanälen, das hinter dem riesigen 17-Zoll-Touchscreen-Display des Model S in der Mittelkonsole platziert ist. Die Basis-Variante bringt es auf bescheidene 200 Watt Nennleistung.

Und auch die getestete Premium-Variante leistet als 12-Kanal-System mit zusätzlichem Booster eher moderate 560 Watt Sinus. Zur Orientierung: Das vergleichbare Bang & Olufsen-System im Audi A7 protzt mit 1 400 Watt Sinusleistung. Aber Wattzahlen sind bei weitem nicht alles, merkt Ingenieur Fabry an. Entscheidend sei es, die Leistung auch umzusetzen - genauso wie beim Antrieb eines Autos. Kürzlich verglich "auto motor und sport" die beiden Systeme und sah sie beim Klangerlebnis gleich auf. Für den Preis gilt das aber nicht: So kostet die Audi-Lösung rund 6 000 Euro Aufpreis, die Premium-Variante im Tesla aber nur rund 2 000 Euro gegenüber dem serienmäßig verbauten Basis-System von Sinn.

Das System im Model S besteht aus 12 Lautsprechern: Zwei Hochtöner in der A-Säule leisten dabei jeweils bis zu 20 Watt, zwei Mitteltöner steuern je 40 Watt bei. In die vorderen Türen sind zwei 80-Watt-Woofer eingelassen, in die hinteren Türen zwei 40-Watt-Lautsprecher. Dazu kommen drei Mitteltöner auf der Instrumententafel mit je 40 Watt. Eine Besonderheit ist die mit 25 Litern Volumen besonders üppig dimensionierte 80-Watt Bassbox. Schon bei recht geringer Lautstärke kommen die Bässe klar durch.

Thomas Schneider / mid

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Thomas Schneider (vm) am 02.01.2015, 16:23 Uhr veröffentlicht.