Günter Weigel/SP-X - 30. Dezember 2014, 14:18 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Sonst noch was? - Allerlei Gemunkel und manches Gewusste
Zum Jahreswechsel blicken wir ein wenig vor und zurück. Aber nicht nur.
Irgendwie sind die Silvesterraketen bislang unter dem Radar der EU durchgeflogen, was vielleicht auch ganz gut so ist. Aber vielleicht arbeitet man schon an Gütesiegeln für Knallkörper, was Lautstärke, Flughöhe und Partikelemissionen angeht.
Doch widmen wir uns lieber erfreulichen Themen. Dem ADAC beispielsweise. Der Club hat im abgelaufenen Jahr zu seinen Wurzeln gefunden, beziehungsweise, er ist dabei. Dabei geholfen haben jede Menge gelbe Engel, was ja gewissermaßen auch ihr Job ist. Dass sie die Hilfe auf eher unkonventionelle, geradezu originelle Art leisteten, soll nicht vergessen sein. Das damalige Chaos rund um Deutschlands vermeintlich wichtigste Autopreisvergabe hat erstaunlicherweise den vielen übrigen Preisen, die zu preisen wir nicht unbedingt als unsere Aufgabe ansehen, nicht geschadet. Oder höchsten ein bisschen.
Zumindest kommen übelmeinende Zeitgenossen durchaus auf Zusammenhänge zwischen sehr teuren Anzeigenseiten in bundesweiten Sonderausgaben zum Jahrestag der Wiedervereinigung und massenhaften Preisen an Konzernprodukte. Aber man weiß es nicht. Man munkelt nur, was ja überhaupt die Grundlage der Arbeit von Verschwörungstheoretikern ist.
Eine Verschwörung mutmaßen auch theoretisch gut unterrichtete Kreise rund um den Nürburgring. Die von der rheinlandpfälzischen Landesregierung mit viel Fantasie, jede Menge Hoffnung und noch mehr Unverstand in die Eifel gestampfte grüne Hölle als Erlebnispark ist in diesem Jahr samt Nürburgring insolvent verkauft worden. Also genau genommen die Rennstrecke. Den Rest braucht niemand. Der Käufer, ein scheinbar solventer Mittelständler, musste aber schon bald mit den Zahlungen passen, weshalb nun ein russischer Oligarch das Sagen an Deutschlands berühmtester Rennstrecke hat. Man kann nun viele Indizien so deuten, als wäre genau das von langer Hand geplant gewesen, obwohl doch alle Beteiligten im Land eben dieses immer verhindern wollten. Wie gesagt, man weiß es nicht, man munkelt es nur.
Apropos Nichtwissen. Da unsere Glaskugel etwas trüb ist, sehen wir die Entwicklung auf dem Automarkt 2015 nicht ganz genau. Wir vermuten aber, in Summe bleibt es in Deutschland so wie es ist. Zu munkeln bleibt daher, dass ungefähr die Hälfte, aber auch gerne mehr der Verkaufsabsichtserklärungen der verschiedenen Hersteller und Importeure sich am Ende des nächsten Jahres als eher fehlerhaft erwiesen haben wird. Ziemlich sicher sind wir diesbezüglich, was die E-Autos angeht. Die Stromer bleiben teurer und damit selten.
Die jüngst von Audi-Chef Rupert Stadler angekündigte Offensive, mit Modellen, die Tesla Konkurrenz machen werden, was die Reichweite angeht, wird an den dürftigen Verkaufszahlen im echten Leben wenig ändern. Außerdem dauert es noch ein wenig. Bis dahin können wir uns sicher auch noch 2015 weiter ärgern über Uber, die Pkw-Maut, pardon Infrastrukturabgabe, marode Straßen, gefährliche Kältemittel, Streiks bei Bahn und Lufthansa und andere Dinge, die wir gerade schon erfolgreich verdrängt hatten. Sonst noch was? Nächstes Jahr wieder.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Günter Weigel/SP-X am 30.12.2014, 14:18 Uhr veröffentlicht.
