Michael Specht (vm) - 11. Dezember 2014, 08:00 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Skoda-Vision: Superb als Maßstab der Mittelklasse
Noch sind die Wagen stark getarnt, lassen nur erahnen, wie es darunter wohl aussieht.
Auch im Kofferraum wollte Skoda erneut Bestmarken setzen. Hinter der riesigen Heckklappe, die man von außen nicht als solche wahrnimmt, verbirgt sich ein üppiges Gepäckabteil von 625 Litern Volumen. Werden dann noch die Rücksitzlehnen umgeklappt, sollen bis zu 1760 Liter hineinpassen. Rekord im Segment. Das schaffen manche Kombis nicht. Optional ist sogar die Beifahrerlehne umklappbar.
Neues Auto, neue Antriebe. Skoda schmiss alle alten Aggregate aufs Altmetall. Einzug hielten neue Vierzylinder-Diesel und -Benziner, sämtlich sauber nach Euro-6-Abgasnorm und alles moderne, sparsame Turbo-Direkteinspritzer. Genannt wird eine durchschnittliche Spritersparnis von 23 Prozent. Der Einstieg beginnt bei 120-Diesel-PS. Für diesen 1.6 TDI verspricht Skoda einen CO2-Ausstoß von nur 99 g/km, in der Greenline-Version sogar nur 96 g/km. Stärkstes Modell wird der 280 PS starke TSI. Die meisten Kunden werden sich laut Vertriebsvorstand Werner Eichhorn jedoch für den Zweiliter-TDI mit 150 PS entscheiden. Insgesamt bietet Skoda fünf Benziner und drei Diesel an, wahlweise mit manueller Sechsgangschaltung oder Sechs- oder Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Auch Allradantrieb wird es geben.
Eine erste Testfahrt mit noch getarnten Vorserienmodellen zeigte bereits, dass Skoda besonderen Wert auf Komfort gelegt hat. Der Superb gleitet so ruhig und ausgeglichen über Unebenheiten, dass man diese fast nicht mehr wahrnimmt. Auch Windgeräusche bleiben draußen, ein Zeichen für eine sehr steife Karosserie. Erstmals bieten die Tschechen zudem ein adaptives Fahrwerk an, das fünf unterschiedliche Einstellungen erlaubt: Comfort, Normal, Sport, Eco und Individual.
Im Interieur fühlen sich Skoda-Fahrer sofort zu Hause, aber auch Neueinsteiger kommen schnell mit der Bedienung des Cockpits zurecht. Alles wirkt klar gegliedert und übersichtlich angeordnet. Spielereien und Gimmicks überlässt Skoda anderen. Die Verarbeitung ist vorbildlich und erreicht Passat-Niveau.
Neu ist die elektronische Parkbremse. Den Platz für den fehlenden Handbremshebel nutzt man für Cupholder auf der Mittelkonsole. Und Skoda wäre nicht Skoda, würde man den Superb nicht auch voll pfiffiger Ideen stopfen. Motto: simply clever. In alle vier Türen passen große Wasserflaschen. In den vorderen Türen steckt jeweils ein Regenschirm. In der Tankklappe sitzt der obligatorische Eiskratzer. In die kleine Tasche an der Sitzflanke passt ein Handy und im Kofferraum haftet magnetisch eine LED-Lampe.
Weil Skoda auf den neu entwickelten Infotainment- und Elektronikbaukasten des VW-Konzerns zurückgreifen kann, hält modernste Technologie Einzug ins Topmodell der Marke. Auf der Assistenzseite stehen optional unter anderem Abstandsradar mit Stop&-Go-Funktion im Stau, Ausparkwarner und maskiertes Dauerfernlicht zur Verfügung. In Sachen Konnektivität bietet der Superb LTE-Verbindung, WLAN-Hotspot und Smartphone-Übertragung für Android und Apple-Geräte. Ab 2016 lassen sich die Geräte sogar induktiv laden und nutzen die Fahrzeugantenne.
Preise für den neuen Superb will Skoda erst auf dem Genfer Salon im März bekannt geben. Vertriebschef Eichhorn verspricht "etwa auf dem Niveau des Vorgängers" zu bleiben, das heißt, das Einstiegsmodell dürfte bei rund 25 000 Euro beginnen. Von den beiden Superb-Vorgängergenerationen hat Skoda knapp 750 000 Einheiten verkauft. Der Neue soll diese Zahl deutlich übertreffen.
Michael Specht
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