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Günter Weigel/SP-X - 7. Dezember 2014, 11:45 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Sonst noch was - Britische Undichtigkeit

Da sitzt man gemütlichen beim Tee und wundert sich über die Nachbarn. Nicht das man tratschen wollte. Aber so ein bisschen schräg sind sie schon - die Briten.

Briten sind anders als andere Europäer. Nicht nur, dass sie allesamt auf einer Insel leben und auf der falschen Seite der Straße fahren. Nein, sie haben auch immer wieder Ideen, auf die andere nicht kommen. Wir sprechen hier nicht vom EU-Austritt und derlei Albernheiten. Es geht um die Grundlagen des Zusammenlebens, das Einhalten von Regeln beispielsweise. Das klappt natürlich in Großbritannien genauso recht und schlecht wie bei uns. Im Großen und Ganzen weiß man, was man darf und was nicht und wenn nicht, kommt die Polizei als Freund und Helfer, um einem den richtigen Weg zu weisen.

In Derbyshire genügt das der Bevölkerung allerdings nicht. In bester Wildwest-Manier lauert dort eine Bürgerwehr mit Pistolen Autofahrern auf. Deren Verbrechen: Sie waren zu schnell. Anders als im wilden Westen und heutigen Teilen der USA werden die Delinquenten allerdings nicht vorsorglich erschossen. Mit vornehmer britischer Zurückhaltung werden Mobilisten nicht mit Blei, sondern mit Radarstrahlen beschossen, was zu mehr oder weniger zuverlässigen Geschwindigkeitsmessungen und einer Vielzahl von Tätern führt. Das wiederum ruft die Polizei auf den Plan.

Eigentlich, so die Idee, sollten die ertappten Verkehrssünder einen Brief der Obrigkeit erhalten, auf das sie ihre Sünden erkennen und in Zukunft langsamer fahren. Allein, es sind zu viele Sünder. Die Polizei kommt mit dem Briefeschreiben nicht hinterher und hätte jetzt gerne, dass die radarbewaffneten Bürgerwehr ihr Messen einstellt.

Apropos Messen. Auch dazu gibt es eine spleenige Idee aus Good Old England. Prince Michael of Kent stört sich daran, dass im Mutterland von Jaguar, Aston Martin, Bentley und Rolls Royce keine Automesse von Weltrang mehr stattfindet. Sieht man von den Festivals in Goodwood ab, genau genommen gar keine. Die letzte British International Motor Show fand 2008 in London statt.

Dort soll sie nach dem Willen des blaublütigen Ideenlieferanten auch künftig wieder stattfinden und von der Größe her mit Frankfurt oder Genf konkurrieren können. Wobei anzumerken wäre - was denn nun, klein-gemütlich nach Genfer Vorbild oder eher groß und weiträumig wie in Frankfurt? Doch mit derlei Petitessen wollen wir den Prinzen jetzt noch nicht behelligen, gilt es doch ein drängenderes Problem zu bewältigen.

Die Messe soll im Battersea Park unter freiem Himmel stattfinden. Eigentlich eine schöne Idee, man denke an Auftritte der Rolling Stones im Hyde Park beispielweise, wenn da nicht eine kleine Unvollkommenheit der britischen Insel wäre. Wenn wir uns recht erinnern, ist England nicht ganz dicht. Jedenfalls dringt von oben immer wieder Nässe durch. Das mögen weder Aussteller noch Besucher und wie wir diese Woche an anderer Stelle erfahren konnten, auch keine Prototypen, die man sonst doch gerne auf Messen vorführt. Vielleicht überdenkt der Prinz das Thema nochmal bei einem Kännchen Tee und einem Glas Single Malt oder einem Martini, gerührt, nicht geschüttelt selbstverständlich.

Womit wir bei den britischen Traditionen wären, die wir immer wieder gerne sehen. Der berühmteste Geheimagent der Welt tritt auf und mit ihm ein neues Dienstauto. Sein Aston Martin DB10 soll allerdings so nur in einer Auflage von 10 Exemplaren gebaut werden. Eins für Bond und sicher auch ein paar als Ersatz, weil der gute James ja immer alles kaputt macht. Das amtliche Dienstfahrzeug soll allerdings auch zeigen, in welche Richtung das Aston Martin-Design sich entwickeln könnte. Clever! Schon die Ankündigung eines Films genügt und alle wissen Bescheid. Geht doch, sogar ganz ohne Automesse. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Günter Weigel/SP-X am 07.12.2014, 11:45 Uhr veröffentlicht.