Rudolf Huber (vm) - 5. Dezember 2014, 16:56 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Auto-Emissionen: Bischöfe als Klima-Sünder
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Pünktlich zum Nikolaustag packt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wieder ihre Rute aus. Empfänger der verbalen Schläge sind die obersten Kirchenmanager Deutschlands. Und die dürften sich überhaupt nicht über die Aufmerksamkeit aus Berlin freuen. Denn die DUH suchte wieder nach den größten Spritschluckern in den Dienstwagen-Flotten. Und wurde ausschließlich bei den katholischen Würdenträgern und den Maltesern fündig.
Beim DUH-Dienstwagencheck, wie er ähnlich auch bei Politiker-Karossen durchgeführt wird, wurden Motorisierung, Spritverbrauch und CO2-Emissionen der persönlich zugeordneten Dienstfahrzeuge des deutschen Klerus überprüft. Gerade auch angesichts der Entscheidung von Papst Franziskus, der auf sparsamere und weniger protzige Autos umrüsten ließ. Doch von dieser Haltung ist laut DUH bei den katholischen Würdenträgern in Deutschland noch nicht sehr viel angekommen: Es setzte immerhin acht rote Karten.
Dunkelrot sah Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen. Sein VW Phaeton liegt mit 224 g CO2/km etwa 70 Prozent über dem geltenden EU-Klimaschutzgrenzwert. "Er hat immer noch nicht verstanden, dass auch die obersten Manager mit göttlichem Auftrag irdische Klimaschutzregeln zu befolgen haben", wettert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Weil sie zum wiederholten Mal die Auskunft verweigerten, kassierten die Bistümer Augsburg, Mainz und Regensburg erneut Rot.
Bei den protestantischen Kirchenchefs setzte sich der Trend zur "Grünen Karte" dagegen fort: Die Mehrzahl ist mit klimaverträglicheren Motorschlitten unterwegs. Grün wurde statt im Vorjahr 14 Mal jetzt immerhin 24 Mal vergeben, die Zahl der "Gelben Karten" sank von 20 auf 19.
Positiver Spitzenreiter ist wie vor zwei Jahren Landesbischof Jochen Bohl von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen, dessen Mercedes-Benz E300 B BlueTEC Hybrid 99 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt.
Beim Blick zurück errechnetet die DUH, dass sich der CO2-Ausstoß der bischöflichen Dienstlimousinen seit Beginn der Abfrage im Jahr 2011 im Durchschnitte von 172 g auf 135 g CO2/km verringerte. Jürgen Resch: "Auffällig ist, dass die katholischen Oberhäupter den evangelischen Kollegen beim Klimaschutz weiter hinterherfahren." Zum Vergleich: Bei den Protestanten sind es aktuell 125 g CO2/km, bei den Katholiken 143 g CO2/km.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Rudolf Huber (vm) am 05.12.2014, 16:56 Uhr veröffentlicht.
