Martina Göres (vm) - 5. Dezember 2014, 15:11 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Peugeot 208 GTi 30th: Kompromissloser Kraftzwerg
Als sportlichste Variante sorgte schon der Peugeot 205 GTi 1984 für Aufsehen.
Nach den ersten Kurven auf der abgesperrten Rennstrecke im französischen Dreux ist klar, dass die Franzosen die GTi-Idee mit der Sonderedition noch einmal radikaler interpretiert haben. Die Leistung des 1,6-Liter-Turbo-Direkteinspritzer-Benziners wurde für den 208 GTi 30th um acht PS auf 153 kW/208 PS angehoben. Das maximale Drehmoment wurde um 25 Nm auf 300 Newtonmeter gesteigert. 95 Prozent des maximalen Wertes stehen bereits bei 1 750/min zur Verfügung. Der ausschließlich als Zweitürer erhältliche, 3,96 Meter lange Fronttriebler sprintet in 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h (208 GTi: 6,8 Sekunden). Die Tachonadel klettert bei beiden Versionen bis 230 km/h.
Wichtiger als das Plus an Power ist aber die kompromisslosere Abstimmung der französischen Rennsemmel. Das Fahrwerk wurde gegenüber dem GTi um zehn Millimeter niedriger gelegt, die Spur vorn um 22 Millimeter und hinten um 16 Millimeter verbreitert. Straffere Dämpfer, die neu abgestimmte Lenkung, größere Bremsen und die 18 Zoll-Leichtmetallräder mit spezieller Bereifung sind für eine wesentlich sportlichere Gangart ausgelegt. Wo der "normale" GTi sich noch durchaus komfortabel gibt, zeigt der 208 GTi 30th mehr Härte und Präzision.
Aus dem RCZ R stammen das speziell für die leistungsstärkste GTi-Version abgestufte Sechsgang-Handschaltgetriebe sowie das mechanische Torsen-Sperrdifferenzial mit begrenztem Schlupf. Es sorgt für mehr Grip auf den Antriebsrädern, wodurch aus engen Kurven heraus schneller herausbeschleunigt werden kann. Die Neigung zum Untersteuern haben die Ingenieure von Peugeot Sport dem agilen Fünfsitzer nahezu abgewöhnt. Obwohl schneller und sportlicher, liegt der Normverbrauch mit 5,4 Liter Super je 100 Kilometer (125 g/km CO2) um einen halben Liter unter dem des 208 GTi. Dank spezifischer Abstimmung, neuer Einspritz-Technik und serienmäßiger Start-Stopp-Automatik erfüllt der Motor die Euro 6-Norm.
Für eine Differenzierung zum GTi sorgen optisch mattschwarze statt chromglänzende Elemente am Kühlergrill, an den Nebelscheinwerfern und an dem Rückspiegel. Überzeugend auch der hochwertig gestaltete Innenraum und die sehr gute Ausstattung. Zweizonen-Klimaautomatik, Einparkhilfe hinten, Tempomat, Licht- und Regensensor, Navigation und statisches Kurvenlicht sind ebenso an Bord wie die spezifisch ausgeformten Sportschalensitze in Alcantara für noch besseren Seitenhalt. Über der Deckenleuchte prangt eine nummerierte Plakette mit dem Schriftzug "208 GTi 30th". So viel Exklusivität hat ihren Preis: mit 27 590 Euro ist die Sonderedition 4 290 Euro teurer als der "normale" GTi. Dafür ist die Aufpreisliste erfreulich kurz: Alarmanlage für 300 Euro, Digitalradio zum Preis von 210 Euro, Navigation Plus für 270 Euro und die 1 500 Euro teure zweifarbige rot-schwarze Sonderlackierung "Coupe Franche", mit der der 208 GTi 30th endgültig zum heißen Knallbonbon wird.
Plus: präzises Fahrverhalten, hochwertiger Innenraum, gute Ausstattung
Minus: hoher Anschaffungspreis
Martina Göres/mid
Technische Daten Peugeot 208 GTi 30th
Zweitüriger, fünfsitziger Kleinwagen mit Schrägheck, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern: 3,96/1,74/1,45/2,54; Leergewicht: 1 265 kg; zul. Gesamtgewicht: 1 650 kg; Kofferraumvolumen: 285 bis 1 076 l; Tankinhalt: 50 l, Preis: 27 590 Euro.
Motor: Vierzylinder-Turbobenziner mit Direkteinspritzung, Hubraum: 1 598 ccm; Leistung: 153 kW/208 PS bei 6 000/min, max. Drehmoment: 300 Nm bei 3 000/min, Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h, 0 bis 100 km/h: 6,5 Sekunden, Normverbrauch: 5,4 l/100 km, CO2-Ausstoß: 125 g/km, Sechsgang-Handschaltung mit Torsen-Sperrdifferenzial, Frontantrieb.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Martina Göres (vm) am 05.12.2014, 15:11 Uhr veröffentlicht.
