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Patrick Broich/SP-X - 5. Dezember 2014, 10:37 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Audi A1 - Drei Töpfe für die Basis

Dreizylinder sind auf dem Vormarsch. Auch beim kleinsten Audi sollen die Motoren den Verbrauch senken ohne die Leistung zu schwächen. Doch die Ingolstädter haben nicht nur weggenommen, sondern auch eine Schippe draufgelegt.

Der Basisaudi A1 tritt ab sofort mit drei Zylindern und einem Liter Hubraum an. Das Minus an Töpfen geht nicht mit einem Minus an Leistung einher. Der neue Einliter-Turbo, sattelt 95 Pferdchen. Obendrein verbraucht das 88 kg leichte Triebwerk mit 4,3 Litern /100 km (99 g CO2/km) immerhin 0,8 l weniger als der 63 kW/86 PS starke Vorgänger mit 1,2 Litern Hubraum.
Auch dieselseitig schaltet Audi eine Stufe zurück beziehungsweise nimmt einen Zylinder weg und knüpft damit an alte Audi A2-Tage an. Das Triebwerk des damaligen Einsteigers besaß analog zum aktuellen 1,4 TDI exakt die gleiche Maße und damit ebenso 1.422 Kubikzentimeter Hubraum, aber Motorenentwickler Ralf Doering versichert, dass es sich dennoch um ein völlig neues Aggregat handelt. In der Tonlage ist der inzwischen auf 66 kW/90 PS erstarkte Selbstzünder ähnlich kernig wie früher.

Wirklich ausgewogen ist der 1,4 Liter große Vierzylinder-Benziner. Diesem haben die Techniker im Zuge des Facelifts zehn Mehr-PS spendiert und sind damit nun bei 110 kW/150 PS angelangt. In der Teillast läuft der drehfreudige Motor aus Spargründen nicht auf allen Töpfen, was der Fahrer aber gar nicht mitbekommt. Mit 21.300 Euro bleibt er über 4.500 Euro unter dem 141 kW/192 PS starken 1,8er-Topmodell, das die deutlich besseren Beschleunigungswerte auf dem Papier in der Praxis nicht ausspielen kann. Zumal das dort serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe für so manchen Schalt-Fan kein wirkliches Lockmittel ist. Und das Sechsgang-Getriebe ist auf den Punkt genau abgestimmt, besticht mit präziser wie knackiger Gangart.

Präzise ist außerdem die jetzt rein elektrische Servolenkung - zwar war die auch vorher schon elektrisch angetrieben, aber mit vorgeschalteter Hydraulikeinheit. Jetzt läuft der E-Motor nur dann, wenn auch Lenkmoment abgerufen wird, was sich auf die Energieersparnis auswirkt.

Beim Fahrwerk haben die Verantwortlichen ebenfalls eine Schippe draufgelegt. Nun kann die Dämpfercharakteristik per Knopfdruck verstellt werden (150 Euro). Jedoch handelt es sich dabei nicht um eine variable Anpassung der Kennlinie, man darf lediglich zwischen zwei festgelegten Modi wählen und die Federung damit härter oder weicher arbeiten lassen. Kommt die Frage auf, ob es lieber der Sportback oder die Limousine sein soll. Bis zu 920 Liter Gepäck erlauben beide - bleibt also alleine der Vorteil des bequemeren Fond-Einstieges für alle, die häufig mit mehr als zwei Personen unterwegs sind. Oder das Design entscheidet.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Patrick Broich/SP-X am 05.12.2014, 10:37 Uhr veröffentlicht.