ALLRAD-NEWS

Peter Weißenberg/SP-X - 4. Dezember 2014, 16:40 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Peugeot 208 GTi 30th - Bissiges Löwenkind

Peugeot fährt die Krallen aus und schickt ein Jubiläumsmodell des 208 GTi ins Rennen. Der schnelle Löwe ist nur etwas stärker als seine zivile Variante - aber schärfer.

Der 205 GTi kam 1984 genau zu dem Zeitpunkt, als Volkswagens Golf GTI in seiner zweiten Generation deutlich an Speck zulegte - und war nicht nur deswegen ein Renner. An dieses Sport-Feeling möchte die Löwenmarke mit dem 208 Gti 30th anknüpfen. Mit mehr als 4.000 Euro Aufpreis zum Gti lässt es der 30th auch dort krachen. 27.590 Euro sind fällig.

Und das für nur acht PS mehr. Der 1,6-Liter-Turbobenziner leistet 208 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 300 Newtonmetern bereit. Aber auch die Gesamtabstimmung wird angespitzt. Besonders bei komplett abgeschaltetem ESP erkundet der 208 GTi 30th feinfühlig den Grenzbereich.  

Die Peugeot-Techniker haben ein Torsen-Sperrdifferenzial montiert. Das arbeitet mechanisch statt elektronisch. Vorteil, gerade in engen Kurven: Der Fahrer kann früher wieder aufs Gas gehen und hat maximale Kraft am Rad mit dem meisten Grip. Untersteuern wird fast ausgemerzt. Mit 230 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit liegt der 30th auf dem Wert des Normal-GTi - erreicht die 100er-Marke schon nach 6,5 Sekunden und schafft auch die Zwischenspurts schneller.

Der Komfort im Vergleich zum zivilen GTi ist allerdings abgeschmolzen - auch wegen der strafferen Dämpfung und der noch mal einen Zentimeter tiefer liegenden Karosse. Ein rasender Familien-Einkaufskorb ist der 30th nicht; auch wenn Kofferraum, Rücksitzbank oder Innenraum die Maße der Serie aufweisen. Aber schon die von der Rennabteilung beigesteuerten Integral-Sitze in tiefschwarzem Alcantara machen klar, worum es hier geht.

Wer sich das Sammlerstück zulegt, sollte Mut zum optischen Statement haben - vor allem, wenn er die 1.500 Euro Aufpreis für die Sonderlackierung "Coupé Franche" ausgibt: Die kombiniert eine mattschwarze Strukturlackierung im vorderen Teil der Karosserie mit einer schräg anschließenden roten Metalliclackierung am Heck. 17 Stunden dauert die spezielle Lackierarbeit. Knallrote und satt zubeißende Brembo-Bremssättel hinter den schwarzen 18-Zoll-Leichtmetallrädern zeigen stets, dass hier ein Sportsmann steht.

Das Jubiläumsmodell weist alles auf, was sonst als Option oder Ausstattungspaket zu haben ist. Licht- und Regensensor, Notfall-Bremssystem, Klimaautomatik mit Handschuhfach, Navigationssystem oder die mattschwarze Kriegsbemalung nebst Spoilerei sind an Bord. Abstandsradar, Spurhalteassistent oder Totwinkelwarner gibt's nicht.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Peter Weißenberg/SP-X am 04.12.2014, 16:40 Uhr veröffentlicht.