Walther Wuttke/SP-X - 21. November 2014, 12:14 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Radbekleidung in der Kälte - Als Zwiebel durch den Winter
Regen, Nebel, Kälte - die typischen Begleiterscheinungen der dunkleren Jahreszeit müssen Radfahrer nicht unbedingt von ihrem Fortbewegungsmittel fernhalten. Im Zweifel hilft die richtige Kleidung.
Angesichts der sich ständig ändernden Wetterbedingungen, kommen Radler am besten mit der sogenannten Zwiebeltaktik durch den Winter. ,,Das Mehrlagenprinzip hat sich als effizienter Kälteschutz bewährt, Dabei werden mindestens drei Kleidungsschichten aus atmungsaktiven Materialien übereinander getragen. Sie leiten die entstehende Feuchtigkeit von der Haut weg", erklärt Stephanie Herrling vom Outdoor-Spezialisten Vaude. Gleichzeitig lässt sich so auch die Temperatur regulieren. Dabei hat jede Schicht eine genau definierte Aufgabe.
Um eine Auskühlung durch die verdunstende Feuchtigkeit zu entgehen, gibt Schicht Eins oder die Unterwäsche, den Schweiß zügig an Schicht Zwei weiter. Neben den in den vergangenen Jahren vor allem eingesetzten synthetischen Materialien verwenden Hersteller heute auch zunehmend kratzfreie Merinowolle, die der Baumwolle in Sachen Klimamanagement deutlich überlegen ist. Außerdem ist sie wesentlich hautfreundlicher als die synthetischen Stoffe, kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen und ,,schluckt" zudem die mit dem Schweiß verbundene Geruchsentwicklung. Selbst wenn die Wolle feucht ist, wirkt sie wärmend.
Schicht Zwei kann durchaus aus mehreren Kleidungsstücken bestehen. Dazu gehören unter anderem leichte und dehnbare Trikots über die je nach Temperatur-Verhältnissen unter Fleece-Oberteilen angezogen werden. Sind die Temperaturen richtig im Keller, hilft wattierte Bekleidung. Aus dem Bergsport kommt das Füllmaterial Primaloft, das gut die Körperwärme speichert, sich leicht tragen lässt und die Bewegungsfreiheit nicht einschränkt. Denn schließlich muss der Radfahrer immer noch in der Lage bleiben, schnell reagieren zu können, was nicht möglich ist, wenn die Kleidung zu sperrig ist.
Bei Schicht Drei steht der Schutz vor dem Wetter im Vordergrund. Eine atmungsaktive Softshell-Jacke bietet den besten Kompromiss aus Atmungsaktivität und Wetterschutz. Sie fungiert als Isolier- und Schutzschicht und muss erst bei wirklich starkem Regen mit einer traditionellen Regenjacke kombiniert werden.
Besonders wichtig für winterliches Radfahren sind warme Beine und Füße. Während die Beine gut durchblutet werden, stellt sich bei den Füßen nach einer gewissen Zeit zunächst beißende Kälte ein, bis man sie irgendwann nicht mehr richtig fühlt. Radhosen für winterliche Touren haben inzwischen das Aussehen ,,ziviler Beinkleider" angenommen, schützen im hinteren Bereich vor Nässe, sind vorne winddicht und halten so den kalten Wind vom Bein fern. Die Füße lassen sich am besten mit speziellen Winterstrümpfen und Gamaschen über den Radschuhen schützen. Für Kopf und Hände gibt es entsprechende Handschuhe und Helmmützen gegen die Kälte. Dabei sollten die Handschuhe so geschnitten sein, dass sich Bremse und Schaltung problemlos bedienen kann.
Gut verpackt ist der Radler nämlich erst dann, wenn er sein Rad problemlos beherrschen kann.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Walther Wuttke/SP-X am 21.11.2014, 12:14 Uhr veröffentlicht.
