ALLRAD-NEWS

Thomas Schneider (vm) - 7. November 2014, 14:58 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Caravaning im Winter

Hartgesottene Camper scheuen weder Eis noch Schnee und gehen auch im Winter mit ihrem Freizeitmobil auf Tour.

Hartgesottene Camper scheuen weder Eis noch Schnee und gehen auch im Winter mit ihrem Freizeitmobil auf Tour. Vor einer Urlaubsreise mit dem Reisemobil oder dem Caravan müssen allerdings einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Neuere Fahrzeuge sind meist gut isoliert und daher wintertauglich. Eine Heizung ist heute selbstverständlich, und bei Wohnmobilen gibt es in den höheren Preiskategorien sogar Fußbodenheizungen. Notwendig beim Campen in der kalten Jahreszeit ist allerdings ein ausreichender Vorrat an Brennstoff für die Gasanlage. Die sollte nur mit reinem Propan befüllt sein, weil dieses im Gegensatz zu Butan auch bei Minusgraden flüssig bleibt. Bei einem zu hohen Butangasanteil kann es zu Vereisungen und damit Störungen in der Heizungsanlage kommen. Vor Antritt der Urlaubsreise ist es empfehlenswert, das Fahrzeug einmal komplett auf- und durchzuheizen. Und: Ersatzbatterien für die Piezozündung sowie eine Ersatz-Gasflasche gehören mit ins Gepäck.

Neben der passenden Bereifung und der Mitnahme von Schneeketten ist die Wahl eines geeigneten Campingplatzes wichtig. Von Vorteil ist ein Stellplatz mit Stromanschluss. So wird nicht nur die Batterie geladen, auch der Kühlschrank kann über Strom betrieben werden. Das schont den Gasvorrat.

Allein in Deutschland gibt es rund 1 000 Wintercampingplätze in allen Kategorien. Doch gut ausgestattete Plätze mit einer attraktiven Lage in schneesicheren Regionen der Mittelgebirge oder des Alpenvorlandes sind rasch ausgebucht. Daher ist es empfehlenswert, sich frühzeitig umzuschauen. Die Anreise wird am besten so geplant, dass man nicht erst am Abend den Urlaubsort erreicht. Denn das Aufstellen des Fahrzeugs auf dem Campingplatz ist bei Tageslicht deutlich einfacher als in der Dunkelheit.

Am Urlaubsort angekommen, müssen das Reisemobil oder der Caravan auf einer möglichst schnee- und eisfreien Fläche abgestellt werden. Denn taut der Schnee, kann das Fahrzeug sonst umkippen. Mit Brettern unter dem Deichselrad des Wohnwagens und den Hubstützen schützt der Camper das Fahrzeug vor einem Einsinken in den auftauenden Boden. Sobald das Fahrzeug aufgebockt ist, ist die Handbremse zu lösen. Das verhindert ein Festfrieren, wodurch eine Weiter- oder Rückfahrt unmöglich wird. Beim Verlegen der Stromkabel ist darauf zu achten, dass sie weder am Boden fest frieren, noch von einem vorbeifahrenden Schneepflug abgerissen oder beschädigt werden können.

Angenehm ist ein Vorzelt. Es kann als Stauraum, Schmutz- und Kältebrücke dienen. Hier können etwa Skischuhe gelagert werden, die vor dem Betreten des Wohnraums ansonsten abgefegt werden müssen. Ein großzügig dimensionierter Fußabstreifer ist hier hilfreich. Nachts sollte die Heizung im Fahrzeug auf kleiner Stufe weiterlaufen. Die Temperatur sinkt so nicht unter fünf Grad plus ab, wodurch das Auskühlen des Fahrzeugs und das Einfrieren der Wasserschläuche vermieden wird.

Die Zwangsbelüftungen des Fahrzeugs müssen grundsätzlich immer geöffnet bleiben, damit Kondenswasser entweichen kann. Empfehlenswert ist auch hin und wieder ein kurzes "Stoßlüften". Entsteht dennoch Kondenswasser an Metallteilen und Scheiben, wird es mit einem Lappen trocken gerieben.
Bei starkem Schneefall müssen Urlauber das Dach des Wohnmobils oder, Anhängers und Vorzelt regelmäßig vom Schnee befreien. Vor allem nasser Schnee kann sonst zur tonnenschweren Last werden und das Dach zum Einstürzen bringen. Wer die Dachluke einen Spalt offen lässt, verbessert die Luftzirkulation.

Vor der Heimreise müssen Schnee- oder Eisplatten entfernt werden. Fallen sie während der Fahrt vom Dach, können sie zum tödlichen Geschoss für andere Verkehrsteilnehmer werden. Wer all diese Tipps berücksichtigt, kommt auch beim Urlaub auf Rädern sicher und komfortabel durch den Winter.

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Thomas Schneider (vm) am 07.11.2014, 14:58 Uhr veröffentlicht.