Wolfgang Tschakert (vm) - 13. Oktober 2014, 15:16 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER
Der sicherste Omnibus der Welt
Schon im kommenden Jahr wird der Notbremsassistent für Reisebusse gesetzlich vorgeschrieben.
Das Horrorszenario ist hinlänglich bekannt: Ein schwerer Reisebus fährt ungebremst in ein Stauende, der Fahrer hatte nicht mal reagiert. Die Diagnose: Sekundenschlaf, obwohl der Chauffeur seine Lenk- und Ruhezeiten eingehalten hatte. Der Omnibus Travego hat etwas dagegen. Ein ganzes Bündel Assistenzsysteme nämlich, vor allem den brandneuen Notbremsassistent. Er heißt "ABA 3" (Active Brake Assist Generation 3) und setzt im öffentlichen Verkehrsraum neue Maßstäbe.
"Bis 60 km/h können wir selbst bei stehenden Hindernissen einen Unfall vermeiden", erklärt Peter Schumacher. "Wir können das auch noch mit 80 km/h", erklärt der Leiter Fahrwerk/System beim Omnibus-Hersteller Daimler, "wenn der Reibwert der Straße optimal ist." Am Steuer sitzt Manfred Bachus, der Nerven wie Stahlseile besitzt, was sich im vorgeführten Versuch gezeigt hat. Mit exakt eingestellten 80 km/h rollt der 18-Tonner auf die schwarzen Limousinen zu, die einen Stau simulieren.
Wir kommen immer näher, der Otto-Normalfahrer hätte schon längst gebremst. Himmel, wird das knapp. Jetzt noch eine kurze Warnung im Display, die letzte Chance für den Fahrer, noch etwas zu retten. Doch jetzt wirft der Omnibus den Anker, ob es noch gut geht? Knapp hinter den unversehrten C-Klassen kommt das schwere Gefährt zum Stehen, der Abstandsradar weist noch 3,2 Meter Distanz aus. Die Besatzung applaudiert, der Versuch wird gleich noch einmal wiederholt. Und diesmal registrieren die Mitfahrer, dass es nochmal knapper ausgeht. Knapp einen Meter hinter der Limousine macht der Travego Halt, Peter Schumacher ist alles andere als relaxt. "Wir reduzieren auf 75 km/h", gibt er als Losung aus, mit dieser Geschwindigkeit klappt die autonome Notbremsung perfekt.
Die Marke Mercedes-Benz und ihre Omnibusse marschieren in puncto Sicherheit schon seit mehr als einem Jahrzehnt vorneweg. Der Reisebus Travego ist es auch gewesen, der als erster seiner Art ein ESP-System mit auf den Weg bekommen hat und später einen Abstandsregeltempomaten (ART), der das Tempomat-Fahren abgesichert hat. Auch beim Notbremsassistenten hat der Travego Pionierdienste geleistet. Jeder Kunde, der seinen Reisebus mit ART bestellt hat, hat den Notbremsassistenten ABA gratis dazubkommen. Und jetzt eben ABA 3, dar bei stehenden Hindernissen automatisch eine Vollbremsung einleitet. Jetzt ist der Travego in der Lage, nicht nur die Folgen eines schweren Auffahrunfalls zu reduzieren. Er kann selbsttätig Unfälle vermeiden, natürlich immer im Rahmen der physikalischen Möglichkeiten.
Ab 1. November 2015 müssen nämlich alle in Europa neu zugelassenen Reisebusse einen Notbremsassistenten an Bord haben. Diese müssen damit in der Lage sein, autonom zu bremsen und Kollisionen zu vermeiden. Die Bestimmung schreibt das Szenario genau vor: Aus 80 km/h Reisegeschwindigkeit muss der Bus hinter einem 50 km/h schnellen Fahrzeug rechtzeitig bremsen. Bei einer Vollbremsung aus 80 km/h auf ein stehendes Hindernis muss das Tempo um mindestens 10 km/h selbsttätig verringert werden. Diese Anforderungen werden ab Herbst 2018 nochmal verschärft. Und der Travego mit Active Brake Assist 3 kann heute schon weit mehr, als es der Gesetzgeber übermorgen verlangt.
Wolfgang Tschakert
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Wolfgang Tschakert (vm) am 13.10.2014, 15:16 Uhr veröffentlicht.
