Lars Döhmann (vm) - 24. September 2014, 12:04 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Gummi und Elektronik: Die Verbindung (k)lebt.
Gar nicht langweilig: Obwohl Reifen vor allem schwarz und rund sind, stellen sie ein spannendes Produkt dar.
Schon vor fast 20 Jahren experimentierten Forscher damit, über die Pneus mit ihrer wichtigen Funktion an der Schnittstelle Fahrbahn/ Fahrzeug für die Sicherheit wesentliche Erkenntnisse zu erlangen. Doch der für zehn Jahre später angekündigte clevere Gummi ist bis heute in der damals angedachten Form nicht in Serie gegangen. Auch weitere intelligente Versuche wie der Sidewall Torsion Sensor von Continental wurde nicht in die Serienfertigung eingeführt. Statt der abwechselnd positiv und negativ magnetisierten Seitenwand setzte sich ESP als wegweisendes Instrument für mehr Fahrsicherheit durch.
Nun ist es wieder der Automobilzulieferer und Reifenhersteller Continental, der mit einem intelligenten Reifensensor die schwarzen Rundlinge als Informationslieferanten in die Assistenzsysteme einbinden will. "Künftig wird der Wagen bereits nach wenigen hundert Metern genau mitteilen können, ob die maximale Zuladung überschritten ist, oder ob nur der Reifendruck angepasst werden muss", erklärt Andreas Wolf, Leiter des Geschäftsbereichs Body & Security bei Continental.
Diese Werte, die ein Sensor unter der Lauffläche des Reifens liefert, hat weiteres Potenzial zur Verbesserung von Assistenzsystemen wie ESP oder Ausweich- und Notbremsfunktionen. Während das System von Continental bereits zur Serienreifen entwickelt ist, arbeitet etwa Wettbewerber Goodyear Dunlop noch am Prototyp eines Pneus, an dessen Innenseite ein Batterie-loser Microchip mit reifenspezifischen Informationen platziert ist. Damit könnte der Bordcomputer des Fahrzeugs mit Informationen über Druck, Temperatur und weiteres beliefert werden.
Die Technik von Continental, die inzwischen gemeinsam von den Reifenspezialisten des Hauses, und den Continental-Elektronikern in Regensburg und Frankfurt entwickelt wurde, könnte jederzeit in neue Fahrzeugmodelle integriert werden. Das wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen und dürfte in etwa zwei Jahren so weit sein. Da passt es, dass im Mai 2015 ein neues High Performance Technology Center in Korbach fertig gestellt sein soll, das voraussichtlich im Juli 2016 in Betrieb geht. "Dort sollen nicht nur Hochleistungsreifen für besonders sportliche, technologisch besonders anspruchsvolle hoch motorisierte Pkw hergestellt werden", so ein Sprecher der Firma. Auch für die Entwicklung und Optimierung von Produktionsprozessen ist das beschauliche Örtchen Korbach - quasi auf halbem Weg zwischen Hannover und Frankfurt - vorgesehen.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Lars Döhmann (vm) am 24.09.2014, 12:04 Uhr veröffentlicht.
