Konrad Winterstein (vm) - 3. September 2014, 13:51 Uhr - 4x4 Allrad NEWS
Kostendruck bringt Automobilzulieferer an ihre Optimierungsgrenzen
Mit Kostensenkungsprogrammen in Milliardenhöhe haben die deutschen Autohersteller signalisiert, dass in den nächsten Verhandlungsrunden mit ihren Zulieferern besonders kräftig an der Preisschraube gedreht werden wird.
"Im Normalfall sind die jährlichen Verhandlungsrunden der Automobilkonzerne mit ihren Zulieferern ein eingeübtes Ritual, an dessen Ende der Zulieferer einen mehr oder minder moderaten Preisnachlass akzeptiert. Denn bisher konnten die meisten Zulieferer diesen Preisnachlass über eine Steigerung der Produktivität ganz oder zumindest teilweise kompensieren", sagt Axel Schüle, Senior Manager der Unternehmensberatung Staufen AG.
Das Problem sei allerdings, dass viele Zulieferer in den vergangenen Jahren Potenziale zur Produktivitätssteigerung in den operativen Bereichen bereits ausgereizt hätten. Eine optimierte Fertigung allein werde nicht mehr reichen, um angesichts einer wachsenden Modell-Vielfalt mit zunehmender Komplexität konkurrenzfähig zu bleiben, sagt Schüle. Eine Marktbeobachtung der Staufen AG zeige vielmehr, dass Zulieferer alle Schritte der Wertschöpfungskette von Entwicklung, Einkauf, Vertrieb und Verwaltung bis hin zu Logistik und Instandhaltung produktiver organisieren müssen, um die zu erwartenden Preissenkungen auszugleichen.
"Viele Zulieferer haben in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben sehr gut gemacht, bei vielen gibt es daher technologisch in der Fertigung nur noch eingeschränktes Verbesserungspotenzial", sagt Schüle. Nun sollten die Unternehmen ihren Blick von der Fertigung auf ihre gesamte Organisation und die Führungsleistung richten", rät Schüle.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Konrad Winterstein (vm) am 03.09.2014, 13:51 Uhr veröffentlicht.
