Ralf Loweg (vm) - 26. August 2014, 11:34 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER
Dem Auto-Klimaanlagenausfall auf der Spur
Wird die Klimaanlage im Auto der Hitze nicht mehr Herr, ist guter Rat oft teuer.
Wie funktioniert die Methode mit dem Formiergas? Hier wird die entleerte Klimaanlage mit Formiergas befüllt. Diese Substanz besteht aus 95 Prozent Stickstoff und 5 Prozent Wasserstoff. Und Wasserstoff ist wegen der geringen Molekülgröße extrem flüchtig und tritt selbst an feinsten Haarrissen aus. Es ist das leichteste Gas in der Natur und steigt stets nach oben. Der Vorteil: Die Lecksuche kann also im Motorraum direkt von oben erfolgen. Dadurch sind laut "kfz-betrieb" keine großen Demontagearbeiten für die Lecksuche nötig. Denn den Verdampfer prüft der Klimatechniker genauso schnell über die Lüftungsdüsen im Fahrzeuginnenraum.
Was muss der Klimatechniker bei der neuen Methode besonders beachten? Er beginnt seine Suche mit einem Druck von nur einem bar am Kompressor, um auch undichte Wellendichtringe zuverlässig zu finden. Für die weitere Prüfung wird dann der Druck auf etwa 5 bar erhöht. Die Anlage darf allerdings nicht mit Formiergas in Betrieb genommen werden.
Das Formiergas-Lecksuch-Set von Heni bietet neben einer Gasflaschenkarre und allen notwendigen Anschluss- und Prüfarmaturen ein Wasserstoffgas-Suchgerät mit Doppelsensorik - ohne Querempfindlichkeit zu anderen Gasen. Es wird also ausschließlich der aus der Undichtigkeit austretende Wasserstoff erkannt.
Damit gehört die bislang gängige Praxis der Vergangenheit an: Bislang wurde die Klimaanlage bei der Lecksuche mit dem Kältemittel befüllt und dann solange laufen gelassen, bis die undichte Stelle dann hoffentlich zu sehen war. Nachteilig ist bei dieser Fehlersuche auch, dass oftmals nur wenige Bauteile der Anlagen einsehbar sind. Und die akustische Lecksuche per Stickstoffprüfung ist zwar ökologisch und somit auch rechtlich unbedenklich; die Zischgeräusche kleinster Löcher gehen aber im Werkstattalltag gerne in der allgemeinen Geräuschkulisse unter. Bei Löchern im Verdampfer versagen im Regelfall beide Methoden. Die Option, die undichte Stelle mit einem Gas-Lecksuchgerät zu lokalisieren, das auf Kältemittel reagiert, ist in Kfz-Werkstätten ebenfalls recht unsicher. Denn in der Werkstatt-Atmosphäre befinden sich fast immer Gasmoleküle von Lösungsmitteln, Benzin, Diesel usw.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Ralf Loweg (vm) am 26.08.2014, 11:34 Uhr veröffentlicht.
