Ralf Loweg (vm) - 16. Juli 2014, 13:11 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER
Projekt "Drive C2X": Das vernetzte Autofahren
Noch immer schreckt das Wort "Vernetzung" die Autofahrer auf.
Wichtigste Erkenntnis von "Drive C2X": Hochgerechnet auf eine theoretische Ausstattungsquote von 100 Prozent könnte beispielsweise die Funktion Verkehrszeichenassistent/-warnung im Durchschnitt 13 Prozent aller Verkehrsunfälle vermeiden. Die Funktion Wetterwarnung würde zu etwa 5 Prozent weniger Verletzten im Straßenverkehr führen, so der vorgestellte Forschungsbericht. Ob diese Zahlen in Theorie und Praxis letztlich übereinstimmen, darf zumindest bezweifelt werden.
"C2X" steht für "Car to X". Und wie funktioniert die Car-to-X-Kommunikation? Bei dieser Technik werden Straßenbetreiber, Infrastruktur, Fahrzeuge und Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer miteinander vernetzt. Das soll eine effiziente und auch sichere Fahrt ermöglichen. So werden die Verkehrsteilnehmer in Verbindung mit Fahrerassistenz-Systemen beispielsweise über Hindernisse auf der Straße, Gefahrenbremsungen vorausfahrender Wagen oder über die Verkehrslage an der nächsten Baustelle informiert.
Die Untersuchungen zeigten eine hohe Akzeptanz bei den Nutzern. In den Tests reagierten alle Fahrer wie erwartet auf die Informationen und Warnungen des Systems. Die Funktionen Verkehrszeichenassistent/-warnung (IVS) und Wetterwarnung (WW) haben das größte Potenzial zur Vermeidung schwerer Unfälle beigetragen. Mehr als 750 Autofahrer testeten in den vergangenen Monaten in Finnland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden und Deutschland die Anwendungen.
Die Technik der Car-to-X-Kommunikation habe unter Alltagsbedingungen und im Simulationslabor unter Extrembedingungen ihre Tauglichkeit bewiesen, betonte Ulrich Eichhorn, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). "Wir gehen davon aus, dass mit wachsender Durchdringung der Flotten immer mehr Funktionen nutzbar sein werden - gerade was Sicherheit, Komfort, Effizienz und Verkehrsfluss angeht." Voraussetzung dafür sei ein einheitlicher Standard der Infrastruktur und eine breite Markteinführung der fahrzeugseitigen Komponenten. Und bis das soweit ist, wird munter weiter getestet.
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