Frank Wald (vm) - 11. Juli 2014, 09:10 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER
Branchenexperten warnen vor Gefahren im vernetzten Auto
Der Trend zum vernetzten Auto ist da und nicht mehr aufzuhalten.
Dabei genügt laut Willem Bulthuis, Vorstand der secunet Security Networks AG, nicht nur eine Sicherheitsbarriere um das Auto, vergleichbar mit dem Gartenzaun ums Haus. "Jedes einzelne Element muss höchsten Sicherheitsstandards genügen und die Komponenten müssen sicher miteinander kommunizieren können, vom Dienst in der Cloud bis zum Aktuator im Fahrzeug, um eine rundum sichere Lösung zu realisieren." Dabei könnten die Automobil-Entwickler von den Erfahrungen aus anderen Branchen lernen, beispielsweise Sicherheits-Features, die auch im Bankenwesen eingesetzt werden, um Firmware, Applikationen und Nutzerdaten zu schützen.
Dennoch werden Angreifer immer wieder Wege finden, in das Fahrzeugsystem einzubrechen. Deshalb ist für Software-Spezialist Alexander Kocher von der Elektrobit Automotive GmbH zukünftig ein schneller Zugang zum Fahrzeug über eine Schnittstelle nötig, um Sicherheitsupdates stets zeitnah einzuspielen. "Dieser Update-Zugang wiederum muss selbst extrem sicher sein. Denn jedes System ist nur so sicher wie sein schwächstes Glied", sagt Kocher.
Darüber hinaus muss eine Regelung her, die klärt, wem die von den Sensoren im Auto gesammelten Daten gehören. Dabei stellen für Willem Bulthuis rein aggregierte Daten kein Problem dar, persönliche aber schon. Damit jeder Nutzer abwägen könne, "zu welchem Preis oder für welche Vergünstigungen er seine Daten herausgibt, braucht es Aufklärung und Transparenz, zum Beispiel durch handhabbare AGBs". Hier sieht Lars Reger von NXP Semiconductors auch große Chancen für die heimische Autoindustrie. "Durch die hohen Anforderungen an Datensicherheit in Europa haben die deutschen Automobilhersteller hier die Möglichkeit, eine weltweit führende Expertise aufzubauen und damit ein wichtiges zusätzliches Alleinstellungsmerkmal zu schaffen."
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