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Martina Göres (vm) - 17. Juni 2014, 14:20 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Neuer Fiat Ducato: Nutzfahrzeug lädt auch zum Wohnen ein

Er sehr praktisch, der Fiat Ducato.

Er sehr praktisch, der Fiat Ducato. Er kann aber auch schön wohnlich sein. Als Großraum-Transporter für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche ist er nicht nur Fiats meistverkauftes Nutzfahrzeug und nach 33 Jahren Laufzeit längst ein Bestseller: Er stellt auch die absolute Nummer eins als Basisfahrzeug für Reisemobile dar. Drei von vier Wohnmobilen in Europa bauen auf einem Ducato auf. Die mittlerweile sechste Generation haben die Italiener zwar nicht komplett neu erfunden, sie macht aber mit aufgefrischtem Design, kräftigen, nochmals sparsameren Motoren, verbesserter Ausstattung und erweiterten Fahrassistenzsystemen auf sich aufmerksam. Der günstigste Ducato-Kastenwagen kostet netto 23 960 Euro, den Ducato Kombi gibt es ab 25 210 Euro plus Mehrwertsteuer.

Robustheit und Langlebigkeit sind wichtige Kriterien im Nutzfahrzeugbereich. Fiat hat daher beim Ducato die Türrahmen und Scharniere sowie die Laufschienen der Schiebetüren verstärkt, sie sollen jetzt um 50 Prozent belastbarer sein. Die Bremse erhielt verbesserte Beläge, zudem soll sich der Kraftaufwand für den Fahrer beim Bremsen durch neu gestaltete Pedale und einen neuen Bremskraftverstärker verringern. Auch niedrige Betriebskosten stehen im Fokus der Transporterkunden. Durch reduzierte Ersatzteil-Kosten entstünden im Vergleich zu den beiden technisch identischen Schwestermodellen Peugeot Boxer und Citroen Jumper Preisvorteile von über 800 Euro bei Reparaturen, heißt es bei Fiat. Erfreulich sind auch die Wartungsintervalle: Erst nach 48 000 Kilometer oder zwei Jahren muss der Ducato zum Service-Check in die Werkstatt.

Die Motorenpalette umfasst wie bisher vier Vierzylinder-Multijet-Turbodiesel, die allesamt nur Euro 5 erfüllen. Für den Kurzstreckenverkehr in der Stadt gut geeignet ist der Zweiliter-Diesel mit 84 kW/115 PS. Volumenmotor ist der 2,3-Liter-Selbstzünder mit 96 kW/130 PS, der sich mit einem Drehmomentmaximum von 320 Newtonmeter durchaus spritzig gibt und seine Stärken auch auf Langstrecken ausspielen kann. Der Normverbrauch von 6,4 Litern wird ab Mitte Juli von einer Eco-Version des gleich starken Triebwerks unterboten. Sie wird auf ein Tempo von 90 km/h begrenzt und setzt mit einem Verbrauch von nur 5,8 Liter je 100 Kilometer und einem CO2-Ausstoß von 153 g/km einen neuen Bestwert im Segment.

Über der 110 kW/150 PS starken Version des 2,3-Liter-Multijets rangiert der Dreiliter-Diesel mit 130 kW/177 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmeter. Er kommt vor allem in Reisemobilen zum Einsatz. Anfang 2015 kommt der Motor auch als Erdgas-Benzin-Variante mit 102 kW/140 PS auf den Markt. Er wird der erste in der Emissionsklasse Euro 6 eingestufte Ducato sein. Trotz seiner Abmessungen fährt sich der große Italiener handlich und wendig.

ESP ist jetzt serienmäßig an Bord. Es berücksichtigt den Ladezustand des Fahrzeugs und enthält zusätzlich eine Berganfahrhilfe sowie eine elektronische Überschlagsvermeidung. Optional sind ein Spurhalte-Assistent mit lautem Dauerwarnton und Verkehrszeichen-Erkennung, eine Abblendautomatik, Reifendruckkontrolle sowie ein elektronisches Sperrdifferenzial mit Bergabfahrhilfe erhältlich. Für mehr Komfort sollen drei Innenraumvarianten mit neu gestalteten Sitzen sowie verschiedene Audiosysteme sorgen, die jeweils mit Bluetooth und MP3-Spieler ausgestattet sind.

Mehr als 1 000 Varianten des Fronttrieblers bieten sich für die verschiedensten Transportaufgaben an. Den Kastenwagen gibt es auch teil- oder vollverglast, in drei Radständen von 3,00 Meter bis 4,04 Meter, in vier Karosserielängen von 4,96 Meter bis 6,36 Meter und drei Dachhöhen von 2,25 bis 2,76 Meter. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt je nach Ausführung bis zu 4,0 Tonnen und das Ladevolumen bis zu 17 Kubikmeter. Daneben stehen auch die Versionen Pritschenwagen als Einzel- und Doppelkabine sowie Fahrgestell mit Fahrerhaus und Doppelkabine zur Wahl.

Neu ab Werk erhältlich sind Kastenwagen mit Doppelkabine und Dreiseitenkipper. In der größten Variante verfügt der Ducato jetzt über eine zulässige Achslast an der Vorderachse von 2,1 Tonnen und von 2,5 Tonnen an der Hinterachse sowie über das höchste zulässige Gesamtgewicht im Segment (4,4 Tonnen als Reisemobil, 4,25 als Kastenwagen Maxi). Im Programm sind außerdem drei Pkw-Versionen in drei Längen und drei Radständen mit Platz für fünf bis neun Personen.

Martina Göres/mid

Plus: zahlreiche Karosserievarianten mit hoher Nutzlast und hoher Ladekapazität, viele Assistenzsysteme erhältlich
Minus: knapper Verstellbereich für die Lenksäule, nervender, langanhaltender Warnton beim Spurhalteassistent

Technische Daten Fiat Ducato (Kastenwagen):
Großraum-Transporter mit seitlicher Schiebetür und Hecktüren, drei Radstände: 3,00 m, 3,45 m und 4,04 m, vier Längen:
4,96 m, 5,41 m, 6,00 m und 6,36 m, drei Höhen: 2,25 m, 2,52 m, 2,76 m, Ladevolumen: bis 17 Kubikmeter, Nutzlast: bis zu 2 025 Kilogramm.

Motor: 2,3-Liter-Vierzylinder-Multijet-Turbodiesel mit 96 kW/130 PS; maximales Drehmoment: 320 Nm bei 1 800/min; Sechsgang-Handschaltung; Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h bis 155 km/h; Verbrauch: 5,8 Liter (Eco-Version) bis 7,1 Liter je 100 Kilometer Diesel; CO2-Ausstoß: 153 bis 186 g/km; Preis: ab 24 860 Euro netto (Kastenwagen geschlossen, kurzer Radstand).

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Martina Göres (vm) am 17.06.2014, 14:20 Uhr veröffentlicht.