Thomas Schneider (vm) - 4. Juni 2014, 13:34 Uhr - 4x4 Allrad RATGEBER
Mini-Mobile im Euro NCAP-Crashtest
Als Alternative zum Pkw bietet sich für viele Städter ein Leichtkraftfahrzeug wie der elektrisch angetriebene Renault Twizy an.
Der wohl bekannteste Vertreter im Test ist der Renault Twizy mit 13 kW/18 PS starkem Elektromotor und einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Seine Karosseriestruktur ist sowohl beim Front- als auch beim Seitencrash stabil geblieben. Serienmäßig an Bord sind bei dem Modell ein Vierpunktgurt und ein Airbag. Beim Front-Aufprall sind aber dennoch das Genick, die Knie und Oberschenkel nur schlecht geschützt. Und auch beim Seitenaufprall konnte der Twizy nicht überzeugen. Der Kopf des Testdummies ragte dabei ungeschützt aus dem nicht mit Türen versehenen Fahrzeug heraus. Dies erhöht im realen Straßenverkehr die Verletzungsgefahr erheblich. Auch der Brustbereich ist nur unzureichend geschützt.
Die übrigen Testkandidaten fallen noch mehr als der Twizy unter die Kategorie Exoten. Eine geschlossene Karosserie und zwei Sitzplätze bietet das Modell Zero des italienischen Unternehmens Tazzari. 100 km/h erreicht das von einem 15 KW/20 PS starken E-Motor angetriebene Mini-Auto. Zwar blieb seine Karosserie beim Crash mit 50 km/h von vorne weitgehend intakt. Die Strukturfestigkeit stieß dabei an ihr absolutes Limit. Heftigere Zusammenstöße würde sie nicht überstehen. Zudem ist bei dem Test die Batterie des Fahrzeugs in den Fußraum eingedrungen, was zu einer erhöhten Verletzungsgefahr der Beine führt. Und beim Seiten-Crash hat sich die Fahrertür geöffnet. Dadurch erhöht sich die Gefahr, dass der Fahrer aus den Fahrzeug geschleudert wird. Weitere Schwachstellen: Airbags gibt es für den Tazzari Zero nicht. Und die Verankerung des vorhandenen Dreipunktgurtes hat sich beim Front-Crash gelöst.
Ein vergleichbares Gefährt ist der Ligier IXO JS LINE. Der allerdings hat vier Sitzplätze, wird von einem 500-ccm-Benzinmotor angetrieben und erreicht maximal 70 km/h. Dem Front-Crash hat die Fahrzeugstruktur nicht standgehalten. So ist der aus Fiberglas gefertigte Fußraum aufgebrochen, der Fahrersitz ist aus der Verankerung gerissen worden und der vordere Türholm hat sich beinahe komplett von der A-Säule gelöst. Auch ist der Brustbereich des Fahrers nur unzureichend geschützt. Beim Seitencrash hat sich die Fahrertür vom Fahrzeug gelöst. Und wie schon beim Zero gibt es für den Ligier keine Airbags und auch hier ist der Dreipunktgurt beim Crash aus der Verankerung gerissen.
Und schließlich haben die NCAP-Tester auch ein Golf-Kart vor die Wand gefahren. Das zu den Seiten offene Gefährt hat einen Elektromotor unter der Haube und erreicht Tempo 40. Damit entspricht der durchgeführte Front-Crash mit 50 km/h bereits dem Zusammenstoß mit einem anderen fahrenden Fahrzeug. Das Ergebnis ist fatal. Das Lenkrad hat sich um einen halben Meter nach hinten verschoben und sowohl den Kopf als auch den Brustbereich des Test-Dummies verletzt. Auch der Schutz der Schienbeine, Knie und der Oberschenkel ist sehr schlecht. Und beim Seitenaufprall ist der Fahrer völlig ungeschützt. Der Sitz löst sich aus der Verankerung und fliegt inklusive dem kompletten unteren Teil der Testpuppe zur Seite. Die Überlebenschance in der Realität tendiert dann gegen Null.
Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto RATGEBER wurde von Thomas Schneider (vm) am 04.06.2014, 13:34 Uhr veröffentlicht.
