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Wolfgang Tschakert (vm) - 11. April 2014, 13:07 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Opel Vivaro und Renault Trafic: Weiter im Gleichschritt

Opel und Renault machen bei den Transportern auch weiterhin gemeinsame Sache.

Opel und Renault machen bei den Transportern auch weiterhin gemeinsame Sache. Praktisch baugleich präsentieren sich die neuen Vivaro- und Trafic-Modelle. Unter den Hauben sitzen kompakte, moderne 1,6-Liter-Dieselmotoren, die aber erst ab 2016 durch Abgas-Nachbehandlung mit Euro 6-Zertifikat auflaufen. Die Klasse der Eintonner, bezogen auf die Nutzlast, mischt sich neu. Jetzt feiern die neuen Modelle von Renault und Opel ihren ersten Auftritt. Zuletzt hatte der Wettbewerber Ford mit seinem Transit Custom die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Und auch Mercedes wirft seinen Hut in den Ring, kürzlich mit seiner edlen V-Klasse, bald soll der profane Vito fürs Gewerbliche nachgereicht werden. Sogar der eine halbe Nummer größere Fiat Ducato und seine französischen Ableger zeigen sich schon bald mit neuerlicher Modellpflege und aufgefrischtem Motorenprogramm. Auf den deutschen Platzhirschen VW Transporter müssen die Autokäufer noch ein Weilchen warten.

Doch zurück zum französischen Van, der allen Unkenrufen zum Trotz auch künftig als Opel Vivaro die europäischen Märkte beglückt. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum namensgleichen Vorgänger ist seine mächtige Motorhaube. Bei Renault residiert dominant der Rhombus, der Opel trägt viele Chromspeichen im Grill. Und darunter? Da sitzt jetzt ein kleines Motörchen, ein nur 1,6 Liter großer Diesel-Vierzylinder, allerdings modernster Machart: statt zwei Liter Hubraum nun also 20 Prozent weniger. Die Hersteller versprechen bis zu 21 Prozent Kraftstoffersparnis. Der neue Kleine im Bug soll 25 Prozent weniger wiegen, nur der Motorblock ist noch aus Gusseisen: ein moderner Hochleistungs-Diesel mit obenliegender Nockenwelle, Querstrom-Zylinderkopf mit kleiner Wasserpumpe, mit reibungsarmen Ölabstreifringen und neuartig beschichteten Kolbenbahnen. Befeuert wird er per Common-Rail-Technik mit bis zu 1 800 bar Druck. Aber Euro 6-sauber verbrennt er vom Start weg nicht, erst für 2016 soll ein SCR-Kat mit Adblue-Eindüsung für das Zertifikat sorgen.

Vier Motorleistungen von 66 kW/90 PS bis 103 kW/140 PS wird es geben. Überschäumendes Temperament ist auch künftig nicht zu erwarten. Das maximale Drehmoment des kleinsten Dieselmotors im Transporter-Segment liegt dank zweistufiger Turboaufladung bei immerhin 340 Newtonmetern - laut den technischen Daten kann es bereits bei 1 500 Touren abgerufen werden. Der stärkste Trafic oder Vivaro soll immerhin 181 km/h schnell sein, mehr braucht wirklich keiner. Selbst für zwei Tonnen schwere Anhänger soll er genug Kraftreserven haben.

Hinter dem Trafic- oder Vivaro-Steuer sitzt der Fahrer jetzt besser. An der Qualität der Sitze ist nichts mehr auszusetzen. Das Lenkrad lässt sich in Höhe und Neigung verstellen und der Fahrer schätzt die zahlreichen Ablagen und die mobile Office-Ausstattung in der Lehne des Mittelsitzes. Das Cockpit des Deutsch-Franzosen bietet jedenfalls genug Platz und ist passend möbliert. Weil der üppige Laderaum ohnehin die stärkste Seite des Vorgängers war, hat man ihn grundsätzlich belassen, aber im Detail deutlich verbessert: mit einer Durchreiche für lange Bretter oder Rohre beispielsweise. So kann der Fahrer sogar den Fußraum der Beifahrerseite nutzen. Leitern kann er gesichert unter das Dach hängen. Der Kunde wählt zwischen zwei Radständen und zwei Längen. Ab Frühjahr 2015 ergänzen Hochdachtransporter das Programm. Neben den Kastenwagen und dem Pkw-Kombi werden auch ein Modell mit Doppelkabine und ein Plattform-Fahrgestell gehandelt. Mit diesem möchten Renault und Opel die Aufbauindustrie ansprechen. Bereits heute ist die Rede von mehr als 270 Varianten, die es ab Werk geben soll.

Zum Thema Sicherheit führen die Hersteller ESP als Standard ins Feld. Und die erweiterte Traktionskontrolle, die Nutzer bei beladenen Fronttrieblern schätzen. "Extended Grip" heißt sie bei Renault und Opel. Sie greift je nach Einstellung unterschiedlich stark ins Motordrehmoment und in die Radbremsen ein. Die Transportunternehmer werden eher nach den Wartungsintervallen fragen. Hier bieten beide Anbieter zeitgemäße 40 000 Kilometer an, statt eines Zahnriemenantriebs für die Nockenwelle hat der 1,6-Liter-Diesel eine wartungsfreie Steuerkette zu bieten. Der Partikelfilter reinigt sich selbsttätig in regelmäßigen Abständen, jetzt aber noch ohne Additive.

Wolfgang Tschakert

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Wolfgang Tschakert (vm) am 11.04.2014, 13:07 Uhr veröffentlicht.