ALLRAD-NEWS

Frank Wald (vm) - 19. März 2014, 10:04 Uhr - 4x4 Allrad NEWS

Kia Sportage: Unsichtbares Facelift

Kia hat den Sportage geliftet - doch wirklich zu sehen ist davon nichts.

Kia hat den Sportage geliftet - doch wirklich zu sehen ist davon nichts. Warum auch? Die dritte Generation des kompakten SUV ist seit dem Debüt in 2010 ein Bestseller. Im vergangenen Jahr verkauften die Koreaner in Europa knapp 90 000 Exemplare, auf dem deutschen Markt ist er mit über 12 000 Einheiten nach dem Ceed das beliebeste Kia-Modell. Entsprechend zurückhaltend fallen die Änderungen am preisgekrönten Design aus, wenn der Sportage am 29. März zu Preisen ab 20 290 Euro in die Autohäuser rollt.

Am deutlichsten sind die Unterschiede zum Vorgänger noch am chromgefassten Kühlergrill in Gitter- oder Keildesign sowie den geänderten Heckleuchten mit 3D-Effekt zu sehen. Auch der Innenraum wurde leicht aufgemöbelt, glänzt nun mit Softtouch-Oberflächen, neuem Instrumenten-Layout mit indirekter Beleuchtung und mehr Komfortfeatures. Dazu zählt auch die verbesserte Geräuschdämmung durch eine neue Frontscheibe mit Verbundfolie. Auch der Antriebsstrang wurde durch eine steifere Getriebeaufhängung und neuen Anordnung der Antriebswellen ausgeglichener und harmonischer. Wie bei anderen neuen Kia-Modellen ist das Sportage-Fahrwerk - zumindest in der Top-Ausstattung - optional mit der variablen FlexSteer-Lenkung gerüstet, die je nach Einstellung Komfort, Normal oder Sport das Handling spürbar verändert. In den ersten beiden Einstellungen eher unauffällig lässt sich der 4,44 Meter lange SUV im Sport-Modus präzise und sauber durch enge und schnelle Kurvenparcours dirigieren. Überhaupt ist die Top-Version in Serie oder gegen Aufpreis mit allem ausgestattet, was bei Kia an Technik- und Komfort-Highlights zu haben ist: vom schlüssellosen Zugang mit Starterknopf über Kartennavigation mit 7-Zoll-Display und Premium-Soundsystem oder Einparkassistenten und Rückfahrkamera.

Nach wie vor bleibt es bei zwei Benzin- und drei Dieselmotoren, mit Front- und Allradantrieb sowie drei Ausstattungen. Wobei die Grundversion "Attract" nur mit dem 99 kW/135 PS starken 1,6-Liter Basis-Benziner und Frontantrieb zu haben ist, und mehr Statthalter-Funktion für einen niedrigen Einstiegspreis darstellt. Alle übrigen Motoren, darunter ein neuer 2,0-Liter-Benzindirekteinspritzer mit 122 kW/166 PS - wahlweise mit Allradantrieb - sowie die bekannten GRDi-Diesel mit 1,7 Liter und 85 kW/115 PS und 2,0 Liter Hubraum mit 100 kW/136 PS können erst ab der mittleren Variante "Vision" geordert werden. Die bietet dann neben einigen serienmäßigen Goodies wie Lederlenkrad, Regensensor, Dachreling, 17-Zoll-Alufelgen und LED-Tagfahrlicht überhaupt erst die Chance, zusätzliche Ausstattungspakete etwa mit Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, Sitzheizung vorn und hinten, Infinity-Soundsystem mit Bluetooth-Zugang oder Xenon-Scheinwerfer zu ordern.

Das alles ist dann bei der Topausführung "Spirit" inklusive. Hier startet die Preisliste allerdings auch erst ab 26 490 Euro mit dem kleinsten Benziner und schraubt sich rauf bis 34 030 Euro für das Spitzenmodell mit 135 kW/184 PS starken 2,0-Liter-Diesel und Allradantrieb. Aber auch dann ist noch nicht Schluss. Einparkassistent und Flex Steer für 590 Euro, Teilledersitze und elektrisch einstellbarer Fahrersitz zum Preis von 1 190 Euro sowie ein elektrisches Panorama-Schiebedach für 900 Euro treiben den Preis weiter in die Höhe. Wer dann noch eine Metallic-Lackierung (530 Euro) und eine CVT-Automatik (1 500 Euro) möchte, passiert am Ende auch die 38 000-Euro-Grenze.

Wobei man sich den stufenlosen Gangwechsler auch sparen kann. Zwar sortiert der Automat schon deutlich flotter als andere dieser Gummiband-Getriebe die Übersetzungen, nervt dennoch zwischendurch mit nervösem Hin und Her und nimmt dem an sich kräftigen Selbstzünder den Punch. Immerhin, erst mal in Schwung und bei gleichmäßig hohem Tempo wirkt der Wagen auch mit dieser Motor-Getriebe Kombination sehr kommod und laufruhig. Auf europäischen Straßen ist man mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe dennoch besser unterwegs. Und sparsamer, die CVT-Automatik schluckt nicht nur Leistung, sondern mit 7,2 Liter Normverbrauch auch gut einen Liter mehr Sprit.

Bewertung:
Plus: zeitgemäß dynamisches Design, qualitativ ansprechendes Interieur, kräftiges Diesel-Topmodell
Minus: viele Extras in Paketen versteckt, nervöse CVT-Automatik

Technische Daten Kia Sportage 2.0 CRDi 184 AWD (CVT):
fünftüriger Kompakt-SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern: 4,44/1,86/1,64/2,64; Kofferraumvolumen: 465 l - 1 353 l.

Motor: 2,0-Liter-Turbodiesel mit 135 kW/184 PS, max. Drehmoment: 392 Nm bei 1 800/min - 2 500/min, 0-100 km/h: 9,8 Sek., Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h, Verbrauch: 7,2 Liter Super/100 km, CO2-Ausstoß: 189 g/km, Preis: ab 34 030 Euro.

Frank Wald

Dieser Artikel aus der Kategorie 4x4 Allrad Auto NEWS wurde von Frank Wald (vm) am 19.03.2014, 10:04 Uhr veröffentlicht.